15.09.2010, 13:09 Uhr
Der kleine Nick (Maxime Godart) sitzt mit seiner Mutter (Valérie Lemercier) und seinem Vater (Kad Merad) beim Essen. (Foto: Senator/Central)
Ende der 50er Jahre: Der kleine Nick (Maxime Godart) ist sehr zufrieden mit seinem Leben, von ihm aus kann alles so bleiben wie es ist. Er hat tolle Mitschüler und eine Lehrerin (Sandrine Kiberlain), die das absolute Gegenteil von einer angsteinflößenden Tafel-Hexe ist. Seine liebevollen Eltern würde er auch nicht eintauschen wollen: Nicks Mama (Valérie Lemercier) kümmert sich um den Haushalt, während sich sein Papa (Kad Merad) überaus ehrgeizig an die Fersen seines Chefs klemmt. Manchmal ist seine Mama wütend auf seinen Vater, doch die kleinen Streitereien nimmt Nick kaum wahr. An einem ganz gewöhnlichen Schultag geschieht jedoch plötzlich etwas Sonderbares: Herr Hühnerbrüh, der eigentlich Herr Hühnerfeld heißt, klopft an die Klassentür und kommt gemeinsam mit dem kleinen Joachim hereinspaziert. Der Vertretungslehrer flüstert der Lehrerin etwas zu, dann strahlt sie über das ganze Gesicht. Joachim hat ein kleines Brüderchen bekommen, doch irgendwie scheint der Junge sich nicht sonderlich darüber zu freuen...
In der Pause scharen sich die Kinder um Joachim. Alle hängen an seinen Lippen, während er von den merkwürdigen Veränderungen seiner Eltern berichtet. Schon früh bemerkte er, dass irgendetwas nicht in Ordnung sein kann. Joachims Vater war ganz besonders lieb zu seiner Mutter und dann war er auch bald da: der kleine, schrumpelige Bruder, der nun die ganze Aufmerksamkeit der Eltern einheimst. Nick ist geschockt, denn auch er muss feststellen, dass sich seine Eltern auf einmal auffällig gut verstehen. Ist da etwa auch ein Brüderchen im Anmarsch? Am kommenden Schultag erzählt die Lehrerin die Geschichte vom kleinen Däumling, dessen Eltern ihn einfach im Wald aussetzten. Der kleine Däumling war einer zu viel, sie hatten bereits genügend Kinder. Diese Horrorgeschichte geht dem kleinen Nick nicht mehr aus dem Sinn. Als die Familie am Esstisch sitzt, scheinen sich Nicks Befürchtungen schließlich zu bewahrheiten. Sein Vater erzählt freudestrahlend, dass sie am Wochenende einen Familienausflug in den Wald machen werden. Nick bleibt beinahe das Essen im Hals stecken. In den kommenden Tagen will er versuchen ganz besonders brav zu sein, damit ihm nicht das gleiche Schicksal widerfährt wie dem kleinen Däumling...
Für Laurent Tirard ("Molière") sind die Geschichten des kleinen Nick ein Stück seiner eigenen Kindheit. Der französische Regisseur hatte bereits vor Drehbeginn eine klare Vorstellung vom Film. Die großartigen Bücher von René Goscinny ("Astérix & Obelix") und Jean-Jaques Sempé erzeugen eine ganz bestimmte Stimmung, die Tirard unbedingt einfangen wollte. Sie zeichnen eine vergangene Zeit, in der der Krieg zu Ende ist und das Wirtschaftswunder greift. Humor wird besonders groß geschrieben. Gerade Goscinny liebte es, die Menschen in seinem Umfeld zum Lachen zu bringen. Die Bücher, nun auch der Film, sollen Kindern und Erwachsenen Spaß machen. Tirard drehte fast ausschließlich im Studio, was dem Film zu seiner besonders gelungenen Fantasiewelt verhalf. Maxime Godart spielt den kleinen Nick, Valérie Lemercier ("Agathe Cléry") und Kad Merad ("Willkommen bei den Sch'tis") sind seine Filmeltern und Sandrine Kiberlain ("Bitte nach Ihnen") ist als gutmütige Lehrerin zu sehen. "Der kleine Nick" ist ein absolutes Kino-Highlight.
Chris schrieb:
am 25. August 2010 um 14:45:06
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Schön gemacht!
Habe den Film bereits vor einem halben Jahr im Air France Flieger gesehen. Wer die Bücherreihe "Der Kleine Nick" schon
kennt, hat noch mehr Spass daran.
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