02.02.2011, 08:40 Uhr | jho / dpa
Älter und gereifter: Lena Meyer-Landrut beim Grand Prix-Vorentscheid 2011. (Foto: dpa)
Drei TV-Sendungen zur besten Sendezeit, in denen ein Künstler in aller Ruhe sein neues Album von A bis Z einem Millionenpublikum vorstellen kann. Gibt es nicht? Gibt es doch – die Verkaufsveranstaltung nennt sich „Unser Song für Deutschland“, macht kräftig Werbung für Lena Meyer-Landruts neues Album und lief am Montagabend erstmals auf ProSieben. Ach ja, ein Song, mit dem Lena ihren Titel beim "Eurovision Song Contest" verteidigen soll, wird dabei ja auch noch gesucht. Aber das nur nebenbei.
Lenas neues Album kommt, marketingtechnisch perfekt positioniert, nach der zweiten Show am 8. Februar heraus. Die ersten sechs Songs daraus stellte die Künstlerin am Montagabend vor, verpackt als ernst gemeinter Vorentscheid für den Grand Prix. Drei der Lieder konnten die Zuschauer in die Finalrunde wählen, in der zusammen mit den drei Siegersongs der zweiten Show der endgültige Grand-Prix-Titel ausgewählt werden soll. Was das deutsche TV-Publikum für gut befindet, kann in Europa ja nicht durchfallen. Das hat mit „Satellite“ schließlich schon einmal funktioniert, dürfte aber auch die einzige Legitimation für diese Pseudo-Castingshow in Dauerwerbesendungs-Anmutung sein.
Denn dass alle sechs Songs, die am Montag zu Gehör kamen, am Ende wirklich das Potenzial hätten, beim Eurovision Song Contest gegen die europäische Konkurrenz zu bestehen, darf bezweifelt werden. Eine melancholische Ballade wie „I Like You“ ist dafür viel zu nichtssagend und langweilig, ein typischer Albumsong, kaum mehr als Füllmaterial zwischen besseren Titeln – beim Grand Prix wäre er absolut chancenlos. Genau wie Stefan Raabs Eigenkomposition, zu der er – wenn auch als Witz gemeint – sagte: „Gut gesungen, aber der Song ist Schrott“. Schöner hätte man es nicht formulieren können. Das Publikum sah das offensichtlich genauso, Raab fiel durch.
Der Star der Show gab sich indes wohltuend zurückhaltend: Lena verzichtete auf der Bühne weitgehend auf ihre typischen Sprüche und wirkte stattdessen erwachsener und reifer - nicht unbedingt zuträglich für ihre vielbeschworene "Leichtigkeit", aber für den Zuschauer durchaus angenehm zu sehen. Auch stimmlich hat sie sich weiterentwickelt, wenngleich sie nach wie vor Strophen vernuschelt, ihr Stimmumfang nur mittelmäßig ist und sie insgesamt auch gerne kraftvoller singen könnte. Ihren speziellen Stil muss man natürlich sowieso mögen, sonst hilft bei dieser Show nur der Griff zur Fernbedienung. Lena selbst fühlte sich in diesem Jahr offenbar rundum wohl auf der großen Bühne, fand ihren ersten Auftritt beim diesjährigen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest wesentlich entspannter als im letzten Jahr. "Ja, es war entspannter", sagte sie in der Nacht zum Dienstag der dpa in Köln. "Der Unterschied ist, dass ich da nicht mehr stehen und warten musste, ob ich rausfliege." Das kann wirklich als eindeutiger Vorteil gesehen werden.
Lena sollte mit verschiedenen Facetten und mit unterschiedlichen Stilen gezeigt werden, betonte Raab immer wieder. Und stellenweise gelang das auch, vor allem beim klaren Favoriten des Publikums, „Taken By A Stranger“. Der düstere, leicht schräge und geheimnisvolle Elektrosong, der beim ersten Hören etwas irritiert, aber dann doch fesselt, hatte noch am meisten von dem Überraschungsmoment, das auch Lenas Hit „Satellite“ ausmachte. Auch „Maybe“ und Lenas Eigenkomposition „What Happened To Me“ fanden zurecht Anklang und wurden ins Finale gewählt. Stefan Raab sagte der dpa: "Ich finde, Lena hat 'n guten Job gemacht. Ich bin absolut zufrieden." Welches Lied beim Publikum ankomme, könne man vorher immer schwer sagen. "Frag zehn unterschiedliche Leute, und du kriegst zehn unterschiedliche Antworten. Aber in der großen Masse irrt das Publikum nicht. Ich finde, unser Publikum hat einen sehr jungen, coolen Geschmack bewiesen."
Für den Strategen Raab ist der Vorentscheid „Unser Song für Deutschland“ der perfekte Weg, sich und seinen Schützling schon im Vorfeld optimal zu vermarkten. Ihre Fans wird die Überdosis Lena sicherlich begeistern, alle anderen haben am Montagabend einen Liederabend erlebt, bei dem eine junge, ambitionierte Künstlerin ihr neues Album vorstellte – mit zu ihr passenden, wenn auch nur durchschnittlich spannenden Songs weitab vom Mainstream, die angeblich perfekt geeignet sein sollen, ganz Europa in ihren Bann zu ziehen. Ob die Rechnung aufgeht und das Projekt Titelverteidigung funktioniert, wird sich aber erst am 14. Mai erweisen.
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Quelle: dpa , jho , t-online.de
Markus schrieb:
am 6. Februar 2011 um 09:21:57
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Lena will weit weg?
Bitte Lena. bleib auch wirklich ganz lange weg.
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Doc Morris schrieb:
am 6. Februar 2011 um 08:16:43
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Springer-Fernsehpreis
Bravo,nun hat sie auch noch die goldene kamera ist der hohn! Inzwischen wirkt der ganze Pro7/ARD-Kommerz nur peinlich!
Lenas Eigenlob stinkt mir gewaltig zum Himmel.Schickt Raab mit seinem x-beinigen Kinderstar einfach in die Ägyptische Wüste,dann haben wir Deutschen endlich von Lena MeyerLand -Ruh(t)e
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Christa schrieb:
am 5. Februar 2011 um 19:16:18
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Lena
Sie ist ein Glückskind. ein hübsches noch dazu, da muss man nicht auch noch singen können. Der Ostblock und die Skandinavier, die
sonst immer ihre Stimmen untereinander vergaben, hatten wohl Angst, dass die deutschen Finanzierer aussteigen, wenn sie nicht auch mal siegen dürfen. Dass es nun gerade Lena war - warum denn nicht? Die Werbesendung MUSS ich ja nicht sehen.
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