17.05.2011, 10:27 Uhr | Yas
Unser Lieblingspirat Johnny Depp alias Captain Jack Sparrow setzt erneut die Segel und begibt sich in "Fremde Gezeiten": Anfänglich bläst ihm der Wind ordentlich um die Ohren, die Wellen peitschen auf und er gerät von einer kniffligen Lage in die nächste. Doch dann glätten sich die Wogen, lediglich die ein oder andere Böe treibt das Piratenspektakel weiter voran. Der spektakuläre Fluchtversuch zu Beginn und das Aufeinandertreffen Jacks mit der feurigen Angelica (Penélope Cruz) führen zu einem langgezogenen Wellenritt, um den sagenumwobenen Jungbrunnen zu finden. Trotz der blutrünstigen Meerjungfrauen und Zombies, die der Crew das Leben sichtlich erschweren, und dem unbarmherzigen Captain Blackbeard (Ian McShane), wartet der Zuschauer vergebens auf "die perfekte Welle", die ihn zum Höhepunkt führt - die Story wirkt ein wenig erzwungen, eine überraschende Wende bleibt aus.
Zunächst mal Anker lichten: Captain Jack Sparrow trifft seine ehemalige Geliebte Angelica wieder und wie jede Verflossene ist sie stinksauer auf ihn: Hat er nur mit ihr gespielt oder steckten damals wahre Gefühle hinter der Liebschaft? Trotz ihrer Wut bittet sie Jack um Hilfe: Er soll sich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Jungbrunnen machen. Da ihm die Black Pearl wie immer abhanden gekommen ist, muss er sich an Bord der Queen Anne's Revenge begeben, dem Schiff des allseits gefürchteten Piraten Blackbeard, der im Bunde mit dem Teufel zu sein scheint. Auch die Spanier haben Wind von der Sache bekommen und machen sich auf die Suche nach dem bedeutsamen Schatz. Lieblingsfeind Barbossa (Geoffrey Rush) lässt sich den Spaß nicht entgehen und hisst die Flagge ungewohnterweise im Namen der königlichen britischen Marine: Der Kampf kann beginnen.
Frischen Wind bringt die Neubesetzung von Jacks Crew, mit Ausnahme seines besten Freundes Joshamee Gibbs (Kevin R. McNally) und dem Erzrivalen Hector Barbossa, die man bereits aus der vorherigen Trilogie kennt. Die alten Gesichter von Orlando Bloom und Keira Knightley gehören der Vergangenheit an. Jacks neue Weggefährtin ist die rassige Angelica, eine Frau, die ihrem ehemaligem Geliebten in Lug und Trug in nichts nach steht. Erzählt sie nun Lügen, die Wahrheiten sind, oder Wahrheiten, die Lügen sind, oder beides? Sie stellt sich als Tochter von Captain Blackbeard, einem der gefürchtetsten aller Piraten der sieben Weltmeere, vor: Zwischen ihr und Sparrow entbrennt ein Feuer wilder Leidenschaften, die nur die Extreme Begierde und Hass kennt. In einer Minute bekämpfen sie sich, in der nächsten überrascht er die versierte Seemännin mit einem Tête-a-Tête im Mondlicht. Allerdings bedient sich die Hass-Liebe zwischen den beiden aller schon einmal dagewesener Klischees, sodass ein Aha-Effekt ausbleibt.
Der erste "Fluch der Karibik"-Teil brachte noch so manche Überraschungen mit sich: Der Charme des verrückten Piraten Jack Sparrow, der seine Abenteuer mit mehr Glück als Verstand bewältigt hatte, konnte das Publikum in seinen Bann reißen, die Intrigen und Lügerei den Zuschauer bis in die letzten Minuten verwirren und auf den falschen Weg leiten. Zwar wird dem Piratenfan noch der ein oder andere gut platzierte Lacher geboten, jedoch fehlt schlicht und einfach ein neues, überzeugendes Element. Die Intrigen sind zu flach gehalten und durchschaubar, in irgendeiner Form war alles schon irgendwie da. Allerdings sorgt die Rolle von Astrid Berès-Frisbey als wunderschöne Meeresbewohnerin Syrena für einige Konflikte - zuletzt für den Missionar Philip Swift (Sam Claflin), der von seinem gottesfürchtigen Weg abzukommen scheint - somit erhält die Schatzsuche ein wenig Auftrieb.
Wer auf den guten alten Piratencharme, literweise Rum und heiße Ladies steht, kommt in diesem Film nicht zu kurz. Johnny Depp spielt seine Rolle in gewohnter Manier, so dass man sich das ein oder andere Schmunzeln nicht verkneifen kann. Zudem bringt der Charakter des Blackbeard eine düsterere Atmosphäre in den Film, als es im dritten Teil der Fall war. Blackbeard ist um vieles kälter und bösartiger als alle Gegner, die Jack Sparrow jemals hatte, so läuft dem Kinofan sicherlich hin und wieder ein kalter Schauer über den Rücken. Viele Handlungsstränge besitzen keinen ersichtlichen Abschluss, so kann der Betrachter in seiner Fantasie selbst in die Welt der Seeräuber eintauchen. Kurzum: Ein Meisterwerk wurde hier zwar nicht geschaffen, wem jedoch der Humor der vorrangegangenen Teile gefallen hat, wird sicherlich Freude an dem Abenteuer finden. Durch die 3D-Effekte wird die Schatzsuche nochmal so richtig gepusht, sodass es sich durchaus lohnt, die deutschen Kinos zu entern.
Kinostart: 19. Mai 2011
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Quelle: t-online.de
sarah schrieb:
am 14. März 2012 um 16:43:23
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nach so vielen jahren
Naja, nach so vielen Folgen ist es klar, dass es für die Zuschauer nicht mehr so interessant ist. Es kommt zudem dazu,
dass man es inhaltlich nicht so attraktiv machen kann. Was auch immer, ich habe ihn mir nicht im Kino angeschaut und gebe mich zufrieden, wenn es im Fernsehen läuft. Es soll im April soweit sein, dass man es auf Sky anschauen kann.
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Sammy schrieb:
am 19. Mai 2011 um 03:34:07
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Gut
Habe mir den Film grad angeschaut. Natürlich kommt er nicht an den ersten Teil dran, aber das ist auch so gut wie unmöglich. Wie bei
fast jeder Fortsetzung. Aber schlecht fand ich ihn jetzt nicht. Captain Jack is back !!!
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