04.11.2010, 13:58 Uhr
Lebend begraben: Ryan Reynolds in "Buried" (Foto: Ascot Elite)
In Zeiten, in denen Filme mit halbwegs sicherer Erfolgsgarantie locker über 150 Millionen Dollar kosten, sind Streifen mit dem Prädikat "billig, aber gut" eine angenehme Ausnahme-Entscheidung. Denn ein geringes Budget bedeutet häufig weniger Spezialeffekte, weniger Superstars und weniger Zugeständnisse an ein Massenpublikum, dafür aber mehr Herzblut, mehr Wagnis und mehr Ideen. Umso erfreulicher, wenn es solche Low-Budget-Filme von den kleinen Festival-Leinwänden in die großen Kinos schaffen und dort auch noch erfolgreich sind. In dieser Woche starten mit "Buried" und "Paranormal Activity 2" gleich zwei Filme, die für ein vergleichsweise lächerliches Budget von jeweils drei Millionen Dollar Kritiker und Publikum vollauf begeistern konnten.
Einen real gewordener Albtraum erlebt Paul (Ryan Reynolds) in "Buried": Er kommt zu sich und stellt fest, dass er in einem Sarg metertief unter der Erdoberfläche gefangen ist. Es ist heiß, dunkel und der Sauerstoff reicht vielleicht noch für 90 Minuten. Dann drohen Ohnmacht und Erstickungstod. Ohne die leiseste Ahnung, wie und warum er in diese nahezu auswegslose Situation gekommen ist, arbeitet Paul an seiner Rettung. Seine einzigen Werkzeuge sind ein Feuerzeug und ein mysteriöses Handy...
Der Echtzeit-Thriller "Buried - Lebend begraben" überraschte beim diesjährigen Sundance Film Festival mit klaustrophobischer Hochspannung in Perfektion. Das Besondere an "Buried" ist seine Konsequenz: Der Film beginnt im Sarg und verlässt diesen bis zum Finale nicht. Es gibt keine Nebenhandlung, keine Schnitte, die Pauls Gesprächspartner am Telefon zeigen. "Wir MUSSTEN unter der Erde bleiben", sagt Regisseur Rodrigo Cortés. Es wäre Betrug an den Zuschauern gewesen, hätte er seinen Film "zu früh mit frischem Sauerstoff versorgt". So bleibt man hautnah am Protagonisten und kann die Enge, die Hitze und die immer dünner werdende Luft fast am eigenen Leib spüren. Ein Ergebnis natürlich auch der hervorragenden Leistung von Ryan Reynolds ("Selbst ist die Braut"), dessen One-Man-Show in den engen Abmessungen des Sarges in den höchsten Tönen gelobt wird.
Mit dem Erfolg von "Paranormal Activity" im vergangenen Jahr hatte wohl nicht einmal sein Schöpfer, Regisseur und Autor Oren Peli, gerechnet: Weltweit spielte der Horrorfilm sage und schreibe 193 Millionen US-Dollar ein, unglaublich wenn man bedenkt, dass die Produktion gerade einmal 15.000 Dollar gekostet hat. "Paranormal Activity 2", der das Prequel zu den Ereignissen in Teil eins darstellt, knüpft jetzt an diesen Erfolg an und konnte mit seinem 3-Millionan-Dollar-Budget innerhalb von zwei Wochen bereits 110 Millionen einspielen.
"Paranormal Activitiy 2" beginnt zwei Monate, bevor das junge Paar Katie (Katie Featherston) und Micah (Micah Sloat) des Nachts von unheimlichen Phänomenen heimgesucht wurde und schließlich dem Treiben eines Dämons vergeblich Einhalt zu gebieten versuchte. Im Mittelpunkt der Handlung stehen dieses Mal Katies Schwester Kristi Rey (Sprague Graydon) und deren Familie. Als sie nach einem Kurzurlaub ihre Wohnung verwüstet vorfinden, lassen sie ihre vier Wänden von einem Kamerasystem überwachen. Schon bald werden die ersten ungewöhnlichen Ereignisse von den künstlichen Augen erfasst... Mehr Kameras, mehr Charaktere, mehr Schocks: Aber auch wenn Regisseur Tod Williams weniger sparsam vorgeht als sein Vorgänger Oren Peli, so bleibt der Film dem "Paranormal Activity"-Charakter treu. Und das bedeutet auch beim zweiten Aufguss wieder jede Menge Nervenkitzel...
donner schrieb:
am 4. November 2010 um 23:19:45
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""Paranormal Activity 2" und "Buried":
also, wer sich so was einziehen will BITTE. Guten Schlaf danach.
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