24.02.2010, 17:56 Uhr
Regisseur Guido Contini (Daniel Day-Lewis) und seine enge Vertraute, Kostümbildnerin Lilli (Judi Dench) (Foto: Senator/Central)Guido Cantini (Daniel Day-Lewis) zählt zu Beginn der 1960er Jahren zu den Ausnahmeregisseuren. Allein ihm ist es zu verdanken, dass Italien international bekannt und geachtet in der Filmbranche ist, und die Cinecittà zu den beliebtesten Studios zählt. Dann passiert das, was unter gar keinen Umständen ein Mann im besten Alter braucht: Guido hat eine Drehblockade. Von einem Moment zum nächsten fühlt er sich sämtlicher Inspiration beraubt. Als er dann auch noch eine Pressekonferenz zu seinem neuesten Projekt "Italia" vermasselt, muss er weg, weit weg von allem.
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Foto-Show "Nine"
Guido erinnert sich an seine verstorbene Mutter (Sophia Loren). (Foto: Senator/Central)Guido fährt mit seinem blauen Alfa Spider nach Anzio ans Meer. Seiner wunderhübschen Gattin Luisa (Marion Cotillard), die ihn liebt und hegt und die für ihn ihre aussichtsreiche Karriere ad acta gelegt hat, gibt er nur kurz Bescheid, dass er Ruhe braucht, stattdessen zieht er als Frau an seiner Seite seine Geliebte Carla (Penélope Cruz) vor. Damit er keinen Skandal heraufbeschwört, bringt er sie in einer kleinen Absteige unter, während er unter den oberen Zehntausend residiert. Seine Hoffnung auf Ruhe und Inspiration ist vergebens: Die Produzenten rücken ihm auf die Pelle und mit ihnen seine straighte und außerordentlich toughe Bühnenbildnerin Lili (Judi Dench), die alles versucht, ihm aus seiner Lethargie zu helfen. Er selbst versucht es mit Gottes Beistand, mit Erinnerungen an seine Mama (Sophia Loren) und seine erste Geliebte, die Hure Saraghina (Stacy Ferguson). Als Luisa und Carla aufeinandertreffen, flüchtet sich Guido in eine kurze Begegnung mit der Journalistin Stephanie (Kate Hudson). Die Luft in Anzio wird dicker, und er kehrt nach Rom zurück, um festzustellen, dass seine Muse und Hauptdarstellerin Claudia (Nicole Kidman) abgesprungen ist, und mit ihr das Projekt "Italia" vor dem Aus steht...
Continis Geliebte Carla (Penélope Cruz) ist dem Regisseur an die Küste nachgereist. (Foto: Senator/Central)Federico Fellini steckte zu Beginn der Dreharbeiten von "Achteinhalb" in einer Schaffenskrise, dann gelang es ihm mit seinem Drama über einen blockierten Regisseur, der - umringt von tollen Frauen - sich in seine Fantasien flüchtet, eines der wichtigsten Werke der Filmgeschichte. Die Story diente dem Broadway als Vorlage für das Musical "Nine", das nun unter der Regie von Rob Marshall ("Chicago", "Die Geisha") auf der Leinwand wiedergeboren wird. Marshall konnte eine illustre Riege von Darstellern vor die Kamera locken, die meisten von ihnen oscargeedelt: Daniel Day-Lewis, Marion Cotillard, Judi Dench, Nicole Kidman und Penélope Cruz. Entstanden ist ein flottes Singspiel, das als eigenständig und losgelöst von Fellini betrachtet werden muss. Auch wenn Daniel Day-Lewis nur mäßig als leidenschaftlicher Italiener überzeugt, ist es erneut der große Auftritt von Marion Cotillard, die bezaubert und berührt.
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