01.02.2012, 11:09 Uhr
Gemeinsam mit dem jungen und mit Zahlen jonglierenden Wirtschaftswissenschaftler Peter Brand (Jonah Hill) stellt Manager Billy Beane (Brad Pitt) die Art und Weise, wie Baseball gespielt wird, auf den Kopf. (Foto: Sony Pictures)
Billy Beanes (Brad Pitt) Leben ist Baseball. Seit er selber aus der Liga der Aktiven ausscheiden musste, zieht er als General Manager des Major-League-Teams Oakland Athletics für sein Team die Fäden und versucht, seine Truppe auf Siegeskurs zu bringen. Nicht ganz leicht für den finanzschwachen Verein, der sich nach jeder halbwegs erfolgreichen Spielphase vor dem gleichen Dilemma sieht: Sämtliche Spitzenspieler werden fast unverzüglich abgeworben und stehen nunmehr als neue Gegner ihrer erfolglosen Stammmannschaft gegenüber. Doch Beane sinnt auf einen Ausweg aus dem ewigen Verlustspiel für ihn und sein Team.
Da er weiß, dass kaum ein anderes Spiel so genüsslich mit Statistiken ausgewertet wird wie sein heißgeliebtes Baseballl, heuert Beane den schüchternen Harvard-Absolventen und Wirtschaftsforscher Peter Brand (Jonah Hill) an, der ein völlig neuartiges System zur Bewertung von Baseballspielern entwickelt hat. Nur nach reinen Statistikergebnissen gelistet, formen die zwei neu ernannten Manager der Oakland Athletics eine komplett neue Mannschaft, die aus B-Spielern und ausgemusterten Talenten zu bestehen scheint, deren Statistikergebnisse nach der neuen Erfolgsformel aber ein optimales Gewinnergebnis abzuzeichnen versprechen. Schon in der nächsten Saison zeigt die Außenseitermannschaft ihre Spielstärke und lehrt ihre Gegner in einer der längsten ungebrochenen Reihe von Siegen das Fürchten.
Sich mit den Themen Baseball und Statistik auf den deutschen Kinomarkt zu wagen, scheint erst einmal ein reines Hasardeurspiel. Doch Bennett Millers Sportlerdrama "Die Kunst zu gewinnen - Moneyball", das auf Tatsachen beruht, wird sicherlich den Weg des Erfolgs zu gehen wissen. Dafür sorgt nicht nur Drehbuchautor Aaron Sorkin, der aus Michael Lewis' Sachbuchbestseller aus der Wirtschaftsbranche ein packendes Szenario mit pointierten Dialogen zu entwickeln wusste - ein Talent, das schon bei der Verfilmung der Facebook Erfolgsstory in "The Social Network" zum Tragen kam. Auch der mehr als nur ansehnliche Brad Pitt sorgt für Glanzlichter, während sein findiger Kompagnon Jonah Hill ("Männertrip") ihm als eigenbrötlerischer Zahlen-Fuzzi durchaus manchmal die Schau stiehlt. Wie bei den meisten Spielen entscheidet sich das Geschehen hier nicht auf dem Spielfeld, und der Blick hinter die Kulissen ist mehr als nur lohnend.
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