01.06.2011, 18:46 Uhr
Der 12-jährige Sho verbringt den Sommer bei seiner Großtante Sadako und entdeckt dort ein winziges Mädchen: Arrietty. Sie ist ein Borger und diese leben von Dingen, die sie sich von den Menschen "borgen". (Foto: Universum)
Die 14-jährige Arrietty wohnt mit ihren Eltern Pod und Homily in einem kleinen, grünen Stadtteil, nicht weit entfernt von Tokio. Von der pulsierenden Großstadt bekommen sie in ihrem gemütlichen Zuhause nicht viel mit. Gemeinsam mit einer weiteren Familie und einer dicken Katze bewohnen sie ein großes Haus mit Garten, wobei Arrietty, Pod und Homily sehr zurückgezogen leben. Sie sind Borger. Sie sehen aus wie gewöhnliche Menschen, doch sie sind viel, viel kleiner als diese. Borger leben hinter Wänden oder unter den Dielen. Dort haben sie es sich gemütlich eingerichtet, genau wie die Menschen in ihren Heimen. Nur wenn Borger ganz dringend etwas benötigen, ziehen sie los und „borgen" es sich. Eine unbenutzte Briefmarke dient beispielsweise als dekoratives Bild an der Wand eines Borger-Wohnzimmers. Doch um sich etwas organisieren zu können, muss so ein kleiner "Beschaffer" eine gefährliche Reise unternehmen...
Die Menschen wissen nichts von der Existenz der ausleihfreudigen Untermieter. Sie dürfen auch nichts davon erfahren, so wird es von Generation zu Generation weiter getragen. Deshalb ziehen die kleinen Hausbewohner nur selten und in äußersten Notfällen los, um sich im Inneren der Räume umzusehen. Allmählich kommt Arrietty in das Alter, indem sie sich endlich auch etwas borgen darf. Aufgeregt macht sie sich auf den Weg, selbst wenn ihre Mutter voller Sorge ist, da außerhalb des sicheren Verstecks viele Gefahren lauern. Doch Arrietty kennt keine Furcht. Erst als sie mit beiden Händen nach einem Stückchen Zucker greift und es fallen lässt, bekommt sie große Angst. Ein Menschenjunge hat sie entdeckt. So etwas darf eigentlich nicht passieren. Überraschenderweise gibt ihr der Junge zu verstehen, dass sie keine Angst vor ihm zu haben braucht, trotzdem flüchtet Arrietty so schnell sie kann. Zu Hause, unter den Dielen angekommen, atmet sie erst einmal tief durch. Noch lange nach diesem Abenteuer geht ihr dieser nette Junge namens Sho einfach nicht mehr aus dem Kopf.
In den 50er Jahren erwachten die ungefähr 12 Zentimeter kleinen Borger zum Leben. Die britische Kinderbuchautorin Mary Norton, ihre Erschafferin, schrieb eine ganze Bücherreihe über die kleinen, sozialen Wesen, die bereits mehrere Filmemacher inspirierten. Regisseur Hiromasa Yonebayashi ("Ponyo - Das große Abenteuer am Meer") nutzte die beliebten Abenteuer für einen spannenden Anime-Film. Neben der außergewöhnlichen Sichtweise auf eine übergroße Umwelt stehen auch Themen wie das maßlose Konsumverhalten unserer Gesellschaft im Fokus. Kinder und Erwachsene werden in Arriettys spannende Welt der Borger eintauchen, etwas über das Zusammenleben lernen und die rührige Kleingesellschaft lieben!
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