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Die Rote Königin (Helena Bonham Carter) führt Übles im Schilde. (Foto: Disney)
Viele, viele Jahre ist es her, dass Alice durchs Kaninchenloch fiel und in einer fantastischen Welt unsagbare Abenteuer bestehen musste. Im viktorianischen England von heute ist aus dem Mädchen eine erwachsene Frau (Mia Wasikowska) von 19 Jahren geworden. Erst kürzlich ist ihr Vater verstorben. Auf einer Gartenparty passiert dann vor den Augen der umstehenden Gäste das Unfassbare: Der ätzende Aristokratensohn Hamish (Leo Bill) macht ihr einen Heiratsantrag. Nichts wie weg, denkt sich die Verlobte wider Willen und stürmt Richtung Wald davon, um in Ruhe nachzudenken. Dazu bleibt ihr aber keine Zeit, denn sie folgt einem weißen Kaninchen zu einem Baum und stürzt hinter ihm her durch einen Tunnel, der Zeit und Raum überwindet...
Auf der anderen Seite des Tunnels angekommen gelangt Alice nach Unterland. Seit ihrem ersten Besuch hat sich in diesem unterirdischen Wunderland einiges verändert: Die rote Herzkönigin (Helena Bonham Carter) hat die Macht ergriffen und damit ihrer deutlich friedlicheren Schwester (Anne Hathaway) den Thron gestohlen. Seither herrschen Furcht und Schrecken unter den Bewohnern, denn wer nicht nach dem Willen der Königin handelt, riskiert Kopf und Kragen. Für die Unterländer ist Alice die letzte Chance, denn nur sie kann der machtgierigen Despotin das Wasser reichen. Unterstützung erhält sie vom verrückten Hutmacher (Johnny Depp), den Zwillingen Dideldum und Dideldei (Doppelrolle: Matt Lucas) und der Grinsekatze. Die Rote Königin spielt allerdings wieder einmal mit gezinkten Karten und hetzt ihr allerhand finstere Gesellen wie den Bandersnatch oder den fiesen Herzbuben (Crispin Glover) auf den Hals...
Lewis Carrolls Meisterwerke "Alice in Wonderland" und "Through the Looking Glass" begeistern seit ihrem Erscheinen Jung und Alt und sind schon in mehrfachen Adaptionen auf Zelluloid gebannt oder auf Theaterbühnen aufgeführt worden. Um so einem großen Fantasten wie Carroll gerecht zu werden, bedarf es eines ebenso kreativen Kopfes: Kein Geringerer als Tim Burton ("Sweeney Todd") bringt nun das Wunderland auf die Leinwand und lässt mit modernster Technik und in 3D ein imposantes Abenteuer entstehen, in dem er als eine Art Fortsetzung eine erwachsene Alice zurück in Carrolls Märchenwelt schickt. Zwar hat Burton die für ihn typischen morbide-skurrilen Fantasien zugunsten der Familientauglichkeit des Spektakels gezügelt, ein unglaublich buntes Fest für die Augen ist "Alice im Wunderland" aber allemal geworden.
Filmstart: 4. März 2010
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