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"Der Baader Meinhof Komplex"-Premiere: Betretenes Schweigen nach Filmende

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Betretenes Schweigen nach Filmende

17.09.2008, 15:34 Uhr | dpa

Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu und Johanna Wokalek bei der Premiere des Films "Der Baader Meinhof Komplex". (Foto: dpa) Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu und Johanna Wokalek bei der Premiere des Films "Der Baader Meinhof Komplex". (Foto: dpa) Der heiß diskutierte Kinofilm "Der Baader Meinhof Komplex" über die Bluttaten der Roten Armee Fraktion (RAF) ist bei seiner Weltpremiere in München zunächst mit betretenem Schweigen aufgenommen worden. Erst mehrere Minuten nach dem bedrückenden Filmende mit der Ermordung des Arbeitgeber-Präsidenten Hanns Martin Schleyer brandete erster Beifall auf. "Es war ein tougher Film zu machen, aber ich glaube, wir haben es ganz gut hingekriegt", sagte Produzent Bernd Eichinger am Dienstagabend nach der Premiere.


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Fast die ganze Riege der prominenten Darsteller war gekommen, um bei der Uraufführung dabei zu sein. Neben Moritz Bleibtreu, Martina Gedeck, Johanna Wokalek und Stefan Aust waren auch Schauspieler wie Heino Ferch, Katharina Wackernagel oder Bruno Ganz unter den Ehrengästen. Im Anschluss hatte die Constantin Film Produktion zu einem Empfang ins Haus der Kunst geladen.

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Oscar-Hoffnungen

Moritz Bleibtreu als Andreas Baader (Foto: Constantin) Moritz Bleibtreu als Andreas Baader (Foto: Constantin)Für ihren Streifen über die Rote Armee Fraktion (RAF), der am 25. September ins Kino kommt, können sich Eichinger und Regisseur Uli Edel auch Hoffnungen auf einen Oscar machen. Wenige Stunden vor der Premiere war er als deutscher Kandidat ins Rennen um die begehrte Trophäe geschickt worden. "Die großartige schauspielerische Leistung und die außergewöhnliche filmische Umsetzung der Geschichte erlaubt einen Blick auf die Zeit der frühen 70er Jahre der Bundesrepublik Deutschland, ohne dabei die Täter zu glorifizieren", begründete die Jury ihre Entscheidung. Auch international hofft die Constantin Film nun auf Erfolg. Der Film sei bereits weltweit in die wichtigsten Regionen verkauft, hieß es.


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Überlebende und Angehörige der Opfer sahen den Film früher

Dass das RAF-Drama Überlebende des Terrors und ihre Familien in ihren Gefühlen verletzen könnte, glaubt Regisseur Edel nicht. "Den meisten Opfern und Angehörigen haben wir den Film schon gezeigt, weil wir ihre Meinung vorher hören wollten", sagte er. "Ich war ganz überrascht, wie positiv ihre Reaktionen darauf ausfielen." Auch Aust, auf dessen Buch der Film basiert, sieht die Interessen der Leidtragenden gewahrt. "Ich glaube, dass wir gerade den Opfern in diesem Film gerecht werden, indem wir zeigen, was Terrorismus ist, wie er aussieht." Das werde sehr drastisch gezeigt, "und ich glaube das ist auch nötig", sagte der frühere "Spiegel"-Chef.


Kaltblütigkeit wirkt verstörend

Der packende Streifen erzählt, wie sich die RAF rund um Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) findet und in die Radikalität abgleitet. Die Zeitspanne reicht vom Tod des Studenten Benno Ohnesorg im Juni 1967 bis zur Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut und der Ermordung Schleyers im Oktober 1977. Mit schnellen Schnitten, vielen eingeblendeten Originalaufnahmen aus Film und Fernsehen und drastischen Mordszenen zieht der Streifen in seinen Bann. Verstörend wirkt die Kaltblütigkeit, mit der die Protagonisten ihrem Hass freie Bahn lassen und Opfer mit Schüssen regelrecht durchsieben.


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Erinnerungsarbeit für den Regisseur

Für Edel waren die Dreharbeiten ein Stück Erinnerungsarbeit. "Es war ja doch eine Zeit, die man emotional stark miterlebt hat", beschrieb er. Anfangs habe ihm die RAF noch Respekt abgerungen. "Das ging bis 1972, bis die ersten Bomben explodierten, bis die ersten Toten und Schwerverletzten rumlagen. Dann kam die große Ernüchterung und wir fragten uns: sind das noch dieselben Leute?" Martina Gedeck empfand bei den Dreharbeiten vor allem das Waffentraining als schwierig. "Ich mag Waffen nicht, ich mag Waffen auch nicht anfassen", sagte die Meinhof-Darstellerin. Es sei erstaunlich, dass die Terroristen damals so selbstverständlich damit umgegangen seien.



dpa  

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