23.02.2011, 11:17 Uhr | mth
Für zwölf Oscars ist "The King's Speech", der erst dritte Kinofilm des britischen Regisseurs Tom Hooper, nominiert. Das verwundert nicht wirklich, denn die mal komische, mal dramatische Geschichte um die Sprachprobleme des britischen Königs George VI. (Colin Firth) und seinen Therapeuten Lionel Logue (Geoffrey Rush) sorgte schon auf verschiedenen Filmfestivals für Furore und wurde mit Preisen überhäuft. Dennoch schien abseits von Cineastenkreisen das Interesse an "The King's Speech", der am 17. Februar in den deutschen Kinos startet, nicht allzu groß zu sein. Das dürfte sich mit dem Aufstieg zum großen Oscar-Favoriten nun ändern. Grund genug also, um Ihnen das hoch gelobte Werk näher vorzustellen und gleichzeitig einen Blick auf diejenigen Filme in der Vergangenheit zu werfen, die mit den meisten Nominierungen in das Oscar-Rennen gegangen sind.
Im Mittelpunkt von Hoopers Werk steht Albert (Firth), Duke of York und zweiter Sohn von König Georg V. Man schreibt das Jahr 1925. Albert, ein wenig respektlos nur Bertie genannt, ist in der Thronfolge hinter seinem Bruder David (Guy Pearce) zwar nur die Nummer Zwei, muss aber dennoch ab und an seiner Position entsprechend das Königshaus repräsentieren und Reden halten. Und hier liegt Alberts Problem: Seit seiner Jugend leidet er an einem ausgeprägten Stottern. Alle versuchten Therapieansätze scheiterten bislang, bis Alberts Ehefrau Elizabeth (Helena Bonham Carter) neue Hoffnungen auf Besserung schöpft. Sie wendet sich an den nonchalanten australischen Sprachtherapeuten Lionel Logue, der sich des prominenten Patienten auch tatsächlich annehmen will.
Nach zunächst unüberbrückbar scheinenden Differenzen kommen sich der etwas steife Engländer und der unkonventionelle Australier langsam näher und Logues Behandlungsmethoden zeigen unerwartete Erfolge. Aber nach einem Streit bricht der Kontakt zwischen den beiden grundverschiedenen Männern ab. Doch dann stirbt der König und kurze Zeit später muss auch sein Nachfolger, Alberts Bruder David, wegen seiner Beziehung zu einer geschiedenen Bürgerlichen abdanken. Albert soll als George VI. der neue König werden. Aber die öffentliche Aufmerksamkeit in krisengeschüttelter Zeit - ein Krieg mit dem Deutschen Reich droht - setzt ihn derart unter Druck, dass sein Stottern schlimmer wird, als jemals zuvor. In seiner Not wendet er sich noch einmal an Logue. Erneut sagt der Therapeut zu. Doch kurz vor der Krönung sorgen überraschende Enthüllungen dafür, dass das gerade wieder entstandene Vertrauen zwischen den beiden erneut empfindlich gestört wird.
Ebenso exakt gezeichnete wie unterhaltsame und vor allem hervorragend gespielte historische Stoffe sind mittlerweile so etwas wie das Markenzeichen Tom Hoopers. Sein TV-Zweiteiler über "Elizabeth I." und die Mini-Serie über "John Adams", den zweiten US-Präsidenten, wurden mehrfach preisgekrönt. Und auch in "The King's Speech" vollführt er eine gekonnte Gradwanderung zwischen Anspruch und Unterhaltung, wobei er sich in jeder Szene auf seine hervorragende Darstellerriege verlassen kann. Nicht umsonst sind sowohl Hauptdarsteller Colin Firth als auch Geoffrey Rush und Helena Bonham-Carter als bester Nebendarsteller beziehungsweise beste Nebendarstellerin für den Oscar nominiert. Daneben hat der Film auch die Chance, die wichtigen Kategorien Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch und Bester Film für sich zu entscheiden.
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Quelle: t-online.de
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