24.11.2011, 16:16 Uhr | dh
Der vierte Teil der "Twilight"-Saga kommt in die Kinos. (Quelle: Concorde)
Männer werden in der nächsten Zeit wieder einige Stoßseufzer gen Himmel schicken, denn im Kino ist "Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht Teil 1" angelaufen. Und Millionen weiblicher Fans rennen in Scharen ins Kino - darunter auch ich. Natürlich habe ich alle vier Bücher verschlungen und weiß dementsprechend was mich erwartet, doch ich muss zugeben: Wie Regisseur Bill Condon das Ganze umgesetzt hat, lässt auch mich die letzte halbe Stunde komplett sprachlos und emotional aufgewühlt auf die Leinwand starren.
Aber der Reihe nach: Ich weiß, viele Fans mögen Jacobs (Taylor Lautner) durchtrainierten Körper und so ist es kein Wunder, dass es nur 20 Sekunden dauert, bis er sich sein T-Shirt vom Leib reißt und mit nackten Oberkörper in den Regen rennt, um sich in einen Werwolf zu verwandeln. Zu Boden fällt die Einladung zur Hochzeit von Bella Swan (Kristen Stewart) und Edward Cullen (Robert Pattinson). Und eben diese Vermählung ist der erste Höhepunkt des Films. Für den ersten Lacher sorgt Alice (Ashley Greene), die Bella nötigt mit hohen Stöckelschuhen zu laufen, was diese natürlich alles andere als begeistert tut.
In der Nacht vor dem Jawort besucht Edward nochmal seine Liebste in ihrem Jugendzimmer. Edward gesteht Bella, dass er sich nicht immer nur von Tierblut ernährt hat und auch einst Menschen getötet hat. Hier wird ein Rückblick auf das frühe 20. Jahrhundert gezeigt. Eine junge Dame verlässt das Kino und Edward folgt ihr. Doch wer nun gedacht hat, der liebe und nette Edward könne ihr etwas antun, wird gleich eines Bessern belehrt. Denn Edward tötete zwar Menschen und trank ihr Blut, allerdings waren es damals Frauenmörder, die er auslöschte. Mit dieser Rückblende erfährt man erneut etwas aus Edwards früherem Leben.
Bella träumt in der Nacht vor ihrer Vermählung von dem Fest sieht ihre ganze Familie niedergemetzelt am Altar liegen, die anwesenden Vampire unter den Gästen konnten ihrem Drang nicht widerstehen. Hier arbeitet Bill Condon mit viel Blut und man ist als Zuschauer zunächst doch geschockt über das Blutbad, auch wenn das Ganze bloß als Traum dargestellt wird. Vielleicht wollte der Regisseur hier auch einmal auf das übliche Klischee der Vampirfilme zurückgreifen.
Die Hochzeit von Bella und Edward ist wirklich rührend und bedient sich überhaupt nicht dem üblichen Klischee. Viele Kritiken, die ich vorab schon gelesen habe, berichten von unheimlich viel Kitsch, der nun kommt. Doch ich frage mich: Haben diese Leute jemals die ersten drei Filme der "Twilight"-Saga gesehen? Die sind nämlich um einiges kitschiger. Und eine Hochzeit muss nun einmal romantisch sein. Auch Autorin Stephenie Meyer hat hier ihren Cameo-Auftritt inmitten der wartenden Gäste. Und man sieht der Autorin deutlich an, dass auch sie überwältig ist von Bellas Auftritt.
Doch sind wir mal ehrlich, wirkliche "Twilight"-Fans haben nicht auf die Hochzeit gewartet, sondern auf das, was danach kommt: Der erste Sex von Bella und Edward. Wer nun aber gedacht hat, die Sexszene erfüllt alle Erwartungen, den muss ich enttäuschen. Sie haben zwar Sex, aber alles geschieht kurz und knapp. Da nützen auch die Rückblenden am Morgen danach nichts mehr. Trotzdem werden sicherlich viele entzückt sein, denn es ist zumindest mehr, als in den drei Filmen zuvor, wo es nicht über heiße Küsse hinausging.
Die ersten 60 Minuten plätschern so dahin, zwar ist es nett, das Ganze anzusehen, doch der Hauptteil an Dramatik und Spannung beginnt erst mit Bellas Schwangerschaft. Blass und ausgemergelt sitzt sie mit ihrem riesigen Babybauch im Hause der Cullens. Kristen Stewart hat in Interviews ja bereits verraten, dass ihre dünne Figur per Computer verändert wurde. Und wirklich: Es sind erschreckende Bilder, die eine knochige Bella zeigen, die sich kaum noch auf den Beinen halten kann. Erste Ekelrufe werden im Kino laut, als Bella Menschenblut zu trinken bekommt, damit es ihr wieder besser geht. Zwar trinkt sie es aus einem Plastikbecher, aber als sie meint "Das ist wirklich gut" und ihre blutverschmierten Zähne zeigt, läuft es auch mir eiskalt über den Rücken.
