03.03.2011, 08:00 Uhr | mth
Der Ire Liam Neeson ("Schindlers Liste") entwickelt sich immer mehr vom Charakterdarsteller zum Actionhelden - und das mit nicht mehr ganz taufrischen 58 Lenzen. Ob als verzweifelter Vater auf Rachefeldzug ("96 Hours") oder als Reinkarnation von Colonel "Hannibal" Smith im Ballerspaß "Das A-Team": Neeson verleiht seinen Auftritten immer die notwendige Glaubwürdigkeit gepaart mit Coolness und macht auch beim Einsatz von Fäusten und Schusswaffen eine hervorragende Figur. Davon kann man sich nun auch wieder in seinem neuesten Film, dem actionreichen Verschwörungsthriller "Unknown Identity" überzeugen, der Neeson auf winterliche Hetzjagd durch Berlin schickt.
Liam Neeson spielt den renommierten amerikanischen Wissenschaftler Dr. Martin Harris, der gerade mit seiner schönen Frau Liz (January Jones) im Berliner Nobelhotel Adlon eintrifft. Er soll in der Bundeshauptstadt an einem wichtigen Forschungskongress teilnehmen. Allerdings hat er wichtige Unterlagen am Flughafen vergessen. Also springt Harris in ein Taxi, doch am Flughafen kommt er nie an: Das Auto wird in einen Unfall verwickelt und landet in der Spree. Fahrerin Gina (Diane Kruger) kann den Wissenschaftler in letzter Sekunde vor dem Ertrinken retten, doch er ist nicht mehr bei Bewusstsein. Im Krankenhaus gelingt es, seinen Zustand zu stabilisieren. Als Harris aber vier Tage später aus dem Koma erwacht, erwartet ihn eine böse Überraschung.
Offenbar hat sich in den vier Tagen niemand nach ihm erkundigt, sein Name ist dem Krankenhauspersonal unbekannt. Selbst noch völlig verwirrt, erinnert ihn ein TV-Beitrag über den Forschungskongress, wer er eigentlich ist. Er verlässt das Krankenhaus und begibt sich ins Adlon. Doch dann dies: Seine vermeintliche Frau hat ihn noch nie gesehen, an ihrer Seite befindet sich ein anderer Mann, der sich als Dr. Martin Harris ausgibt. Hat er sich alles nur eingebildet? Ist er verrückt? Harris gelingt es, die Taxifahrerin Gina ausfindig zu machen. Gemeinsam mit ihr und dem Privatdetektiv Ernst Jürgen (Bruno Ganz), einem ehemaligen Stasi-Offizier, versucht er, der Sache auf den Grund zu gehen. Doch das ist alles andere als ungefährlich.
Was als doppelbödiger Psychothriller beginnt, entwickelt sich schnell zum rasanten Actionstreifen. Dass dabei die anfänglich komplex anmutende Verschwörungsstory schnell an Überraschungsmomenten verliert, ist nicht wirklich schlimm. Denn Regisseur Jaume Collet-Serra gelingt es, den Adrenalingehalt im Blut seines Protagonisten und dementsprechend auch beim Publikum konstant hoch zu halten. Da verzeiht man auch gerne das ein oder andere Klischee oder Logikloch. Außerdem wird in "Unknown Identity" die Millionenmetropole an der Spree mit jeder Menge Stil in Szene gesetzt, so dass sich für das deutsche Publikum ein für große Filmproduktionen ungewöhnlicher Wiedererkennungseffekt einstellt.
Kinostart: 3. März 2011
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Quelle: t-online.de
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