13.12.2010, 09:51 Uhr | dh/dpa
Wer hätte das einst gedacht: Als die ARD-Serie "Lindenstraße" am 8. Dezember 1985 das erste Mal über die Bildschirme flimmerte, wurde sie zunächst viel kritisiert und belächelt. Doch bald wendete sich das Blatt und die Reihe wurde zum Dauerbrenner und feiert nun ihr 25-jähriges Jubiläum. Mittlerweile gibt es wohl kaum jemanden, der die Serie nicht irgendwann einmal gesehen hat. Besonders das Vorzeigeehepaar Hans und Helga Beimer und dessen Scheidung im Jahr 1991 hat die Gemüter bewegt. "Ich glaube nicht, dass es eine gute Idee wäre, wenn Hans wirklich zu Helga zurückkehren würde", lacht Joachim Hermann Luger im Interview mit t-online.de. Und er erinnert sich schmunzelnd daran, was seine Affäre mit Anna Ziegler seinerzeit auslöste: In seiner Heimatstadt Bochum konnte er sich nicht einmal mehr ohne angepöbelt zu werden auf den Wochenmarkt trauen. Das ganze Interview mit dem Schauspieler können Sie hier lesen.
Weiter verrät der 67-jährige Luger im Interview, dass die Rolle des Hans Beimer schon seine Lebensaufgabe geworden sei: "Hans Beimer ist mein Alter Ego, ich liebe ihn auch auf gewisse Weise. Er ist anders als ich selber - zum Glück!"
Die unterschiedlichen Themen haben die "Lindenstraßen"- Bewohner im Laufe von 25 Jahren beschäftigt: Scheidung, Abtreibung, Homosexualität, Ausländerfeindlichkeit, Aids, Alkohol, Teenie-Schwangerschaft, Mord, Gefängnisaufenthalte, Drogen, Terrorismus - die Liste lässt sich unendlich fortsetzen. Doch ein gesellschaftliches Tabu aufzugreifen und damit eine öffentliche Diskussion auszulösen - wie 1990 beim ersten Schwulen-Kuss in einer deutschen Serie - das gelingt in Zeiten der zahlreichen Reality-Shows wohl kaum noch, räumt der Regisseur der "Lindenstraße", Hans W. Geißendörfer, gegenüber der dpa ein. "Aber Provokation im politischen Bereich - das halte ich für richtig und wichtig."
Bis heute ist die "Lindenstraße" ihrer Besonderheit treu geblieben, kurzfristig auf aktuelle Themen zu reagieren. Zwar werden die einzelnen Folgen schon etwa drei Monate vor dem Sendetermin gedreht, aber eine Passage kann noch kurz vor Ausstrahlung eingefügt werden. So kommt es, dass Hochrechnungen zu politischen Wahlen am selben Abend in der "Lindenstraße" zu sehen sind. Die Figuren kommentieren Ergebnisse der Fußball-WM oder diskutieren am Küchentisch den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr.
Die Küchentische der Beimers, Zenkers und wie sie alle heißen befinden sich nicht, wie die Serie vorspiegelt, in einem Haus in München, sondern auf dem Studiogelände des WDR in Köln-Bocklemünd. Dort ist eine 150 Meter lange Straßenkulisse aufgebaut, an der das Restaurant "Akropolis" und das "Café Bayer" liegen. Die Wohnungen der Lindensträßler haben keine Decken und das Treppenhaus besteht nur aus einem Treppenabschnitt. Mehrere Mieter teilen sich einen Flur oder ein Badezimmer - das wird dann einfach umgeräumt, je nachdem, wo die Szene gerade spielt.
Von Zuschauerzahlen in zweistelliger Millionenhöhe wie in den Anfängen, als es noch nicht so viele TV-Kanäle gab, ist die "Lindenstraße" inzwischen weit entfernt. Heute sind nach WDR-Angaben sonntags um 18.50 Uhr durchschnittlich 3,5 Millionen Zuschauer (13 Prozent Marktanteil) dabei - im Jahr 2000 waren es noch fünf und 1990 sogar zehn Millionen. "Durch die gewachsene Sendervielfalt und Aufsplitterung der Zuschauer ist die Konkurrenz viel größer geworden", sagt WDR-Fernsehfilmchef Gebhard Henke.
In 25 Jahren ist nach Angaben eines Sprechers keine einzige Folge ausgefallen. Allerdings wurde eine Folge wegen der Fußball-WM auf 5.00 Uhr morgens verlegt - daraufhin hagelte es Proteste erboster Fans. Wird es unendlich weitergehen mit der "Lindenstraße"? Das weiß im Moment niemand. Vor kurzem hat die ARD den Vertrag bis zum Jahr 2014 verlängert. Wenn es nach Geißendörfer geht, sollte die Dauerserie ruhig noch mindestens 25 Jahre laufen. "Solange wir nahe an der Zeit bleiben und solange die Zuschauer uns wollen, wird es die 'Lindenstraße' geben", meint er.
Gefeiert wird der Geburtstag am 11. Dezember ab 23.15 Uhr mit der Sonderfolge "Was war, was ist, was wäre wenn ...?" und einer anschließenden "Kultnacht". Am 12. Dezember läuft dann zur gewohnten Zeit (18.50 Uhr) die Jubiläumsfolge mit der Nummer 1306.
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Quelle: dpa
NaNe73 schrieb:
am 11. Dezember 2010 um 14:32:30
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Jubiläum
Ich bin 37 Jahre alt und ein riesen Fan der Lindenstraße! Ich habe maximal ein Jahr der Folgen verpasst und bei allen anderen war
ich dabei.
Ich wünsche dem Lindenstrße-Ensemble alles Gute und noch viele weitere Jahre.
Damit ich auch weiterhin lachen, schmunzeln, aufregen und mit dem Kopfschütteln kann.
Natürlich kann man nicht alles ernst nehmen, aber es ist verflixt noch mal unterhaltsam! ;-))
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Rema schrieb:
am 11. Dezember 2010 um 14:02:46
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Lindenstrasse vs. GZSZ
Für einen durchschnittlichen RTL-Zuschauer ist GZSZ auch genau das richtige. Der packt die Lindenstrasse rein
intelligenz-technisch garnicht, denn was soll es auf der Welt noch anderes geben, außer Herzschmerz, Mode, gutes Aussehen und Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiele verpackt in lila-rosa-Gute-Laune-Zuckerwatte dargestellt von vielen jungen, stylishen Möchtegerndarstellern?!
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carla schrieb:
am 11. Dezember 2010 um 13:09:05
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lindenstrasse
Ich schaue immer die Serie,find das alles super, die Schauspieler - Mutter Beimer ist mein Star, die ist immer voll Ok.Das
Jubiläum muss gefeiert werden.Macht weiter so,ich als Zuschauer freue mich auf viele ,viele Sendungen noch. Allen Lesern einen schönen 3. Adventsonntag.
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