05.02.2010, 11:14 Uhr | LS
Hildegard Knef in "Die Sünderin" (Foto: Cinetext)
Prostitution, Sterbehilfe, Selbstmord - als der Film "Die Sünderin" vor 60 Jahren, am 18. Januar 1951, in die deutschen Kinos kam, war der Skandal programmiert. Es gab Demonstrationen, Stinkbomben wurden in Kinos geworfen und der katholische Filmdienst rief zum Boykott auf. Die kurze Nacktszene von Hauptdarstellerin Hildegard Knef war, anders als oft behauptet, aber nicht der Grund für den Protest. Sie wurde erst viel später ins Spiel gebracht.
Vielmehr bemängelten die Sittenwächter, dass der Film die Prostituierung als Ausweg aus einer Notlage ebenso als Selbstverständlichkeit darstellt, wie Selbstmord und die Tötung auf Verlangen. Das könne zur Nachahmung anreizen. Aus diesen Gründen hatte der Streifen schon im Vorfeld für kontroverse Diskussionen gesorgt. Drei Tage vor der Veröffentlichung hatte die FSK dem Film die Freigabe verweigert. Doch nach Protesten von Regisseur Willi Forst und Produzent Rolf Meyer kippte die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft das FSK-Urteil und gab das Werk frei. Die Kirche zog darauf ihre FSK-Vertreter ab und verweigerte jede weitere Zusammenarbeit mit der Behörde.
Im Kampf gegen diesen Film wurden die Kirchenvertreter dafür tonangebend. So verurteilte der Erzbischof von Köln, Kardinal Joseph Frings, den Film in einem Hirtenbrief. Flugblätter mit Aufschriften wie "Die Sünderin - Ein Faustschlag ins Gesicht jeder anständigen deutschen Frau! Hurerei und Selbstmord! Sollen das die Ideale eines Volkes sein?" wurden verteilt. Es bildeten sich Aktionskomitees gegen den Film und es gab zahlreiche Demonstrationen mit zum Teil über 1000 Teilnehmern. In Regensburg kam es gar zu einer dreitägigen Auseinandersetzung zwischen Filmgegnern, Filmbefürwortern und der Polizei. Es flogen Stinkbomben, die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Genützt hat es nichts - im Gegenteil: Der von Kritikern als "künstlerisch belanglos" bewertete Streifen entwickelte sich dank der vehementen Verfolgung zum Publikumserfolg, verschwand aber bereits im Sommer 1951 wieder aus den Kinos.
In "Die Sünderin" geht es um Marina (Knef), die als Prostituierte arbeitet, um ihrem schwerkranken Freund eine Operation zu bezahlen. Als die OP keine Heilung bringt, leistet sie Sterbehilfe und begeht anschließend Selbstmord. Drei Jahre nach dem Skandal um den Film entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass auch die Freiheit des Films durch das Grundgesetz geschützt sei.
LS
P.Kiermes schrieb:
am 18. Januar 2011 um 18:25:33
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Die Sünderin
Was früher einmal ein Tabu-Thema war ist heut Selbstverständlichkeit geworden. So versinkt von Jahr zu Jahr die Moral.
Familien Kaputt-Ehen geschieden-Schule am Boden-Kirche beschimpft und Beleidigt u.s.w. Was soll aus so einem Staat noch werden. Es ist einfach der Anfang vom Ende.
Trotz Schulausbildung haben die Menschheit nichts gelernt. Der Sinn des Lebens und die Moral sind vom Kapitalismus zerstört worden. Das Geld nützt
nichts wenn der Tod dich holt. Dann hast du soviel wie der Penner
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