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Gewinnt Christoph Waltz für seine Rolle in "Inglourious Basterds" einen Oscar? (Foto: Universal/Cinetext)
Man nehme eine große Portion "Pulp Fiction", füge eine ordentliche Menge Italo-Western hinzu und vollende das Ganze mit ein wenig Weltkriegs-Atmosphäre - fertig ist "Inglourious Basterds", der neue Film von Quentin Tarantino. Denn wenn der Regie-Wüstling einen Trupp jüdisch-amerikanischer Soldaten in das von Nazis besetzte Frankreich schickt, um dort möglichst viel Remmidemmi zu veranstalten, dann darf man eines auf keinen Fall erwarten: einen ernsthaften (Anti-) Kriegsfilm. Und so begeben sich die Zuschauer auf die Reise durchs wilde Absurdistan, freuen sich über jede Menge nett platzierte Film-Referenzen, geschliffene Dialoge und darüber, wie unverfroren Tarantino einfach mal die Weltgeschichte umschreibt.
Wie der geneigte Kino-Fan dies von Tarantino kennt, schickt der Regisseur ein gutes Dutzend Figuren aufs Feld, die sich durch mehrere sich kreuzende Handlungsfäden arbeiten. Da wäre zum Beispiel Shosanna Dreyfus (Melanie Laurent), deren gesamte Familie vom berüchtigten Nazi-Oberst Hans Landa (Christoph Waltz) ausgelöscht wird. Sie kann nach Paris fliehen. Dort legt sie sich eine neue Identität als Kinobesitzerin zu und sinnt auf Rache. Das tut auch Leutnant Aldo Raine (Brad Pitt), der einen Elite-Trupp jüdisch-amerikanischer Soldaten zusammenstellt mit dem Ziel, hinter den feindlichen Linien in verdeckten Operationen möglichst viele Nazis ins Jenseits zu befördern. Auch deren Weg führt in die französische Hauptstadt, denn hier erwartet sie ihr größter Coup: Bei der Aufführung eines neuen deutschen Propaganda-Streifens soll die komplette Nazi-Führung anwesend sein - und das in Shosannas Kino...
"Inglourious Basterds" ist ein Remake des italienischen Actionstreifens "Ein Haufen verwegener Hunde" aus dem Jahr 1977, den Tarantino zu seinen absoluten Lieblingsfilmen zählt. Seit über zehn Jahren arbeitet der Regisseur bereits an seiner eigenen Version des politisch völlig unkorrekten Kultfilms. Allerdings hat sein Werk nur noch am Rande mit dem trashigen Original zu tun. Tarantino besinnt sich auf seine Stärken, liefert das bekannte Feuerwerk an aberwitzigen Ideen, Filmzitaten und meist feinsinnigen Dialogen ab und durfte neben seinem Star Brad Pitt und "Austin Powers" Mike Myers auf das "Who is Who" der deutsch (-sprachigen) Schauspiel-Elite zugreifen, darunter Til Schweiger, August Diehl, Daniel Brühl und Hollywood-Export Diane Kruger. Der (un-) heimliche Star von "Inglourious Basterds" ist allerdings der Österreicher Christoph Waltz, der für seine Darstellung des Oberbösewichts Landa bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes als bester Darsteller ausgezeichnet wurde.
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