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"Neon - Unnützes Wissen": Ein Anti-Buch im besten Sinne

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Ein Anti-Buch im besten Sinne

24.10.2008, 09:21 Uhr | demo

Herrlich unnütz: "Neon - Unnützes Wissen". (Foto: Heyne-Verlag) Herrlich unnütz: "Neon - Unnützes Wissen". (Foto: Heyne-Verlag)"Wissen ist Macht" schrieb der englische Philosoph Francis Bacon einst. Derselbe Francis Bacon war es auch, der den Tod fand, weil er sich bei dem Versuch, ein totes Huhn mit Schnee auszustopfen, um es länger haltbar zu machen, eine schwere Unterkühlung zuzog. Der erste der beiden Fakten ist einer Vielzahl von Menschen bekannt. Der zweite so gut wie niemandem. Woran liegt das? Vielleicht, weil es eine kulturelle Selektion gibt, die das vorhandene Wissen in zwei Kategorien gliedert: Nützliches - und unnützes!

Dabei sind es oft gerade die scheinbar nutzlosen, bis weit ins Absurde hineinreichende Informationen, die uns amüsieren und die wir uns nur zu gerne merken. Das wissen auch die Mitarbeiter des "Neon"-Magazins, die ihren Lesern seit fünf Jahren mit jeder Ausgabe eine kleine Broschüre mit "Unnützem Wissen" liefern. Seit Oktober gibt es sämtliche Absurditäten jetzt gesammelt als Buch unter dem Titel "Neon - Unnützes Wissen". Zwanzig davon finden Sie in unserer Klick-Show.

1.374 unnütze Fakten

Die US-Punkband Helmet benannte sich nach Helmut Kohl, die Geschmacksrichtung grüner Gummibärchen ist Erdbeere, ein Kamel kann in 15 Minuten 200 Liter Wasser trinken und Psychiater begehen doppelt so häufig Selbstmord wie ihre Patienten. 1.374 Informationen, die die Spanne zwischen Hat-man-schon-mal-irgendwo-gehört und total-absurd in voller Breite repräsentieren, sind zwischen den quietschgelben Softcovern des amüsanten Schmökers zu finden. Dabei erscheint "Neon - Unnützes Wissen" als ein Anti-Buch im besten Sinne. Weder hat es Seitenzahlen, noch sind die oft nur einen Satz langen Feststellungen nach thematisch offensichtlichen Kategorien gegliedert. Es wäre ja auch etwas eigenartig, sinnloses Wissen in sinnvolle Kapitel einzupferchen.

Sehr "surfenswert"

Aber das macht alles überhaupt nichts. So gut wie niemand würde sich hinsetzen und dieses immerhin geschätzte 200 Seiten starke Kompendium von vorne nach hinten durchlesen. Die zu bevorzugende Art, sich das unnütze Wissen anzueignen, lässt sich am ehesten mit dem Gefühl vergleichen, das sich beim Surfen im Internet einstellt. Man springt von Seite zu Seite, schmunzelt hier, schüttelt dort ungläubig den Kopf und blättert weiter auf der Suche nach neuen Skurrilitäten. Auf diese Weise stellt sich der Kenn-ich-schon-Effekt nur sehr punktuell ein und man kann das Buch immer wieder mit Spannung zur Hand nehmen, um ein wenig zu "surfen". Ob alleine oder in einer größeren Gruppe, in der das eigentümliche Lexikon reihum gereicht wird - man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man hier eine andere, untypische Art Buch vor sich hat. Vielleicht ein Buch, das seiner Machart nach speziell auf das "Nutzerverhalten" der Google-Generation zugeschnitten ist. Und genau das macht es sehr lesenswert. Oder sollte man sagen "surfenswert"?


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