06.02.2012, 08:31 Uhr | CK
Hochemotional, bewegend und dennoch sensibel inszeniert - so lässt sich der TV-Film "Tsunami - Das Leben danach" zusammenfassen. Leicht hätte die Verfilmung der realen Liebesgeschichte zweier Tsunami-Überlebender, die nach dem Tod ihrer Familien zueinander fanden, zum kitschigen Event-Movie verkommen können. Doch stattdessen fand das ZDF den richtigen Weg, um das Schicksal von Billi Cramer und Michael Schäffer behutsam in Szene zu setzen. Selbst, wenn man kein Fan der Hauptdarstellerin Veronica Ferres ist, konnte man sich dem Drama nicht entziehen.
Denn "Tsunami - Das Leben danach" verzichtet dankenswerterweise auf großen Kitsch und Effekthascherei. Das ist bei der starken Story auch gar nicht notwendig. Denn jedem, der selbst eine Familie hat, muss das Schicksal der beiden Hauptfiguren nahegehen. Auf einen Schlag die gesamte Familie zu verlieren - im Fall von Billi Cramer ein Mann und zwei Söhne, im Fall von Michael Schäffer eine Frau und zwei Töchter - ist so ein ungeheuerlicher Verlust, dass man ihn sich gar nicht vorstellen mag. Und wie die beiden sich nach diesem Schlag zurück ins Leben kämpfen, muss man einfach bewundern.
Besonders eindrucksvoll sind die Anfangsszenen, in denen der Film unaufgeregte Einblicke in das Familienleben von Billi Cramer vor der Tsunami-Katastrophe 2004 gibt. Wenn Billi ihren Mann Burkhard überredet, Weihnachten nach Thailand zu fliegen, wenn die Familie den ersten Urlaubsabend am Strand verbringt und wenn einer der zwei kleinen Söhne kurz vor dem Tsunami eigentlich bei seiner Mutter im Hotelzimmer bleiben will, diese ihn aber mit Vater und Bruder an den Strand und damit unwissentlich in den Tod schickt - dann muss man als Zuschauer schon mal schwer schlucken. Weil man weiß, dass diese Idylle in kürzester Zeit zerstört werden wird, und schon ahnen kann, welche Vorwürfe sich Billi später machen wird.
Generell glänzt der Film mit vielen starken Szenen, die sich ins Gedächtnis einbrennen und dennoch schnörkellos und sensibel inszeniert sind. Die Beisetzungsszene für Billis Familie etwa setzt nicht auf ständige Nahaufnahmen einer leidenden Veronica Ferres, sondern konzentriert sich stattdessen auf schlichte Aufnahmen der drei Holzsärge - einen großen und zwei kleine -, in denen Billis Mann und die zwei Söhne nun liegen. Doch auch Ferres spielt ihre Rolle grandios. Überzeugend bringt sie den Schmerz, die Leere, die Wut und die Trauer, die Billi nach dem Tod ihrer Familie empfindet, zum Ausdruck - etwa in der höchst emotionalen Szene, wenn die Tsunami-Überlebende sich ein Videoband ansieht, das die letzten Minuten ihres Mannes und ihrer Kinder zeigt.
In der zweiten Hälfte lässt "Tsunami - Das Leben danach" allerdings etwas nach. Während sich der erste Teil des Films vor allem auf die Naturkatastrophe, Billis Suche nach ihrer Familie und ihre Trauer konzentriert, geht es in der zweiten Filmhäfte um ihren Weg zurück ins Leben und ihre Beziehung zu Michael Schäffer (Hans-Werner Meyer). Hier werden die Ereignisse häufig etwas zu stark gerafft. Das ist sicher dem langen Zeitraum verschuldet, den der Film abbildet (von dem Tsunami 2004 bis zu Billi Cramers Schwangerschaft 2008). Dennoch aber wirken die Entwicklungen gelegentlich etwas zu überstürzt und auch die Rolle des Michael Schäffer wird im Vergleich zu Billis Figur nicht deutlich genug gezeichnet. Statt die Story auf einen 95-minütigen Film zusammenzudampfen, hätte man daraus sicher auch einen Zweiteiler machen können. Dann hätte man die Geschichte in Ruhe zu Ende erzählen können.
Doch das ist nur ein kleiner Kritikpunkt an einem insgesamt sehr gelungenen TV-Film. Denn Regisseurin Christine Hartmann hat es geschafft, einen Film über das Schicksal der Tsunami-Überlebenden zu machen, der bewegend und hochemotional ist, ohne dem Kitsch oder der Sensationsgier zu verfallen. Auch Veronica Ferres nimmt sich in ihrer Rolle auf angenehme Weise zurück. "Tsunami - Das Leben danach" ist ein eindringlicher Film, der die Zuschauer noch lange nach dem Abspann beschäftigen wird - genauso wie das Schicksal von Billi Cramer und Michael Schäffer.
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Quelle: dapd , dpa
Manni schrieb:
am 7. Februar 2012 um 11:10:17
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Rollenverteilung
Ich mag Fr. Ferres denn sie ist eine gute Schauspielerin.Trotzdem wäre es besser gewesen für diese Rolle ein unbekanntes
Gesicht zu wählen.Gibt es in Deutschland wirklich nur Berben, Furtwängler , Ferres und Neubauer ? Zu viele Auftritte schaden irgendwann auch mal.Bei Tsunami war das der Fall ,denn die Rolle wirkte irgendwie doch gespielt! Geschichten wie diese, die wirklich das Leben erzählt, brauchen kein Zugpferd bzw. Namen.
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fanfürfreiheit schrieb:
am 7. Februar 2012 um 10:48:15
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Tsunami-Ferres
Ich kann d. Kommentar v. Adelheid nur zustimmen. Kann die Fr. Ferres auch nicht leiden, außerdem ist die doch nur auf Geld
aus. Und dann ihre Liason mit Hr. Maschmeier, einfach wegschalten!!!
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leser schrieb:
am 7. Februar 2012 um 10:23:27
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kommentar
Muß man die Frau kennen,ich kenne nur Schauspieler.
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