29.06.2011, 13:56 Uhr
Bis vor kurzem war die Welt für den liberalen Moslem Mahmud Nasir (Omid Djalili) noch in Ordnung. Doch dann findet er eine Urkunde, die sein Leben auf den Kopf stellt. Denn in Wirklichkeit ist Mahmud adoptiert und Jude. (Foto: Senator/Central)
Mahmud Nasir (Omid Djalili) ist Moslem, auch wenn er weit davon entfernt ist, streng gläubig zu sein. Wenn im Fernsehen das Thema Glaubenskriege zur Sprache kommt, spiegelt Mahmuds Gesichtsausdruck das totale Unverständnis. Der weltoffene und friedliebende Mann lebt gemeinsam mit seiner Frau Saamiya (Archie Panjabi) und seinem Sohn Rashid (Amit Shah) in London. Rashid möchte bald heiraten - und zwar die Tochter des fanatischen Predigers Arshad Al-Masri (Igal Naor). Doch um Arshad Al-Masris Einverständnis zu bekommen muss Mahmud bei einem Besuch erst einmal beweisen, dass er ein folgsamer Schüler des bärtigen Propheten ist. Rashid bittet seinen Vater, ausnahmsweise in die Rolle des "vorbildlichen" Sohn Allahs zu schlüpfen. Diese Bitte kann Mahmud seinem verliebten Sohn kaum abschlagen: folglich soll also das Soccer-Trikot für einen Tag in den Kleiderschrank wandern.
Doch alles kommt ganz anders als gedacht. Plötzlich stirbt Mahmuds Mutter, und ein verblüffendes Dokument kommt zum Vorschein. Mahmud traut seinen Augen kaum, als er erstmals seine eigene Geburtsurkunde in den Händen hält. Dort steht schwarz auf weiß geschrieben, dass er als Kind adoptiert wurde. Und ausgerechnet Juden sind seine leiblichen Eltern! Außerdem lautet sein wahrer Name Solly Shimshillewitz und sein Erzeuger Izzy Shimshillewitz soll angeblich in einem Seniorenheim leben. Ziemlich viel, was Mahmud zu schlucken kriegt, weshalb er erst einmal spontan in die nahe gelegene Moschee eilt, wo er allerdings während einer Gebetsstunde abrupt einschläft. Wenn er schon anscheinend kein richtiger Moslem ist, kann er vielleicht wenigstens bis zum Treffen mit seinem Vater wie ein Jude wirken. Ein turbulenter Spagat zwischen den Kulturen beginnt, denn das Treffen mit Prediger Arshad Al-Masri steht ja ebenfalls noch aus...
"Alles koscher!" serviert britischen Humor und einen ordentlichen Wink mit dem Zaunpfahl. Regie führte Josh Appignanesi, der 2006 mit "Song of Songs" sein Debüt feierte. Komiker David Baddiel sorgte für das amüsante Drehbuch. Er spielte mit den Themen Identitätsfindung, Religion, Kultur und Toleranz - außerdem schnitt Baddiel das Skript bewusst auf Hauptdarsteller Omid Djalili ("Sex and the City 2") zu. Der britische Komiker und Schauspieler steht definitiv im Mittelpunkt des Geschehens. Aber auch die attraktive Archie Panjabi ("Der ewige Gärtner") und Amit Shah ("13 Semester") glänzen in ihren Rollen als liebevolle Ehefrau und über beide Ohren verliebter Sohn. Fazit: ein britischer Leckerbissen, so gemein und grenzwertig, dass es schwärzer fast nicht geht!
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