25.05.2011, 12:24 Uhr
Zusammen mit Regisseur Pepe Danquart geht Joseph "Joschka" Fischer auf Zeitreise und blickt zurück auf sechs Jahrzehnte deutscher Nachkriegsgeschichte. (Foto: X Verleih)
Kaum ein deutscher Politiker hat das öffentliche Meinungsbild derart polarisiert wie der ehemalige Politiker der Grünen, Joschka Fischer, der sich vor fünf Jahren vom Regierungsgeschäft verabschiedete. Nunmehr privater Unternehmer, sowie Lehrbeauftragter an renommierten Universitäten gibt der ehemalige Außenminister mit der bewegt aufrührerischen Vergangenheit Einblicke in sechs Jahrzehnte deutscher Geschichte. In erzählender Reflektion gibt der ehemalige Abgeordnete der Grünen Erlebnisse und Gedanken zum Zeitgeschehen preis.
Dass der Sohn der 1946 geflohenen Ungarndeutschen, dem Metzger Joszef Fischer und seiner Frau Elisabeth, einmal ein einflussreiches Parteimitglied sein würde, war - nach gängigen Maßstäben gerechnet - nahezu ausgeschlossen. Der Werdegang des jungen Joschka Fischer schien eher auf eine gescheiterte Laufbahn hinzusteuern. So beendete er seine Schulausbildung auf einem Gymnasium noch vor Abschluss der zehnten Klasse, schmiss kurz darauf die Lehre zum Fotografen und reiste danach erst einmal durch Europa, die Türkei und Kuwait, bevor er sich der Studentenbewegung anschloss. Mit Gelegenheitsjobs hält er sich über Wasser, während seine politische Marschrichtung sich zu radikalisieren beginnt. Nach heftigen Straßenkämpfen mit zwei kurzen Haftzeiten als Konsequenz folgt im sogenannten "Deutschen Herbst" eine komplette Ernüchterung, ausgelöst durch den Mord an Schleyer. Joschka Fischer beginnt sich nicht nur neu zu orientieren, sondern vor allem auch zu organisieren. Er tritt den Grünen bei. Dort klettert er - anfangs noch in skandalträchtigen Turnschuhen - die Karriereleiter vom Parlamentarischen Geschäftsführer über Umweltminister bis hin zum Vizekanzler und Außenminister nach oben. Seine Haltung zum Kosovokrieg brachte ihm zwiespältige Reaktionen ein, sein „Nein" zur Unterstützung Amerikas im Irak nötigte selbst seinen Gegnern Respekt ab. Sein Abschied von der Politik war klar definiert. Die schillernde Gestalt trat ebenso effektvoll von der Bühne des Machtgeschehens ab, wie sie sie erobert hat. Nach fünf Jahren Ruhestand zieht Joschka Fischer Bilanz über Deutschlands, respektive auch seine eigene Vergangenheit.
Nach drei Arbeiten in Folge über das Thema Sport beschloss der Oscar®-prämierte Dokumentarfilmer Pepe Danquart ("Am Limit") sich auf seine Wurzeln zurückzubesinnen. Mit seinem Porträt "Joschka und Herr Fischer" legte er eine spielfilmähnliche Annäherung an eine heftig umstrittene Person des öffentlichen Lebens vor, in der er den politischen Anspruch an sein künstlerisches Werk als roten Faden konsequent umsetzte. Wie eine große Installation wirkt der erzählende Rückblick Joschka Fischers, der während seiner reflektierenden Erinnerungen durchgehend von Videoendlosschleifen über sein Leben begleitet wird. Neben der Musik der deutschen Punkrock-Band "Fehlfarben", deren Hit "Ein Jahr (Es geht voran)" als inoffizielle Hymne der Hausbesetzerszene gehandelt wird, bekunden Zeitgenossen von Hans Koschnik über Katharina Thalbach bis Johnny Klinke und Roger de Weck einhellig ihr positives Bild über den polarisierenden Politiker. Genau diese Einseitigkeit im Urteil macht den Makel in diesem ansonsten höchst unterhaltsamen und auch sehr informativen Rückblick aus.
indie schrieb:
am 28. August 2011 um 17:01:39
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fischer
Als ehemaliger Aufrührer hat mir Fischer besser gefallen. Seine spätere Entwicklung war für mich enttäuschend. Jetzt verkehrt er
in Kreisen, die er früher kritisierte. Also doch ein charakterloser Politiker wie vielle seiner Zunft.
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zockerfein schrieb:
am 28. August 2011 um 15:30:34
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Der "gläseren" Grüne
Joschka hat vornehmlich durch seine große Klappe brilliert, die damals in
der obrichkeitsmüden Wählerschaft
gut ankam. "Da hat sich mal einer getraut."
Inhaltlich hat Fischer sein Fähnchen immer in den Wind gehängt, eine Dietfurt wird das bestätigen.
Und er hat immer ihm wohlgesonnene Medien um sich geschart.
Ein Augstein hat sich später in den Hintern gebissen, dass er einen solchen Karrieristen (O-Ton Augstein) medial aufgebaut hat, nachdem er ihn erkannnt hat.
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edhaferburg schrieb:
am 14. August 2011 um 15:46:18
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Joschi
Ach lieber Joschka F.,
sind , wie es aussieht, aufgrund der derzeitigen POLITMISERE doch wirklich und evtl. und vielleicht und
möglicherweise nur einen STEINEWURF von einem neuem Senkrechtstart entfernt. Bleiben Sie lieb und zun Sie es den Germanen nicht wieder an.
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