19.10.2011, 10:23 Uhr | jho/JK
Sehen Sie hier einen Ausschnitt aus dem neuen Film von Leander Haußmann.
Er will nach Hollywood. Er kommt nur bis Moskau. Er wird Stalins Sterndeuter: Mit Michael "Bully" Herbig in den Hauptrollen verfilmte Leander Haußmann eine tragikomische Abenteurergeschichte rund um das Moskauer "Hotel Lux", das es tatsächlich gegeben hat. Zur Nazi-Zeit war es Zufluchtsort politischer Exilanten und kommunistischer Funktionäre aus aller Welt und insbesondere aus Deutschland. Doch mit einem Komiker und Parodisten wie Hans Zeisig (Bully Herbig) und seinem Bühnenpartner Siggi Meyer (Jürgen Vogel) hat dort wohl trotzdem niemand gerechnet. Der Film kommt am 27. Oktober in die Kinos - bei uns sehen Sie schon jetzt einen Filmclip und den Trailer zu "Hotel Lux". Viel Vergnügen!
Davon handelt der Film: Hans Zeisig muss 1938 mit gefälschten Papieren aus Nazi-Berlin fliehen. Eigentlich wollte er nach Hollywood, landet dann aber in Moskau im "Hotel Lux". Dort verwechselt ihn der sowjetische Geheimdienst mit dem abtrünnigen Leibastrologen Adolf Hitlers. So gerät der unpolitische Entertainer zwischen die Fronten blutiger Intrigen in Stalins (Valerie Grishko) Machtapparat. Völlig überraschend trifft Zeisig zudem auf seinen früheren Bühnenpartner Siggi Meyer und die niederländische Untergrundkämpferin Frida (Thekla Reuten), die fest an das Gute im Kommunismus glauben. Für die drei Freunde beginnt ein Abenteuer auf Leben und Tod.
Seit 1921, vier Jahre nach der Oktoberrevolution, diente das Hotel-Gebäude als Gästehaus der Kommunistischen Internationale, der Komintern. 1933 wurde das Haus, das inzwischen in Hotel Lux umbenannt worden war, um zwei zusätzliche Etagen erhöht und bot in 300 Zimmern Platz für 600 Gäste. Während der Nazi-Zeit erhielten viele kommunistische Funktionäre, die vor dem Faschismus in ihren Heimatländern fliehen mussten, Asyl in diesem "Absteigequartier der Weltrevolution". Die größte Gruppe kam aus Deutschland, unter ihnen Walter Ulbricht, Herbert Wehner und Wilhelm Pieck.
Das Hotel Lux war ein Hort der Konspiration. Wer dort wohnen oder andere Gäste treffen wollte, brauchte einen Passierschein. Besuchszeiten wurden genau protokolliert, Pässe wurden hinterlegt, obgleich die meisten Pässe in dieser Zeit sowieso gefälscht waren. Doch der vermeintliche Zufluchtsort erwies sich für viele als Falle. Im Rahmen des Großen Terrors zwischen 1936 und 1938 wurden zahlreiche Funktionäre als angebliche Gegner Stalins festgenommen, verhört, in den Gulag deportiert oder hingerichtet. Bei diesen "Säuberungen" starben unter Stalin mehr deutsche kommunistische Spitzenfunktionäre als unter Hitler. Entsprechend herrschte im Hotel Lux eine Atmosphäre der Angst und der gegenseitigen Denunziation.
Kinostart: 27. Oktober 2011
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Quelle: t-online.de
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