21.01.2009, 12:20 Uhr
Ernst (Bastian Pastewka) möchte Lulu für sich gewinnen. (Foto: X Verleih)Auf einem Jahrmarkt in einem westdeutschen Dörfchen treffen sich das erste Mal ihre Blicke: Bereits während der wilden Autoscooterfahrt lässt Lulu (Jennifer Decker) den smarten jungen Mann nicht mehr aus den Augen. Sein Name ist Jimi (Ray Fearon), der bunte Jahrmarkt ist sein Arbeitsplatz, und seine dunkle Haut hat er seinen afrikanischen Wurzeln zu verdanken. Selbstsicher und charmant lächelt er sie an. Der Funke springt über, und nach kürzester Zeit sind die beiden Feuer und Flamme füreinander. Was ihrer Liebe im Weg steht, sind die Umstände und die Zeit, in der sie leben. Ende der 50er Jahre steht die Spießigkeit dem Lebensgefühl des Rock'n'Rolls gegenüber, der das Motto Freiheit auf seinen Fahnen stehen hat. Lulus Mutter Gertrud (Katrin Saß) hat sich die Zukunft ihrer Tochter bereits ausgemalt: Ernst (Bastian Pastewka) wäre mit seinem dicken Bankkonto genau der Richtige für sie. Als Gertrud Näheres über den neuen Freund ihrer Tochter erfährt, schmiedet sie perfide Pläne.
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Foto-Show "Lulu und Jimi"
Trailer "Lulu und Jimi" video (mittlere Qualität)
Trailer "Lulu und Jimi" video (hohe Qualität)
Lulu (Jennifer Decker) lernt am Autoscooter den mittellosen Jimi (Ray Fearon) kennen. (Foto: X Verleih)Das ungleiche Paar wird zum Gesprächsthema des Dorfes, doch Lulu lässt sich nicht beirren. All ihre Freunde sollen ihren neuen tollen Freund - die Liebe ihres Lebens - kennen lernen. Gemeinsam gehen sie auf eine Party, die unverhofft mit einem dramatischen Vorfall endet: Jimi gerät in eine wilde Schlägerei, bei der er Lulus Bruder schwer verletzt. Jetzt zerreißt sich das Dorf erst recht das Maul, denn Jimi wandert hinter Schwedische Gardinen. Die tiefe Verbundenheit der beiden Liebenden bleibt dennoch bestehen. Noch immer träumen sie von einer glücklichen Zukunft, sogar dann noch, als Psychiater von Oppeln (Hans-Michael Rehberg) auf der Bildfläche erscheint. Lulus Mutter erzielte mit dem Seelenklempner bereits große "Erfolge" bei ihrem Mann. Mit fragwürdigen Methoden soll er das Liebesszenario von Lulu und Jimi beenden, der Erfolg indes bleibt aus. Als Lulu plötzlich schwanger wird, fährt die Mutter noch stärkere Geschütze auf. Der Profikiller Harry Hass (Ulrich Thomsen) und der Chauffeur des Hauses (Udo Kier) sollen der Liebe ein für alle Mal ein Ende bereiten. Während Gertrud davon träumt im Geld zu schwimmen, ist für Lulu und Jimi die Freiheit im fernen Amerika ein Traum. Wird einer der Träume in Erfüllung gehen?
Lulus Vater (Rolf Zacher) umgibt sich gern mit schönen Frauen. (Foto: X Verleih)Was als überzogene Liebesschnulze beginnt, nimmt sehr bald dramatische Züge an und dann den Charakter einer Komödie. Der Sprung zwischen den verschiedenen Genres ist eigentlich untypisch, schließlich liegen auch der Kunstform Film gewisse Regeln zu Grunde. Regisseur Oskar Roehler wagte dennoch sein filmisches Experiment. Technische Tricks, hervorragende Kostüme und Bühnenbilder verraten sehr bald, dass es sich um fiktives Kino handelt. Roehler holte sich namhafte Schauspieler an Bord und arbeitete mit dem Kameramann Wedigo von Schulzendorff zusammen, der seit 1970 erfolgreich im Filmgeschäft tätig ist. Alles in allem ein gelungenes Experiment, nur von den Charakteren hätte man ein wenig mehr Tiefe erwarten können.
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