18.05.2011, 12:05 Uhr
Henry (Riley Thomas Stewart) ist froh, dass sein depressiver Vater Walter (Mel Gibson) durch eine Biber-Handpuppe seinen Lebensmut zurück gewonnen hat. (Foto: Concorde)
Eigentlich könnte es im Leben von Walter Black (Mel Gibson) momentan nicht besser laufen, schließlich ist er nicht nur der Leiter einer Spielzeugfirma, sondern hat zudem eine liebende Ehefrau und zwei tolle Söhne. Doch Walter leidet seit geraumer Zeit unter Depressionen, zieht sich dadurch immer mehr aus seinem geregelten Leben zurück und kann bald schon weder seinen Job, noch seine Rolle als Ehemann und Vater wahrnehmen. Als sich sein Zustand trotz intensiver Therapie einfach nicht bessert, trifft seine Frau Meredith (Jodie Foster) eine folgenschwere Entscheidung: sie trennt sich kurzerhand von ihm. Während der 17-jährige Porter (Anton Yelchin) die Entscheidung seiner Mutter unterstützt, weil er durch sie endlich seinen kranken Vater nicht mehr sehen muss, leidet sein jüngerer Bruder Henry (Riley Thomas Stewart) umso mehr. Er wird zunehmend verschlossener, wodurch er auch in der Schule allmählich zum Außenseiter wird. Aber vor allem ändert sich durch die Trennung das Leben von Walter natürlich schlagartig, denn ohne Haus und ohne Familie steht der plötzlich ganz allein da - bis er eines Tages im Müllcontainer eine Biberhandpuppe findet.
Mit Hilfe von "Mr. Biber" schafft es Walter langsam, ins Leben zurückzukehren, denn nur durch das Spiel der Figur gelingt es ihm, seine Gefühle, Ängste und Gedanken in Worte zu fassen. So wird der Biber schnell zu Walters Sprachrohr und damit zu seinem ständigen Begleiter. Obwohl die Menschen in seiner Umgebung der neuen Situation zunächst äußerst skeptisch gegenübertreten, sehen seine Freunde und Arbeitskollegen schon bald die Vorzüge des Plüschtiers. Schließlich verändert sich Walters Verhalten durch den Biber zunehmend, er wird wieder offener und fröhlicher, sogar seiner Firma verschafft er dank neuer Ideen den langersehnten Aufschwung. Während er sein Leben deshalb allmählich wieder in den Griff bekommt, sodass Meredith ihn wieder zu Hause einziehen lässt, bemerkt dabei niemand, wie abhängig er eigentlich längst von der Handpuppe ist. Damit wird eine baldige Trennung immer schwerer...
Nach mehr als 15 Jahren wagte sich Jodie Foster ("Das Wunderkind Tate") wieder einmal hinter die Kamera und schuf mit "Der Biber" das beeindruckende Porträt einer Familie, die mit Problemen zu kämpfen hat, die vielen Menschen nicht fremd sein werden. Die zweifache Oscar-Gewinnerin ist aber nicht nur als Regisseurin des Films tätig geworden, sondern übernahm gleichzeitig auch mit Meredith Black die weibliche Hauptrolle. An ihrer Seite ist kein Geringerer als Golden Globe-Preisträger Mel Gibson ("Auftrag Rache") zu sehen, dem es gelingt, seine Rolle des depressiven Ehemanns authentisch darzustellen. Komplettiert wird die Familie von den Jungschauspielern Anton Yelchin ("Star Trek") und Riley Thomas Stewart, deren schauspielerische Leistungen den Darbietungen ihrer erfahrenen Kollegen in nichts nachstehen. Ein sehenswerter Film über die Volkskrankheit Depression und den schwierigen Umgang mit ihr.
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