02.11.2011, 14:39 Uhr
Für den Komiker und Stalin-Parodist Hans Zeisig (Michael Bully Herbig) wird es 1938 in Berlin gefährlich und er muss mit gefälschten Papieren das Land verlassen. (Foto: Constantin)
Seine Stalin-Parodien machten ihn berühmt, seine Gags über Hitler brachten ihn schnell in Lebensgefahr. Mit gefälschten Fluchtpapieren verlässt der Komiker Hans Zeisig (Michael Bully Herbig) im Jahr 1938 die von den Nazis infiltrierte deutsche Hauptstadt. Eigentlich soll es Richtung Hollywood gehen, doch leider reichen die Papiere gerade für die Fahrt nach Moskau. Und ausgerechnet in dem damaligen Komintern, dem Gästehaus der Kommunistischen Internationale, findet der Stalin-Parodist eine mehr als heikle Unterkunft...
Das heruntergekommene Hotel ist wahrlich kein Ort für Luxus verwöhnte Künstler: Vielmehr fanden dort seit 1933 ganze Familien Zuflucht vor politischer Verfolgung. Dass ausgerechnet an diesem Ort eine Person wie Zeisig auffällt, scheint eigentlich ausgeschlossen. Da es im Leben des Künstlers aber immer ein wenig turbulenter zugeht, als bei Normalsterblichen üblich, trifft der Komiker nicht nur seinen ehemaligen Bühnenpartner, den jüdischen Hitler-Parodisten Siggi Meyer (Jürgen Vogel) und die niederländische Untergrundkämpferin Frida van Oorten (Thekla Reuten) wieder, sondern wird auch noch zum Opfer einer folgenschweren Verwechselung. Denn der sowjetische Geheimdienst vermutet hinter dem Flüchtling eine Person mit einiger Brisanz: Sie halten den Künstler für den ehemaligen Leibastrologen Adolf Hitlers und wollen ihn für ihre ganz eigene Zwecke benutzen. Und so gerät der eigentlich völlig unpolitisch motivierte Zeisig als Stalins Starastrologe zwischen die Fronten der berüchtigten politischen Säuberung...
Mit "Hotel Lux" zeigt Leander Haußmann ("Herr Lehmann") tiefgründigen Witz und bizarren Humor. Der Regisseur und Drehbuchautor begibt sich mit seiner Tragikomödie in die bewegte Kunstszene der Komiker, die in den politischen Wirren zwischen Nazi-Deutschland und stalinistischer Ära auf einem sehr wackeligen Podium standen, bei der jeder Gag zu einem Drahtseilakt geraten konnte. Michael Bully Herbig ("Der Schuh des Manitu") zeigt einmal mehr seine nahezu unendliche Wandlungsfähigkeit als Darsteller. In der Hauptrolle des verfolgten und verwechselten Komikers Hans Zeisig brilliert er mit makellosen Humoreinlagen der tiefsinnigen Sorte. Sein Partner Jürgen Vogel ("Wickie und die starken Männer") überrascht in einer ebenbürtigen Rolle als jüdischer Hitler-Parodist. Respektlos, frech und urkomisch.
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