18.01.2012, 13:25 Uhr
Luisas (Pilar López de Ayala) Sohn Juan (Izán Corchereo) wird jede Nacht von einem unheimlichen gesichtslosen Wesen heimgesucht. (Foto: UPI)
Die kleine Mia (Ella Purnell) aus England wird seit einiger Zeit nachts schreiend oder weinend wach. Völlig verängstigt sucht sie dann meist Trost bei ihren Eltern. John (Clive Owen) und Susanna Farrow (Carice van Houten), stehen zunächst ratlos, später zusehends verzweifelt, der bodenlosen Panik ihrer Tochter gegenüber, die behauptet, dass ein nächtlicher Eindringling von ihr Besitz nehmen will. Insbesondere ihren Vater nimmt es schwer mit, anzusehen, wie die ständige Angst Mia verändert. Er fühlt sich machtlos, da er nicht weiß, wie er den Kampf gegen eine unsichtbare böse Macht aufnehmen kann, deren Wesen und Ursprung er nicht begreift. Bald allerdings zeigt der Schatten, der für sein Treiben immer mehr Raum beansprucht, seine unheilbringende Gestalt den Eltern ebenso deutlich wie dem Kind. Doch dadurch wird die Gefahr keineswegs geringer, denn nun fallen auch sie den lähmenden Alpdrücken zum Opfer.
Viele Kilometer entfernt leidet eine andere Mutter (Pilar López de Ayala) ebenso wie die Farrows darunter, ihr Kind nicht gegen eine ähnlich grauenvolle Tortur schützen zu können. In seiner Angst vor dem namenlosen Dämon, der ihm laut seiner Schilderung das Gesicht rauben will, traut sich Juan (Izán Corchereo) schon gar nicht mehr, überhaupt noch einzuschlafen. Und auch die Mutter im fernen Spanien macht die Hölle auf Erden mit, als die Geister, die ihren Sohn gnadenlos peinigen, schließlich vor ihr Gestalt annehmen. Eine Erfahrung, welche das ohnmächtige Gefühl der Bedrohung noch schürt. Angesichts der abgrundtiefen Angst vor einer Bedrohung, die immer weiter eskaliert, beschließen die Eltern, mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, für die Rettung ihrer Kinder zu kämpfen.
Juan Carlos Fresnadillo ("Intacto") lehrt mit seinem Horrorthriller "Intruders" die Fans gruseliger Kost das Fürchten. Der Regisseur zählt mit zu den Pionieren des Genres, die für die wachsende Popularität der spanischen Produktionen verantwortlich zeigen. Positiv sticht hervor, wie hier in die tiefsten Schichten menschlicher Angst eingedrungen wird. Statt mit blutrünstigen Effekten aus der Konserve, überzeugt Fresnadillos Werk durch sein psychologisch schlüssig durchdachtes Spiel zwischen Wahrheit und Einbildung, Licht und - vor allem - viel Schatten. Auch inszenatorisch bleibt das Konzept dieser Zielsetzung verpflichtet, leistet die Kameraarbeit manches an fast vergessenem dramaturgischen Feinschliff. Dadurch gewinnt das Drama Profil und Authentizität, die mit den darstellerischen Fähigkeiten von Clive Owen ("Entgleist"), Carice van Houten ("Repo Men") und PilarLópez de Ayala ("Juana la Loca") noch zusätzlich abgerundet werden. Ein echter Leckerbissen für Genrefans.
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