02.11.2011, 14:25 Uhr
Juliane (Nina Hoss) und August (Mark Waschke) genießen den Sommer in Finnland. Doch was, wenn der Sommer nur ein Traum ist? (Foto: Prokino)
Juliane (Nina Hoss) ist überglücklich: Endlich hat sie den Mann ihrer Träume gefunden. Mit August (Mark Waschke) möchte sie alt werden. Doch nun sind sie vorerst in Finnland in ihrem ersten gemeinsamen Urlaub unterwegs. Juliane möchte den Mann an ihrer Seite, für den sie in Berlin ihren langjährigen Partner Philipp (Lars Eidinger) verlassen hat, ihrem dort lebenden Vater vorstellen. Abends noch kuschelt sich die junge Frau überglücklich an ihren Gefährten. Doch als sie aufwacht, ist es nicht mehr Sommer. August ist fort, und sie befindet sich im winterlich verschneiten Berlin, ganz so, als wären die letzten Monate nie gewesen.
Für Juliane ist alles wie ein einziger schrecklicher Alptraum. Von Jetzt auf Gleich befindet sie sich genau in dem Leben, das sie vermeintlich hinter sich gelassen hat. Sie ist wieder mit Philipp zusammen und, noch schlimmer: sie hat August nie getroffen. Er kennt sie nicht - aber sie kennt ihn. Vor Sehnsucht glaubt Juliane verrückt zu werden. Sie kennt nur noch ein Ziel. Sie muss August finden und seine Liebe wecken. Doch das ist leichter gesagt als getan. Nicht nur, dass ihr Traummann derzeit ein komplett eigenständiges Leben mit einer anderen Partnerin führt, Juliane muss auch einige schmerzhafte Erfahrungen durchstehen - im vollen Bewusstsein, was passieren wird, aber ohne die Gewähr auf einen glücklichen Ausgang.
Das Drama "Fenster zum Sommer" von Regisseur und Drehbuchautor Hendrik Handloegten ("Paul Is Dead") ist die Geschichte einer großen Liebe und ihrer schweren Prüfung. Wie in einem Vexierbild verschwimmen hier die Ebenen von Zeit und Raum, von moderner Liebesgeschichte zu mystischen Märchen, um dann den philosophischen Exkurs zu wagen. Die ultimative Frage: Würdest du mit deinem jetzigen Wissen dein Leben noch einmal genauso gestalten, noch einmal an gleicher Stelle dieselben Entscheidungen treffen? Nina Hoss ("Die weiße Massai") muss hier die Antwort für sich ganz alleine herauszufinden, wie viel sie bereit ist, für ein ungewisses Glück in der Zukunft zu investieren. Fritzi Haberlandt ("Liegen lernen"), Mark Waschke ("Habermann") und Lars Eidinger ("Alle Anderen") sind Weggefährten auf ihrem steinigen Weg durch eine etwas holperige Story.
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