25.05.2011, 11:56 Uhr | sgü
"Monk" und "Dr. House" haben einen an der Waffel. (Fotos: Cinetext)
Beim Zappen durch die TV-Serien stellt man sich zunehmend die Frage: Welche Neurose darf es denn heute Abend sein? Die Serienlieblinge sind oftmals psychisch ganz schön neben der Spur. "Dr. House" (Hugh Laurie) ist medikamentenabhängig, exzentrisch und leidet an Wahnvorstellungen. Seine Fans können gar nicht genug von ihm kriegen. Auch der zwangsneurotische Privatdetektiv "Monk" amüsierte die deutschen Fernsehzuschauer durch seine psychischen Anomalien und Phobien. Und er ist in bester Gesellschaft: In unserer Foto-Show stellen wir Ihnen zahlreiche psychisch lädierte Serienhelden vor, die Sie unter Garantie nicht missen möchten.
Die Mystery-Serie "Fringe" läuft schon seit vier Staffeln erfolgreich auf ProSieben. Eine tragende Rolle darin spielt der Parawissenschaftler Walter Bishop (John Noble), der als nervös zuckendes Psychowrack aus der Geschlossenen geholt wird, um FBI-Agentin Olivia Dunham (Anna Torv) bei der Aufklärung einer Verschwörung zu unterstützen. Dass bei den Ermittlungen die Einnahme bewusstseinserweiternder Substanzen eine wichtige Rolle spielt, trägt nicht unbedingt zur psychischen Stabilität der Hauptfigur bei.
Der Titelheld der RTL2-Serie "Dexter" hat eine psychische Störung der besonders fiesen Art: Er wurde als Säugling neben seiner zersägten Mutter aufgefunden und von einem Polizisten großgezogen. Seitdem hat er keinerlei Emotionen, dafür jedoch den unstillbaren Drang zu töten. Dexter wurde in den USA mit Preisen geradezu überhäuft. Im Mai 2011 soll die Serie hier in Deutschland in die dritte Runde gehen.
Ein wahres Serienjuwel ist die in den Staaten ebenfalls mehrfach preisgekrönte Serie "Taras Welten" mit Toni Colette in der Hauptrolle. Sie läuft montags auf NDR ab 23:00 Uhr und zeigt eine verheiratete Mutter von zwei Kindern, die unter einer multiplen Persönlichkeit leidet. So erscheint sie zum Beispiel als vulgäre Teenagerin "T", als aggressiver Vietnamveteran Buck oder als altmodische Bilderbuchmutter Alice. Ihre Familie versucht, sich so gut wie möglich mit der skurrilen Situation zu arrangieren.
Auch in Zukunft werden uns wohl noch einige psychisch auffällige TV-Helden begegnen. Gerade hat sich RTL die Rechte an der US-Serie "Nurse Jackie" gesichert. Ab diesem Sommer soll die tablettensüchtige und äußerst instabile Krankenschwester den Krankenhausalltag und ihr Privatleben auf den Kopf stellen. Langsam bekommt man wirklich den Eindruck, dass Serienentwickler erst mal ein Psychologie-Lexikon aufschlagen, bevor sie ihre Figuren entwickeln. Der Unterhaltungswert der Menschen, die sich fernab des Normalen bewegen, scheint enorm hoch zu sein. Aber führt der Konsum ihrer kurzweiligen Geschichten auch dazu, auch im wirklichen Leben toleranter und aufgeschlossener gegenüber psychisch auffälligen Menschen zu sein? Wohl eher nicht. Zumindest haben wir hier in der Redaktion nicht den Eindruck, dass dem so ist.
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