13.12.2011, 15:39 Uhr
Um den Tante-Emma-Laden vor der Schließung zu retten, gründen Maria (Bettina Mittendorfer), Lena (Rosalie Thomass) und Waltraud (Gisela Schneeberger) eine Sexhotline in der bayrischen Provinz. (Foto: Universum)
Der lange Schatten der weltweiten Wirtschaftskrise fällt längst nicht mehr nur über Länder und Städte, die weit entfernt sind. Er hat ebenfalls ein kleines, katholisches Dorf mitten im Bayrischen Wald erreicht. Hier, in Marienzell, scheinen nach der Schließung der örtlichen Glashütte die Tage gezählt, denn es gibt weder Jobs noch eine Perspektive. Auch der Lebensmittelladen von Waltraud (Gisela Schneeberger) und Maria (Bettina Mittendorfer) und ihrer Verkäuferin Lena (Rosalie Thomass) hat schon bessere Zeiten erlebt. Tag für Tag stehen sich die Frauen im Geschäft die Beine in den Bauch, nur um zuzusehen, wie die Dorfbewohner lieber zum Discounter in der nächsten Stadt fahren. Kunden hatten sie schon lange nicht mehr, Einnahmen erst recht nicht, und jetzt läuft in vier Wochen noch dazu der Kredit bei der Bank aus. Viel Hoffnung bleibt da nicht, bis Maria einen unanständigen Anruf erhält...
Der Anrufer hat sich offensichtlich verwählt, doch der unangenehme Moment bringt Maria auf eine ungewöhnliche, vor allem aber Erfolg versprechende, Geschäftsidee. Schließlich hat der erzkatholische Ort eine Sache definitiv noch nicht: einen erotischen Telefonservice. Von dieser Marktlücke sind ihre Freundinnen anfangs gar nicht überzeugt, doch als die Pleite näher rückt, sieht die Sache plötzlich anders aus. Gemeinsam beginnen Waltraud, Maria und Lena, die Werbetrommel für ihre "ganz heiße Nummer" zu rühren, und hängen sich schließlich als Maja, Sarah und Lolita an den Hörer. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten lässt der Erfolg der Damen nicht lange auf sich warten. Mit "Liebesgrüßen aus der Heimat" scheinen sich ihre Geldsorgen tatsächlich in Luft aufzulösen. Doch das bleibt nicht unbemerkt...
Bereits mehrfach hat Bestsellerautorin Andrea Sixt ("Noch einmal lieben") ihr besonderes Gespür für warmherzige Geschichten unter Beweis gestellt, die sie regelmäßig mit viel Humor würzt. Mit ihrem Drehbuch zu "Eine ganz heiße Nummer" brauchte die Regensburgerin deshalb nicht lange, um Regisseur Markus Goller ("Friendship!") zu überzeugen. Für die drei erfindungsreichen Damen konnten mit Gisela Schneeberger ("Pilgerfahrt nach Padua"), Rosalie Thomass ("Anonyma - Eine Frau in Berlin") und Bettina Mittendorfer ("Sommer in Orange") starke Frauen gewonnen werden. Entstanden ist ein wunderbarer, ungewöhnlicher und pikanter Heimatfilm, der mit jeder Menge Witz, aber genauso mit jeder Menge Herz überzeugt - "bayrisch, rustikal, direkt".
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