01.11.2011, 14:06 Uhr | jho
"Der klügste Deutsche 2011": Michael Buscher, Sebastian Runde und Moderator Kai Pflaume. (Quelle: NDR/Max Kohr)
Er quälte sich durch diverse Allgemeinwissenstests, löste Aufgaben rund um Reaktionsschnelligkeit, Cleverness, technisches Verständnis, Gedächtnis und viele weitere Aspekte von Klugheit, wurde von der Jury in den Himmel gelobt - um dann im Finale ausgerechnet in einer Zuschauerabstimmung gegen seinen ebenso klugen wie sympathischen Konkurrenten zu verlieren: Kein Wunder, dass der 44-jährige Michael Buscher über seinen zweiten Platz im ARD-Wissensquiz "Der klügste Deutsche 2011" nicht besonders glücklich ist und sich jetzt verschaukelt fühlt.
"Wenn dieses Abstimmungsverfahren vorher bekannt gewesen wäre, hätte ich mich niemals beworben", sagte Buscher gegenüber dem Kölner "Express". Acht Kandidaten waren in der Finalshow am Samstagabend bei verschiedenen Aufgaben gegeneinander angetreten, bis am Ende nur noch Buscher und der 26-jährige Sebastian Runde übrig blieben. Doch die Siegprämie von 100.000 Euro sollten die beiden nicht in einem weiteren Wissens-Duell untereinander ausmachen. Im Gegenteil, jetzt war plötzlich das Publikum gefragt, das in einer Telefonabstimmung seinen "klügsten Deutschen" küren sollte. Eine Vorgehensweise der ARD, die weder bei Buscher noch bei einigen Zuschauern gut ankam.
Schon im letzten Durchgang vor dem Finaleinzug, als Buscher gegen Runde und die 30-jährige Julia Peukert im Wissenstest antreten musste, habe er Zweifel gehabt: "Als zum Schluss die beiden jungen Menschen und ich übrig blieben, hatte ich ernsthaft überlegt, ob ich die Fragen falsch beantworte", sagte er gegenüber dem "Express" - er habe im Finale nicht nur auf den Aspekt "Sympathie" reduziert werden, sondern auch hier mit Wissen überzeugen wollen. In Internet-Foren und auf der Facebook-Seite der ARD schließen sich Zuschauer dieser Meinung an und fragen, ob es nicht Privatfernseh-Niveau habe, die Entscheidung über eine kostenpflichtige Telefonabstimmung herbeizuführen.
Zumal auch noch Jury-Mitglied Eckart von Hirschhausen in der Kritik steht: Dieser hatte direkt vor Votingbeginn auf den Altersunterschied der Finalisten hingewiesen und darauf, dass Runde sein Wissen demnach in einer wesentlich kürzeren Zeit angehäuft habe als Buscher. Ob sich die Zuschauer davon beeinflussen ließen, bleibt dahingestellt. Das Votingergebnis fiel jedenfalls eindeutig aus: Mit 86,3 Prozent setzte sich der 26-jährige Sebastian Runde durch. Ihre Show sollte Champions-League-Niveau haben, hatte die ARD angekündigt. Da stellt sich für den Unterlegenen im Finale nur noch eine Frage: "Entscheiden bei einem Champions-League-Spiel die Zuschauer, wie es ausgeht?"
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Quelle: t-online.de
Melvin Smith schrieb:
am 5. November 2011 um 10:30:06
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Warum die Aufregung?
Ich verstehe die ganze Aufregung nicht wirklich.
1. Herr Hirschhausen sitzt in einer Jury, die dazu da ist, dass sie die
Leistung der Kandidaten beurteilt. Er fand es bemerkenswert, dass Herr Runde bereits in jungen Jahren so viel weiß. Wenn die anderen der Jury nur Herr Buschers Outfit klasse fanden, dann waren vielleicht die nicht so gut.
2. Bei den Sympathiebekundungen für Buscher hier wundert mich, dass er so klar verloren hat. Hätten doch alle einfach für ihn angerufen, die ihn hochjubeln.
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J. Göthel schrieb:
am 2. November 2011 um 19:09:45
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Buscher vs. Runde
Herr Buscher wollte sich evtl. ein Ferienhaus kaufen; Hr. Runde das Geld für seinen zukünftigen Beruf in der
Entwicklungshilfe verwenden. Flügen etc. finanzieren. Dies kommt halt`besser an beim Publikum. Frdl. Grüße.
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Birgit schrieb:
am 2. November 2011 um 15:15:54
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Klugheit mehr als Wissen
Lt. Duden bedeutet Klugheit: kluges Verhalten, Umsicht, Vernunft.... und ein bekanntes Sprichwort: "Der
Klügere gibt nach".
Von daher finde ich es sehr unpassend und "unklug" wenn Hr. Buscher im Nachhinein behauptet, die Regeln nicht vorher gekannt zu haben (hä? Selbst der Fernsehzuschauer wurde schon in der ersten Folge informiert). M. E. hat der klügere gewonnen und das war nicht Herr Buscher.
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