31.12.2010, 10:17 Uhr | dpa/tke
"Dinner for one" mit Freddie Frinton und May Warden. (Foto: NDR)
"Dinner for one" ist Kult, Silvester-Kult. Der 18-Minuten-Sketch der britischen Komiker Freddie Frinton und May Warden, begeistert seit fast 40 Jahren am letzten Tag des Jahres Millionen Fernsehzuschauer in Deutschland. Er ist das TV-Silvester-Ereignis Nummer eins. Aber nicht nur in Deutschland, auch in der Schweiz oder in Österreich gehört der Sketch fest zum Jahresabschluss. Dabei hat der britische Klassiker mit Silvester genauso viel zu tun wie Brot mit Böllern. Es geht schlicht um einen Geburtstag. In diesem Fall um den 90. Ehrentag der etwas altersverwirrten Miss Sophie. Da alle Freunde der alten Dame bereits gestorben sind, sitzt sie allein an der langen Tafel. Butler James bedient nicht nur, sondern mimt auch die vier geladenen Gäste - inklusive des Genusses von reichlich Alkohol... Doch warum ist "Dinner for one oder Der 90. Geburtstag" - so der Lang-Titel - dann Silvester-Kult?
So richtig erklären kann das auch der verantwortliche Norddeutsche Rundfunk (NDR) nicht. Fakt ist: Das Komikerpaar Frinton und Warden tourte seit 1948 mit dem Sketch durch Großbritannien, im deutschen Fernsehen traten beide erstmals 1961 auf - in der Sendung "Lassen Sie sich unterhalten" mit Evelyn Künneke. Doch da es davon keine Aufzeichnung gibt, wurde dieser Auftritt schnell vergessen.
So gilt Peter Frankenfeld als deutscher Entdecker von "Dinner for one": 1962 hatte er zusammen mit Regisseur Heinz Dunkhase den Sketch im englischen Seebad Blackpool gesehen und für seine Sendung "Guten Abend, Peter Frankenfeld" verpflichtet, wie es vom NDR heißt. Dort lief der Sketch am 8. März 1963, was gemeinhin als Geburtsstunde des "Dinner for one" im deutschen Fernsehen gilt.
Der Erfolg beim Publikum war überwältigend. Also produzierte der NDR kurze Zeit später eine Fernsehfassung des Sketches in Hamburg - die heutige Version. Sie wurde hin und wieder als Pausenfüller im noch nicht allzu prallen ARD- und NDR-Programm gezeigt. Der damalige NDR-Unterhaltungschef Henri Regnier soll dann 1972 auf die Idee gekommen sein, den Sketch zu Silvester zu senden - der Kult war geboren. Die höchste Zuschauerzahl soll es 2003 gegeben haben: 13 Millionen Menschen schauten damals insgesamt bei den verschiedenen Ausstrahlungen zu, wie es vom NDR heißt.
Mittlerweile lief der Sketch mehr als 240 Mal im deutschen Fernsehen, keine andere Sendung kommt auf so viele Wiederholungen - allein am Freitag gibt es zehn Ausstrahlungen über alle Dritten Programme der ARD verteilt, darunter einige nachkoloriert, also in Farbe.
Außerdem haben etliche Sender regionale Fassungen nachgedreht: Es gibt eine Schweizer Version (beim WDR zu sehen), einen plattdeutschen Sketch (NDR) sowie eine hessische und in diesem Jahr erstmals auch eine nordhessische Dialekt-Version (beide HR), außerdem noch Parodien aus dem Ruhrpott ("Dinner vor Wan(ne)", WDR) und Mainz ("Spass aus Mainz "Dinner for one"", SWR) sowie einige Dokumentationen. Fans in mehr als 20 Ländern, in die der NDR "Dinner for one" verkaufen konnte, kochen jährlich das Menü nach.
2011 kommt der Sketch auch als Kammeroper auf die Bühne: Die Sächsische Staatsoper will das Stück am 5. März uraufführen - Komponist Martin Hecker orientiert sich dabei aber nicht nur am Original, sondern will in einer Ouvertüre auch die Geburtstagsgäste von Miss Sophie zu Lebzeiten vorstellen.
Die beiden Hauptfiguren haben von all dem nichts mehr mitbekommen: Freddie Frinton, der nach den Schrecknissen des Zweiten Weltkriegs selbst nicht viel von den Deutschen hielt, starb bereits 1968, seine Sketchpartnerin zehn Jahre später. Und in ihrem Heimatland Großbritannien ist der legendäre Satz des Butlers James, "The same procedure as last year, Miss Sophie?" (Dieselbe Prozedur wie letztes Jahr, Miss Sophie?), ohnehin weitgehend unbekannt.
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Quelle: dpa , t-online.de
Steffen schrieb:
am 3. Januar 2011 um 21:12:05
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Dinner for one
Selbst hier in Russland wird der Streifen an Silvester gezeigt, ich schaue mir ihn aber jedes Jahr punkt 7.00pm im Internet an
(Habe kein deutsches TV)
Gruss aus Moskau Steffen
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marlies schrieb:
am 2. Januar 2011 um 11:57:46
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Dinner for one
Ein Sylvester ohne - Dinner for one - ist kein richtiger Jahreswechsel.
Wie an den Vorschreibern zu erkennen ist, gibt es
leider auch arme Menschen in unserem Land, die zum Lachen in den Keller gehen müssen. Ein Mensch ohne Humor ist ein verbittertes, unleidiges Wesen, das seinen Mitmenschen nur Neid und Mißgunst entgegenbringen kann. So Jemand will keiner um sich haben. In großer Trauer diesen Zeitgenossen gegenüber, und ein neues Jahr in Mitgefühl und Anteilnahme wünsche ich ein humorvolles
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Helmut Hotzy schrieb:
am 2. Januar 2011 um 10:44:43
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Dinner for one
Ich bin erstaunt wie so ein langweiler sich jahrzehnte halten kann?
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