Die Finalisten (v.l.n.r.): Vanessa Calcagno, Davy Kaufmann, Yvo und Primadonna (Foto: ddp)Der pupsende "Mr. Methane", ein Schwede, der mit brennenden Hamstern (nein, keine echten!) jonglierte, eine erotische Wasser-Akrobatin oder süße singende Kinder: Die zehn Kandidaten im ersten "Supertalent"-Halbfinale geizten nicht mit Reizen und Show-Effekten und machten es den Zuschauern damit schwer, sich für ihren Favoriten zu entscheiden. Am Ende setzten sich bei der Telefonabstimmung aber nicht die besonders knalligen, sondern die sympathischen Gänsehaut-Kandidaten durch: Zwei Sänger und ein Hunde-Dompteur schafften den Einzug ins "Supertalent"-Finale - Davy Kaufmann, Vanessa Calcagno und Yvo Antoni mit seiner Hündin Primadonna.
Davy Kaufmann: Ins "Supertalent"-Finale geschafft. (Foto: AP)
Verdiente Finalisten
Für Davy Kaufmann rückt mit dem Finaleinzug der Traum von der großen Karriere immer näher. Zurzeit schlägt sich der 40-jährige Sohn von Schauspieler Günther Kaufmann noch als Fensterputzer durch, doch wenn er im "Supertalent"-Finale wieder so gefühlvoll singt wie diesmal "Unforgettable" von Nat King Cole, stehen ihm sicher alle Türen offen. Genau wie der 24-jährigen Vanessa, die mit ihrer Interpretation von "Somewhere" von Barbra Streisand bei ihren Zuhörern für Gänsehaut sorgte. Den Tier-Sympathie-Bonus hatte dagegen Yvo Antoni auf seiner Seite. Seine Hündin Primadonna zeigte ein tolles Kunststück nach dem anderen – eine unglaubliche Dressur-Leistung, die einfach Spaß machte.
Leider ging es beim ersten "Supertalent“-Halbfinale nicht immer so beeindruckend zu. Wer zum Beispiel gedacht hatte, ekliger als bei seinem Casting-Auftritt könnte es nicht mehr werden, dem bewies "Mr. Methane" das Gegenteil. Denn der Brite pupste nicht nur lautstark zu klassischer Musik, sondern entblößte als vermeintliches Highlight seiner Show plötzlich sein Hinterteil, klemmte sich ein Blasrohr mit einem Dartpfeil darin zwischen die Pobacken – und schoss dann mit dem Pfeil einen großen roten Luftballon kaputt, den sich Daniel Hartwich auf den Kopf gebunden hatte. "Fart the Dart" nannte "Mr. Methane" das Kunststück – widerliche Geschmacklosigkeit trifft es wohl eher. Denn spätestens bei diesem Anblick dürfte nicht nur dem Publikum im Saal schlecht geworden sein. Und als ob das nicht schon schlimm genug gewesen wäre, durfte zur Belustigung - oder zum Entsetzen - des Publikums während der Entscheidungsshow sogar der "Bauchrollen-Tänzer" noch einmal auf die Bühne und nur mit einem ultra-hässlichen Tanga und Stützstrümpfen bekleidet sein Schwabbel-Tänzchen aufführen. Manchen Menschen ist wirklich nichts zu peinlich.
Einen wesentlich attraktiveren Anblick bot dagegen die Wasser-Nixe Natalia Macauley. Die 26-Jährige räkelte sich zu den Klängen von "Bring Me To Life" von Evanescence in einer Wasserkugel und fesselte die Zuschauer von der ersten Sekunde an mit ihrer atemberaubenden Performance. "Du hast Akrobatik in unserer Show eine neue Dimension gegeben", schwärmte Sylvie van der Vaart. Dieter Bohlen drückte seine Begeisterung etwas anders aus: "Du bist die geilste Suppe mit Fleischeinlage auf diesem Planeten", witzelte er, und: "Ich stehe auf Frauen, die auch mal die Luft anhalten". Die Luft haben wohl auch die Anrufer angehalten – zumindest hat sexy Natalia etwas überraschend den direkten Einzug ins Finale verpasst.
Mit seiner Meinung über HipHop-Tänzer Joel Gläfke zog der Poptitan sogar den Ärger des Publikums auf sich. Denn während die Jury - mal abgesehen von "Mr. Methane" - nur Lobeshymnen über den Halbfinalisten ausschüttete, ging Bohlen bei Joel plötzlich auf Konfrontationskurs: Der 17-Jährige habe ihn nicht überzeugt, meckerte er, der Auftritt sei nicht spektakulär gewesen, der Knoten sei nicht geplatzt. Im Saal bekam Bohlen Buh-Rufe ab, doch bei der Telefonabstimmung hatte Joel Gläfke trotzdem keine Chance mehr.
In zwei weiteren Halbfinalshows stellen sich an den nächsten beiden Samstagen die verbliebenen zwanzig Halbfinalisten dem Urteil des Fernseh-Publikums. Pro Show können die Zuschauer wieder drei Kandidaten per Telefon-Voting direkt ins "Supertalent"-Finale wählen. Für die Ausgeschiedenen besteht dennoch eine Rest-Chance: Über den letzten Platz im großen "Supertalent"-Finale entscheidet die Jury direkt - sie wählt aus den 21 Verlierern ihren Favoriten aus. Am 19. Dezember kämpfen die zehn Finalisten dann um den Titel „Supertalent 2009“.