10.11.2011, 17:54 Uhr | LS
Rückkehr an den Ort des Schreckens, das Frauengefängnis Hoheneck. Anja Kling in "Es ist nicht vorbei". (Quelle: SWR / Gordon Muehle)
Nein, es ist nicht vorbei. Die Schatten der Vergangenheit reichen bis in unsere Gegenwart. Besonders, wenn es sich um die Schatten der DDR-Staatssicherheit handelt. Das machte das ARD-Drama "Es ist nicht vorbei" mit Anja Kling und Ulrich Noethen in den Hauptrollen am Mittwochabend auf beklemmende Weise klar.
Zwanzig Jahre nach ihrer Haft im berüchtigten Frauengefängnis Hoheneck wegen versuchter Republikflucht begegnet Carola Weber (Anja Kling) einem ihrer damaligen Peiniger. Es ist die Stimme, an der sie Wolfgang Limberg (Ulrich Noethen) erkennt, als dieser ihr von ihrem Mann als neuer Kollege und Chefarzt für Neurologie am Krankenhaus vorgestellt wird. Sofort werden in Carola Weber die schlimmsten Erinnerungen an ihre Haftzeit wach, während der sie von Limberg mit Psychopharmaka vollgestopft wurde und infolge dessen sie bei der Arbeit an einer Maschine zwei Finger verlor sowie unfruchtbar wurde. Von nun an gibt es für sie nur noch einen Gedanken: Den angesehenen Mediziner als Stasi-Arzt zu enttarnen.
Was dann kommt, ist eine spannende und fesselnden Geschichte um Aufklärung und Vertuschung. Denn die fiktive Handlung mit realem Hintergrund bringt auch ein weitgehend unbekanntes Kapitel der deutschen Geschichte nach der Wiedervereinigung an die Öffentlichkeit. Viele der ehemaligen Bediensteten in den Stasi-Gefängnissen führen heute ein unbeschwertes Leben, haben unter anderem als Anwalt oder Arzt Karriere gemacht. Vielen früheren Insassen geht es weniger gut. Sie sind noch immer traumatisiert von der Haft. Und jene, die ihre Peiniger anzeigten, wurden von denen zum Teil selbst verklagt.
So steht auch die Protagonistin in "Es ist nicht vorbei" auf verlorenem Posten. Je mehr Carola Weber unternimmt, um Dr. Limberg seine Taten nachzuweisen, umso skrupelloser reagiert dieser, um sich und seine Karriere zu retten. Dabei funktionieren die Methoden und Seilschaften der Stasi noch immer. Selbst Carola Webers Mann, Personalchef an der Klinik, an der Dr. Limberg arbeitet, verliert das Vertrauen in seine Frau, weil diese ihm bisher ihre Gefängnisvergangenheit verschwiegen hatte und er sie nun für paranoid hält. Doch sie gibt nicht auf, wagt sich selbst an den Ort zurück, an dem sie die schlimmste Zeit ihres Lebens verbrachte: das Frauengefängnis Hoheneck. Dort und mithilfe der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen kommt sie Limberg, obwohl der seinen Lebenslauf frisiert hat, auf die Schliche. Und bezahlt fast mit dem Leben dafür...
Trotz des vielleicht etwas zu dramatischen Endes überzeugt die ARD-Produktion mit einem atmosphärisch dichten Plot und herausragenden Akteuren. Anja Kling und Ulrich Noethen liefern sich als Opfer und Täter ein packendes und authentisches Psychoduell. Eindringlich findet die Verfilmung von Regisseurin Franziska Meletzky genau die richtigen Töne, um der Schwere des Themas gerecht zu werden. Und wirft dabei die Frage auf: Ist es in unserer Gesellschaft rechtens, dass die Täter so schwerer Verbrechen, wie sie in Hoheneck und anderen DDR-Gefängnissen stattgefunden haben, weiter in Freiheit ihr Leben genießen, während ihre Opfer bis heute unter den Qualen leiden?
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Quelle: t-online.de
Bettina schrieb:
am 10. November 2011 um 20:48:44
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Stasi
Ich kann mich an Grausamkeiten nicht erinnern. Mir ging es gut. Ich war weder in bei der Stasi, da zu jung und in einer Partei war auch
keiner von uns. Trotzdem hat meine Schwester studiert. Wird nicht alles viel zu sehr hochgepuscht? Die in den Westen abhauen wollten, wußten, welches Risiko sie eingehen werden. Gut, es war damals vielleicht nicht alles schön aber ist es das denn heute? Ich kann nur sagen: NEIN!
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9840frank schrieb:
am 10. November 2011 um 20:05:55
(23)
(48)
Stasi
gute Verfilmung - an manchen Stellen "untertrieben" - habe selbst 23 Monate als politischer Häftling (1962/1963) in Torgau
gesessen, was mit Menschen gemacht wurde, daß kann nur einer erzählen, der es selbst durchgemacht hat.Leider gibt es noch genug SED-Leute,die mit der Wende Ihr Parteibuch abgegeben haben, schnell in die SPD eingetreten sind und heute Bürgermeister von Gemeinden sind, Ihnen lästige Personen entlassen etc..
Das nennt sich heute "Demokratie" !
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Cossie schrieb:
am 10. November 2011 um 15:07:57
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Svenja schrieb:
Dazu müßte man erst mal den Begriff"Freiheit"definieren.Was ist Freiheit.Nach gesetzl.Vorgaben Tun und Lassen was
man will.Die simple Freiheitsdefinierung ist doch in dieser Gesellschaft verloren gegangen.Einige weiten ihre Freiheit aus und schränken somit die Freiheit der Anderen ein.Z.B.Industriekonzerne nehmen sich die Freiheit den Preis nach oben zu treiben.Arbeitgeber drücken die Löhne,Banker zocken mit dem Geld Anderer u.s.w.Der Norm.Bürger hat die Freiheit zu meckern,natürl
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