23.02.2012, 11:22 Uhr
Bosnienkrieg: Ajla (Zana Marjanović) muss sich vor der serbischen Armee verstecken, zu der auch ihr Freund Danijel gehört. (Foto: Wild Bunch/Central)
Ein Abend im Jahr 1992 in Bosnien-Herzegowina: Es sind die letzten glücklichen Stunden eines jungen verliebten Paares. Der Polizist Danijel (Goran Kostić) und die Malerin Ajla (Zana Marjanović) haben sich in einer Bar zum Tanz getroffen. Kurz darauf erschüttert eine Bombenexplosion das Gebäude - der erste Auftakt zu dem daraus resultierenden Massaker, das als Bosnienkrieg für lange Zeit die bisher friedlich zusammenlebende multikulturelle Gemeinschaft von Jetzt auf Gleich zu Feinden macht. Der von Gewalt und Menschenrechtsverletzung geprägte Bürgerkrieg reißt Gemeinden, Nachbarschaft und ganze Familien auseinander. Auch Danijel und Ajla geraten zwischen die Fronten.
Als gebürtiger Serbe und Christ wird der junge Mann zum Gegner seiner großen Liebe, die eine Bosnierin muslimischen Glaubens ist. Weil sein Vater Nebojsa (Rade Šerbedžija), General der serbischen Truppen, ihn zwingt, aktiv am Kriegsgeschehen teilzunehmen, wird Danijel Kommandant einer Truppe Soldaten, die Ajlas Heimatsiedlung räumt und ein Gefangenenlager einrichtet, in das alle Männer deportiert werden, die nicht auf der Stelle erschossen werden. Die Frauen werden in die Soldatenunterkünfte verschleppt, wo sie neben Schlägen und Demütigungen auch ihre brutale Vergewaltigung hinnehmen müssen. Auch Ajla ist unter den Opfern. Danijel setzt sich über alle Vorschriften hinweg, um seine große Liebe zu retten. Aber er kann sie weder vor den abscheulichen Verbrechen schützen, noch kann er sich ihre Liebe bewahren, denn in dieser unsäglich rohen Auseinandersetzung ist die Menschlichkeit längst gestorben...
Angelina Jolie ist nicht nur für viele eine atemberaubend schöne Frau, sondern auch stets von einer derart positiven Presse begleitet, dass es schon fast beängstigend wirkt. Neben ihrer Ehe mit Brad Pitt und einem skandalfreien Familienleben verbucht die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin mit ihrem humanitären Engagement großen Respekt in der Öffentlichkeit. Nun zeigt sie auch noch kreatives Talent: Für das Kriegsdrama "In the Land of Blood and Honey", ihre zweite Regiearbeit im Filmgeschäft, verfasste sie auch erstmalig ein Drehbuch. Ihre aufwühlende Geschichte einer Liebe, die im Bosnienkrieg zerbricht, ist gleichzeitig eine kritische Hinterfragung nach Schuld und Verantwortung, aber auch das desillusionierende Porträt einer Gesellschaft, die in der gewaltsamen Auseinandersetzung schnell ihr menschliches Gesicht einbüßt. Ausgezeichnet, Angelina - etwas anderes wäre auch unwahrscheinlich.
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