Und dann geht es Schlag auf Schlag und der Höhepunkt des Films beginnt: Die Werwölfe wollen Bella töten, weil sie ein Monster in ihrem Bauch heranzüchtet, schließlich ist das Kind halb Mensch, halb Vampir. Jacob bricht mit seinem Rudel und stellt sich auf die Seite der Vampire. Ein großes Lob hier an Regisseur Bill Condon. Er ist meiner Meinung nach der erste, bei dem die computeranimierten Werwölfe sehr realistisch wirken. Das liegt vor allem daran, dass sie nicht mehr so überdimensional groß wirken.
Schließlich kommt es zur sagenumwobenen Geburt und diese Szene ist nichts für schwache Nerven. Es fließt viel Blut fließt und an Dramatik wird nicht gespart. Auch Kristen Stewart inmitten des ganzen Blutes zu sehen, kostet große Überwindung.
Besonders emotional ist der Augenblick an dem Jacob auf die kleine Renesmee (das Kind von Bella und Edward) geprägt wird. Werwölfe finden in ihrem Leben nur einmal den einen Menschen, den sie lieben und mit dem sie ihr ganzes Leben verbringen wollen. Und so erkennt Jacob, das Renesmee genau dies für ihn ist. Er gibt seinen Plan, sie zu töten auf und sieht gebannt in ihre Augen. Der Zuschauer erhält nun einen Vorausblick auf die Schauspielerin Mackenzie Foy, die im zweiten Teil dann eine gewichtigere Rolle spielen wird und sieht auch Renesmee als Erwachsene.
Für Bella scheint es nach der dramatischen Geburt keine Rettung zu geben. Zwar hat Edward für den Notfall in einer Spritze sein Vampirgift gesammelt, das Bella auch in einen Vampir verwandeln soll, doch es scheint zu spät. Er rammt ihr die Spritze ins Herz, doch Bella zeigt keine Regung. Als Zuschauer leidet man mit Robert Pattinson alias Edward, der glaubt, er habe das Liebste, was er je besessen hat, verloren.
Die Werwölfe wollen ihren Plan, das neugeborene Kind zu töten, nicht aufgeben und sind zum Kampf mit den Cullens bereit. Dieser Moment ist besonders emotional, hatten sie doch in "Eclipse - Bis(s) zum Abendrot" noch Seite an Seite mit den Cullens gekämpft, um sich gegen feindliche Vampire zu verteidigen. Doch mit der Geburt der kleinen Renesmee scheint dieses Bündnis aufgehoben zu sein. Es sind wirklich atemberaubende Szenen und auch die Schlussszene lässt einen wie erstarrt zurück. Ich war jedenfalls total gebannt und hatte auch auf ein etwas anderes Ende getippt, aber es wird klar: Das wirkliche Ende toppt doch alles und man zuckt wirklich zusammen.
Ein Tipp noch: Nach Ende des Films bitte nicht gleich aus dem Kino rennen, denn nach dem Abspann läuft noch eine kleine, nicht unwichtige Szene. Also ruhig auch mal den sonst so langweiligen Abspann anschauen. Ich jedenfalls warte nun voller Vorfreude auf November 2012. Dann startet der letzte Teil anläuft und ich bin gespannt, ob Bill Condon es auch dort schaffen wird, mich wieder völlig in seinen Bann zu ziehen.
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dh
Steffen schrieb:
am 28. November 2011 um 21:01:59
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Sowas hab ich noch nicht gesehen
das ist eine Verfilmung einer brasilianischen Soapopera. Ich musste mir den "Film" mit meiner
pupertierenden Tochter ansehen. So lange muss die Evigkeit sein. Nur gemacht, um Eltern wie ich es bin, mit ihrer Tochter in den Abgrund der Langeweile zu ziehen! Absolut nicht sehenswert!!!!!!
PS: Selbst der Freund meiner Tochter konnte sich sowas nicht antun, ich hatte dummerweise keine Wahl! Amerikanischer Muell!!!
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Entchen schrieb:
am 28. November 2011 um 19:13:43
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Twilight
Ich habe den Film gesehen und bin begeistert! Unbedingt ansehen!
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O.M.G. schrieb:
am 28. November 2011 um 16:58:37
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Twilight
Story und Stimmung und alles Drumherum sind bestimmt gut, aber als Fan von klassischen Vampir Filmen OHNE glitzernde
"Blutsauger" kann ich mich trotzdem nicht mit den Filmen anfreunden. Und die Schmuse Werwölfchen tun ihr übriges....
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