26.10.2011, 15:01 Uhr
Mit 35 stehen Sophie (Miranda July) und Jason (Hamish Linklater) vor der Frage, was sie mit ihrer Zukunft anfangen sollen. (Foto: Alamode)
Sophie (Miranda July) und Jason (Hamish Linklater) sind beide Mitte Dreißig und leben gemeinsam in einem trendigen kleinen Appartement in Los Angeles. Sie ist Tanzlehrerin für Kinder, er verdient sein Geld bei einer Telefonhotline. Beide sind mit ihrem derzeitigen Job alles andere als zufrieden, und auch ihre Beziehung plätschert mehr oder weniger ereignislos vor sich hin. Abhilfe soll da Kater Pfötchen schaffen, der in einem Monat vom Tierheim aus zu ihnen übersiedeln soll. Der Kater mit der gebrochenen Pfote hat laut Tierärztin eh nicht mehr lange zu leben, sodass sich das Paar auf eine befristete Verantwortung für das Tier einrichtet, ja in Pfötchen sogar eine willkommene Bereicherung für ihr eigenes Gefühl der Leere sehen.
Umso größer ist ihre Skepsis dann auch, als die Tierärztin dem perplexen Paar eröffnet, dass der Kater wohl doch noch ein paar Erdenjahre vor sich hat. Wie in Torschlusspanik verfallend, realisieren Sophie und Jason, dass sie nur noch einen Monat Zeit haben, genau das zu tun, was sie schon immer tun wollten, bevor sie sich der Verantwortung stellen. Sie kündigen ihre Jobs, kappen die leidige Internetverbindung, die in ihrer Beziehung schon viel zu lange eine viel zu große Rolle spielte, und widmen sich neuen Projekten. Jason geht den Weg der inneren Stimme: Er lässt sich von dem, was ihm die Welt mitzuteilen hat, inspirieren und wendet sich bald einem Baumpatenprojekt zu. Sophie hat indes ehrgeizige Pläne. Sie will ein "YouTube"-Tanzprojekt auf die Beine stellen. Je mehr Zeit vergeht, umso klarer erkennt die junge Frau, wie sehr sie sich mit ihrem Vorhaben übernommen hat. Lediglich ihr Ratgeber Marshall (David Warshofsky) kann ihr die scheinbar nötige Kraft für ihr Projekt geben. Schließlich beginnt Sophie eine Affäre mit dem 50-jährigen alleinerziehenden Vater und verlässt den völlig verzweifelten Jason. Doch bald merkt sie, dass sie einen großen Fehler begangen hat.
Mit ihrem Beziehungsdrama "The Future" legt Multitalent Miranda July, die hier Regisseurin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin zugleich ist, ein eindeutiges "Veto" gegen die oft propagierte Möglichkeit eines Neubeginns zur Rettung einer Beziehung ein. Nicht "Tabula rasa", sondern im Altvertrauten sich und den anderen wieder wahrnehmen, so lautet das Rezept der auch als Performancekünstlerin tätigen Filmemacherin. Um ihre eher spröde Aussage nicht zu banal und dröge erscheinen zu lassen, darf hier der Plot einmal aus sehr ungewöhnlicher Perspektive erzählt werden: Kater Pfötchen schildert seine Eindrücke des Paares in der Krise. Auch die Mystik und der Mond spielen hier eine große Rolle - Hamish Linklater ("Fantastic Four") hingegen die männliche Hauptrolle. Ein bezauberndes Alltagsmärchen über die Magie der Liebe.
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