03.02.2012, 11:27 Uhr | LS
Er hält Sylvester Stallone für den schlechtesten Schauspieler aller Zeiten und hat ihn auch 2011 wieder für seinen Kinopreis nominiert: Laut John Wilson, Erfinder der "Goldene Himbeere", gehört Stallones Regiearbeit für den Film "The Expendables" zum Miesesten, was Hollywood im Jahr 2010 hervorgebracht hat. "Die ganzen jungen Leute, die die alten Stallone-Filme nicht kennen, denken, dass der Film ein Witz ist. Die wissen nicht: Er hat das nicht als Witz gemeint - der ist einfach so!", sagte Wilson dem Spiegel-Online-Portal "einestages.de". 17 mal erhielt Stallone den "Anti-Oscar" als schlechtester Schauspieler. Die prominentesten "Himbeeren"-Opfer sehen Sie in unserer Foto-Show.
Überhaupt seien 90 Prozent all dessen, was der Rambo- und Rocky-Darsteller je angefasst hat, unfassbar schlecht. "Er macht Filme, die nicht nur dialogarm, sondern für Neanderthaler gemacht sind: Er rennt nur herum, grunzt, feuert 42.000 Kugeln aus einem Maschinengewehr ab, köpft Leute oder jagt sie in die Luft", so Wilson weiter.
Doch Stallone ist nicht der einzige Hollywood-Star, der schon mit einem "Razzie", wie die "Goldene Himbeere" im Original heißt, bedacht wurde. Allein in diesem Jahr, dem 30. seit Erfindung des Preises, wird die zweifelhafte Ehre auch Jennifer Aniston, Ashton Kutcher und Jessica Alba zuteil. Die Idee dazu kam John Wilson 1980, als er als Werbetexter für ein Filmfestival arbeitete und deswegen mehr als 250 Filme sehen musste. "Der Großteil davon war totaler Müll", erinnert er sich.
Doch erst eine 99-Cent-Doppelvorstellung des Disco-Musicals "Xanadu" und einer fiktiven Village-People-Biografie namens "Supersound und flotte Sprüche" brachten Wilson auf die "Razzie"-Idee. "Es war so unterirdisch, dass ich meine 99 Cent zurück wollte." Auf dem Heimweg dachte er dann: "Diese Filme sind so schlecht, die sollten eine Auszeichnung bekommen!" Und am 31. März 1981, dem Abend der "Oscar"-Verleihung, war es dann soweit. Mit ein paar Gästen spielte Wilson im heimischen Wohnzimmer seine eigene Version einer Preisverleihung und hatte einen Mordsspaß. Als man vier Jahre später damit begann, die "Goldenen Himbeeren" einen Tag vor den "Oscars" zu verleihen, wurden auch die Medien darauf aufmerksam. Zwei weitere Jahre später waren die "Razzies" international bekannt.
Mehr als 750 Filmkritiker, Journalisten und Filmschaffende gehören mittlerweile zum Kreis jener, die alljährlich die schlechtesten Filme, die schlechtesten schauspielerischen Leistungen und weitere Kategorien negativ aufgefallener Filmbestandteile mit einer "Goldenen Himbeere" prämieren. Und wer die goldüberzogene, auf eine Super-8-Filmrolle aus Aluminium geklebte Kunststoffhimbeere verliehen bekommt, muss auch immer mit dem beißenden Spott der Jury rechnen. So ätzte John Wilson über Mariah Careys Auftritt in "Glitter - Glanz eines Stars": "Zu behaupten, Mariahs Schauspieldebüt sei nicht so gut gelaufen, wäre, als würde man sagen, die Titanic sei etwas undicht geworden." Für Sylvester Stallones Film "Rambo II" lautete das Urteil: "Würde man einem Achtjährigen Millionen von Dollars geben, um einen Film mit seinen G.I.-Joe-Puppen zu drehen, würde das Ergebnis vermutlich gespenstisch ähnlich aussehen."
Abgeholt haben aber weder Stallone noch Carey ihre "Himbeere". So wie sie, blieben fast alle Preisträger dieser etwas anderen Verleihung fern. Zu den rühmlichen Ausnahmen gehörten "Showgirls"-Regisseur Paul Verhoeven, Sandra Bullock (für "Verrückt nach Steve") und Halle Berry. Sie hatte drei Jahre nach ihrem "Oscar"-Gewinn einen "Razzie" für "Catwoman" erhalten, diesen in Empfang genommen und eine comedyreife Rede gehalten: "Zuallererst möchte ich Warner Brothers danken. Danke, dass Ihr mich in ein gottverdammtes Stück Scheiße von einem Film gesteckt habt! Ich war ganz oben, und 'Catwoman' hat mich wieder nach ganz unten gebracht." Nie im Leben hätte sie geglaubt, eines Tages hier oben zu stehen, so Berry, die vor der "Razzie"-Verleihung in einem Interview angekündigt hatte: „Wenn ich eine 'Himbeere' bekomme, gehe ich auf jeden Fall zur Verleihung. Ich finde, wer zu den 'Oscars' geht, sollte auch zu den 'Razzies' kommen.“
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LS
Berndle schrieb:
am 27. Februar 2011 um 10:28:44
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(1)
Himbeere
Kritiker, das sagt schon der Name aus, tun nix anderes als zu kritisieren, ohne dabei selbst irgendwas gescheites beizutragen.
Kritik soll informieren, ob man einen Streifen mag oder nicht steht auf einem anderen Blatt. Die Filme mit den schlechtesten Kritiken sind manchmal die besten. Am ende entscheidet der Zuschauer.
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Anton schrieb:
am 27. Februar 2011 um 08:04:59
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Himbeere
Es war, glaub ich, mal ein Arnie, der gesagt hatte, daß er Filme für's Publikum und nicht für Kritiker drehe.
Genau das hat
Stallone auch gemacht.
Ich erwarte keine cineastischen Kunstwerke, wenn ich mir einen Stallone oder Schwarzenegger anschaue.
Sondern Äkt'schn satt.
Dieser selbsternannte Kritiker sollte erst mal selbst einen anständigen Streifen an der Kinokasse ablegen,
so wie viele andere Kritiker auch.
Kino soll mich unterhalten, und eine Kritik soll mich informieren, mehr nicht.
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Steph schrieb:
am 27. Februar 2011 um 02:48:43
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xxx
Sly ist eben ein Schauspieler der in der Action Genre angesiedelt ist.Ist wohl auch durch sein Körper und sein Karisma so bedingt.In den
80ern gabs ne menge Action Streifen wo der "Held" 42.000 Schuss im Magazin hatte (Siehe Phantom Comando von S.) Der Herr Wilson mag eben keine solchen Filme und Fertig. Ic h fand/Find die Rambo filme jedenfalls Spitze. klar übertrieben und der Gegner fällt im verhältnis 1/500 , aber wen interessierts :))
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