07.07.2010, 10:01 Uhr
In einer Welt, in der es keine Lügen gibt, macht Mark Bellison (Ricky Gervais) die größte Entdeckung überhaupt: Er lernt zu lügen. (Foto: Universal)
Mark (Ricky Gervais) hat es nicht leicht im Alltag. Er lebt in einer Welt, in der man permanent mit der Wahrheit konfrontiert wird, es sei denn, man schließt sich zu Hause ein. Die Menschen sagen offen und ehrlich, was sie denken. Niemand nimmt ein Blatt vor den Mund - warum auch? - es scheint schließlich das Natürlichste auf der Welt, dass man seinem Gegenüber genau das sagt, was man meint. Es gibt keinen Tag, an dem er nicht von seinen Arbeitskollegen, von Bekannten oder von Frauen darauf hingewiesen wird, dass er nicht der Attraktivste oder Beliebteste ist. Eine ehemalige Sekretärin sagt ihm offen ins Gesicht, dass sie jede Sekunde, die sie für ihn arbeiten musste, verabscheut hat - und auch ein anderer Kollege macht keinen Hehl daraus, dass er Mark seit jeher hasst. Ebenso unangenehm ist es, wenn ein Typ an der Bar über nächtliche Inkontinenz klagt. Das Leben mit der nackten Wahrheit ist nicht immer leicht. Man soll versuchen, sich mit dem bitteren Schicksal abzufinden, doch eines Tages geht Mark ein Licht auf.
Es ist wieder einmal einer dieser grauen Tage: Mark betritt mit einem lustlosen Gesichtsausdruck die Bank und möchte 800 Dollar abheben. Die Frau am Schalter sagt ihm, dass dies nicht möglich sei, da er nur noch 300 Dollar besäße. Mark ist irritiert. Das könne nicht sein, gibt er ihr zur Antwort, und die Frau zahlt ihm - ohne zu zögern - den gewünschten Betrag aus. Mark nimmt die Scheine und stiefelt zum Ausgang. Währenddessen erhellen sich seine Gesichtszüge, denn er hat eine wunderbare Erkenntnis. Tatsächlich besaß er wirklich keine 800 Dollar mehr, doch dieser Vorfall bringt ihn auf eine fabelhafte Idee. Wenn keiner damit rechnet, dass man etwas Falsches sagt, könnte man doch fantasiereiche Geschichten zu eigenen Gunsten erfinden! Mark testet das sofort aus. Mit der Zeit wird er immer routinierter und lügt, bis sich die Balken biegen. Der ehemalige Ober-Loser mausert sich zu einem beliebten und interessanten Mann. Die Frauen liegen ihm zu Füßen, die beruflichen Erfolge nehmen kein Ende, doch seine wahre Liebe (Jennifer Garner) ist mit dieser Supererfindung einfach nicht zu knacken...
Ricky Gervais gehört zu den Schöpfern der weltweit bekannten Comedy-Serie "The Office". Auch dieses Mal präsentiert der britische Tausendsassa sein gesamtes Können. Für "Lügen machen erfinderisch" schrieb er nicht nur das Drehbuch, am Set selbst pendelte er zwischen Regiestuhl und Rampenlicht, denn Gervais schlüpfte auch dieses Mal selbst in die Hauptrolle. Sein Filmdebüt spielt mit interessanten Fragestellungen: Wie viele Lügen erfahren wir im Alltag? Ist Lügen allgemein schädlich? Kommt die Wahrheit etwa immer ans Licht? Gervais ist ein Freund des trockenen Humors - gerade das macht seine Geschichten aus. Für ausreichend Kinospaß ist gesorgt.
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