11.01.2012, 10:59 Uhr
Meike Pelzers (Nora Tschirner) langweiliges Leben wird spontan aufgepeppt, als sie in einem gerade gekaufen Jeep 50 Kilo Kokain findet. (Foto: Paramount)
Meike Pelzer (Nora Tschirner) kontrolliert ihr Leben mit dem Terminkalender und glättet mit dem Lineal die Schicksalskanten. Niemals hätte die BWLerin geglaubt, dass sie sich eines Tages so weit von den vertrauten Eckpfeilern ihrer Existenz entfernen würde. Doch wirklich ist von einem Tag auf den anderen Schluss mit dem Verlobten (Max von Pufendorf), der Posten als Juniorchefin im väterlichen Betrieb nicht mehr das Höchste an Glück und selbst der Helm beim Radfahren nutzt kein bisschen gegen die Nackenschläge des Schicksals. Dabei hat Meike nur flüchtig mit dem Traum vom Aussteigen geflirtet...
Meike hat nämlich einen ganz besonderen Traum, der so gar nicht zu ihr zu passen scheint: Einmal mit dem Jeep auf eigene Faust durch die Weiten der Sahara brettern, weit weg von schnurgeraden Wegen und Rechtsfahrgebot! Bei einer Versteigerung erhält Meike den Zuschlag für einen vom Zoll beschlagnahmten Jeep, der sich neben seinen Spritfresserqualitäten auch durch den dekorativen Büffelkopf am Kühler bei ihren Lieben disqualifiziert. Das kann Meike indes ebenso wenig beirren, wie die beiden Typen, die ihr den neuen Besitz teuer abkaufen möchten. Die Entdeckung, dass ihr Verlobter Philip sie mit ihrer besten Freundin Denise (Nora Binder) betrügt, ist allerdings ein echter Tiefpunkt, den Meike bei einer ziellosen Irrfahrt zu verdrängen versucht. Eine unvermeidliche Reifenpanne führt dazu, dass die Pechmarie im Kofferraum einen erstaunlichen Fund macht: 50 Kilo Kokain, sorgfältig portioniert, liegen unter der Abdeckung. Von da an wird Meike Opfer ihrer Reflexe. Schnell weg von hier und dabei kühl kalkuliert, was der unerwartete Segen im Weiterverkauf wohl bringt. Natürlich würde sie niemals wirklich..., logischerweise tut sie es trotzdem! Drogen vor Diskotheken zu verhökern, ist ein hartes Geschäft, wie sie bald merkt. Nicht nur der ein oder andere Tiefschlag muss eingesteckt werden, auch die Besitzer des Stoffs sind ihr dicht auf den Fersen. In dem Türken Salim (Elyas M'Barek) hat sie aber einen Retter in der Not gefunden. Bis sich die Ereignisse dann überschlagen....
"Offroad" ist eine rasant erzählte Liebeskomödie mit deutlichen Anleihen an das Genre des Roadmovies. Belebt wird die turbulente Geschichte, für die Elmar Fischer das Drehbuch schrieb und auch Regie führte, durch die völlige Umkehrung, die im Leben der Protagonistin stattfindet. In ihren geheimen Träumen schon immer eine Aussteigerin, wird aus der spießig angepassten Frau schließlich eine abgebrühte Abenteurerin, die auf der Straße mit Kokain dealt. Das ganze mit witzigen Dialogen und absurden Vorkommnissen garnierte Geschehen gewinnt dabei zusehends an Fahrt und steigert sich zum Galopp absurder Komik. Nora Tschirner ist eine herrlich überspannte Zicke, die vor allem durch coole Sprüche dominiert. Max von Pufendorf, der als untreuer Verlobter das Pulver nicht erfunden hat, zeigt eine bemerkenswert rollengerechte Farblosigkeit, gegen den das Feuerwerk von Elyas M'Bareks südländischem Charme erst richtig schillernd wirkt. Kurzweilige Unterhaltung mit flotten Sprüchen!
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