11.01.2012, 11:05 Uhr
Anstatt von dem Geld von seiner Freundin einen Digitalempfänger zu kaufen, gibt Janne (Jussi Vatanen, l.) es lieber für Alkohol aus und hat nun ein Problem. (Foto: Kinostar)
Es gibt Karrieretypen, die im Beruf jeden Tag vollen Einsatz zeigen, um möglichst bald auf der Unternehmensleiter nach oben zu klettern. Sie sind ehrgeizig, zielstrebig und arbeiten hart. Es gibt leidenschaftliche Familienmenschen, die für ihre Lieben alles tun würden, sogar jede Sekunde ihres Lebens für andere aufopfern. Und dann gibt es Janne (Jussi Vatanen). Der ist ein Faulpelz aus Überzeugung. Er verbringt seine Zeit am liebsten mit Nichtstun. Er geht keiner geregelten Arbeit nach und verspürt nicht den Drang, das in näherer Zukunft zu ändern, sondern hat sich auf der Couch seiner Freundin Inari (Pamela Tola) häuslich eingerichtet. Allein für seine Kumpel erhebt Janne sich hin und wieder von seinem Lieblingsplatz vor dem Fernseher, allerdings nur, um gemeinsam die nächste Kneipe anzusteuern. Bisher hat Inari gute Miene zum faulen Spiel gemacht, aber damit ist jetzt Schluss!
Als das analoge Fernsehen am Polarkreis abgestellt werden soll und Inari Janne deshalb Geld für einen digitalen Empfänger gibt, investiert der den unverhofften Reichtum versehentlich in jede Menge Bier. Dabei ahnt er jedoch nicht, dass genau das der bekannte Tropfen ist, der für Inari das Fass zum Überlaufen bringt. Sie stellt ihn vor die Wahl: Entweder er besorgt bis morgen früh irgendwie das Elektrogerät oder er darf sich eine neben einer neuen Freundin gleich auch eine neue Bleibe suchen. Für Janne und seine Kumpel beginnt damit eine Irrfahrt durch das nächtliche Lappland, auf der sie es sich nicht nur mit Naturgewalten, Rentieren und übereifrigen Polizisten zu tun bekommen. Sie müssen auch dem Angriff von Killerlesben und schwer bewaffneten Russen standhalten, die ihre Lappen-Ehre auf eine harte Probe stellen.
Man kann einen Film vor der exotischen Kulisse Indiens oder der karibischen Schönheit einer verlassenen Insel erzählen. Für "Helden des Polarkreises" wählt der finnische Nachwuchsregisseur Dome Karukoski, der bereits 20 Mal für den Filmpreis seiner Heimat, "Jussi", nominiert wurde, jedoch die wohl unwirtlichste Umgebung der Welt. Doch gerade die Kargheit, die Abgeschiedenheit des fernen Lapplands, wo die Arbeitslosenquote in einigen Gebieten bei 40 Prozent liegt und man im Winter vergeblich die Sonne sucht, nutzt er, um eine ungewöhnlich witzige und chaotische Geschichte in Szene zu setzen. Diese dreht sich um das finnische "Perkele", was so viel wie Willenskraft, Ausdauer und den Glauben daran, dass selbst im größten Versager ein Held schlummern kann, bedeutet.
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