08.09.2010, 11:37 Uhr
Mönch Osmund (Eddie Redmayne) und Ritter Ulric (Sean Bean) begeben sich in ein Dorf, dessen Bewohner von der Pest verschont bleiben. Angeblich wohnt dort das Böse. (Foto: Senator/Central)
Europa im 14. Jahrhundert: Der Schwarze Tod greift erbarmungslos um sich und löscht knapp die Hälfte der Bevölkerung der bekannten Welt aus. Überall herrscht Chaos, Zerstörung und Tod. Die Menschen, die nicht wissen, ob sie es mit einer Strafe Gottes oder aber der Tücke des Teufels zu tun haben, verlieren den Glauben an die katholische Kirche. Die bereits katastrophale Lage spitzt sich noch mehr zu, als das Gerücht die Runde macht, ein kleines Dorf in England bliebe von der Pest verschont und verdanke dies der Durchführung heidnischer oder gar satanischer Rituale. Die Kirchenobrigkeit beauftragt den noch glaubenstreuen Ritter Ulric (Sean Bean) mit der Mission herauszufinden, was es mit den Gerüchten um das Dorf auf sich hat. Ihm zur Seite steht eine kleine Truppe Söldner und Folterknechte und als gedungener Führer der junge und mit dem Zölibat hadernde Mönchsnovize Osmund (Eddie Redmayne). Gemeinsam machen sie sich auf den Weg und werden auf ihrer Reise Zeugen der schrecklichsten und menschenverachtendsten Auswüchse, die aus Glaube und Aberglaube entspringen können.
Nachdem Ulric und seine Begleiter von einer Räuberbande angegriffen und zum Teil schwer verletzt wurden, finden sie Zuflucht in einem Dorf, das sich schließlich als das gesuchte herausstellen soll. Die Tatsache, dass die Dorfbewohner die Fremden freundlich aufnehmen und auch ansonsten alles friedlich wirkt, lässt zunächst bei der Truppe des Ritters keinen Argwohn aufkeimen. Aber nach und nach entdecken sie, dass das Dorf unter der Führung der Heilerin Langiva (Carice van Houten) nicht nur auf gesunde Ernährung und Hygiene achtet, sondern auch einem heidnischen Kult nachgeht und der christlichen Lehre abgeschworen hat. Und Langiva selbst scheint eine überaus dunkle Seite zu haben, die sie eher wie eine Hexe als eine Heilerin wirken lässt. Auf der Suche nach der Wahrheit stößt Ulric auf immer größere Widersprüche und dunkle Geheimnisse, sodass er schließlich sogar beginnt, an seinem eigenen Glauben und dessen Festigkeit zu zweifeln...
In eine Schublade stecken lässt sich das mittelalterliche Horror-Abenteuer "Black Death" sicherlich nicht. Hier trifft eine interessante Mischung aus Historie, Fantasy, Horror und einer guten Portion Religionskritik aufeinander. Der Film lässt zwar viele Fragen offen, aber es scheint, als hätte Regisseur Christopher Smith genau das bei seinem neusten Film beabsichtigt. Wer jedoch weder damit, noch mit einem gewissen Mangel an Schlüssigkeit ein Problem hat, der dürfte an "Black Death" einigen Gefallen finden.
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