15.03.2010, 11:37 Uhr
Lena Meyer-Landrut und Stefan Raab (Foto: dpa)
Lena Meyer-Landrut hat es geschafft: Die quirlige Hannoveranerin mit der außergewöhnlichen Stimme singt für Deutschland beim Eurovision Song Contest am 29. Mai. Die 18-jährige Abiturientin setzte sich am Freitagabend im Finale der Castingshow "Unser Star für Oslo" gegen ihre Konkurrentin Jennifer Braun aus Hessen durch. Die Fernsehzuschauer wählten sie zusammen mit dem Song "Satellite", einer speziellen Popnummer mit Sprechgesang im Stile britischer Songschreiberinnen wie Adele oder Lily Allen. Jury-Chef Stefan Raab hat hingegen als Komponist des Songs "Love Me" eine knappe Niederlage erlitten. Er hatte den Song für Lena geschrieben und sie ihn als drittes Stück präsentiert - die Zuschauer entschieden sich jedoch für "Satellite". Er hatte den Titel der 18-Jährigen auf den Leib geschrieben, wie eine ARD-Sprecherin auf ddp-Anfrage sagte. Das Lied sei vor einer Woche entstanden, der Text stamme von Raab und Meyer-Landrut.
Die t-online.de-User hatten sich bei einem Voting bereits im Vorfeld für die 18-jährige Lena Meyer-Landrut ausgesprochen. 63 Prozent der Abstimmungs-Teilnehmer voteten für die quirlige Sängerin. Nur 32 Prozent hatten für die ebenfalls 18-jährige Jennifer aus Eltville gestimmt. Eine deutliche Entscheidung für Lena, die bei "Unser Star für Oslo" vor allem mit Außergewöhnlichkeit punkten konnte.
Die Abiturientin galt von der ersten Show an als Favoritin. Mit ihrer unbeschwerten, schlagfertigen Art verzauberte sie die Zuschauer; Showinitiator, Talententdecker und Jurypräsident Stefan Raab war sichtlich angetan von der Schülerin. Ihre Fanseite beim Online-Netzwerk Facebook hatte am Tag vor dem Finale 13.000 Fans; im Laufe des Finales stieg diese Zahl auf über 16.000. Und während des Finales gab es von der Jury fast nur Lob: "Irgendwie ganz speziell", fand es Xavier Naidoo. "Das ist aller Ehren wert." Und Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß meinte nach dem Song "Satellite" begeistert: "Du hast die Geschichte erzählt."
Das Finale in der ARD war die achte Show in der gemeinsamen Castingreihe mit ProSieben, die Anfang Februar begonnen hatte. Aus zunächst 20 Kandidaten wurden über sechs Wochen hinweg die beiden 18-jährigen Finalistinnen ausgewählt. Insgesamt hatten sich mehr als 4500 Menschen für das Casting beworben. Es war das erste Mal, dass sich die verantwortliche öffentlich-rechtliche ARD für die Grand-Prix-Qualifikation einen Privatsender als Partner mit ins Boot holte - und voll auf das Konzept des ProSieben-Moderators Raab setzte. Der hat Erfahrung mit dem Eurovision Song Contest: Im Jahr 2000 holte er selbst mit "Wadde hadde dudde da" den fünften Platz, außerdem war er als Komponist von Guildo Horn und mit seinem "TV total"-Castinggewinner Max Mutzke erfolgreich.
Viele Kritiker lobten die Show, weil sie sich konsequent auf die musikalischen Qualitäten der Kandidaten konzentrierte und nicht in das bei Castings häufig zu beobachtende "Erniedrigungs-TV" ausartete, bei dem die Teilnehmer vorgeführt werden. Andere bemängelten jedoch den Raabschen "Streichelzoo", in dem die Musiker-Jurys allzu kritiklos mit den Sängern umgingen und fast nur Lob verteilten.
Am Ende dürften die Sender eine gemischte, aber dennoch positive Bilanz ziehen: Die Zuschauerzahlen lagen zwischen knapp zwei und knapp drei Millionen - für einen klassischen ARD-Vorentscheid der vergangenen Jahre viel zu wenig. ProSieben sah sich jedoch auf der Gewinnerseite: Mit 13,4 Prozent Marktanteil beim werberelevanten Publikum der 14- bis 49-Jährigen wurde in den sechs ProSieben-Shows der Senderschnitt deutlich überboten. Zum absoluten Quotenerfolg wurde die reine Musikshow also nicht, das RTL-Casting "Deutschland sucht den Superstar" mit markigen Sprüchen von Chefjuror Dieter Bohlen hat häufig doppelt so hohe Marktanteile.
Doch auch wenn die Showreihe kein Straßenfeger war, dürfte Lena mit "Satellit" eine Menge Fans in Deutschland erreichen. Denn die Jugend- und Popwellen der ARD werden den Song bis zum internationalen Finale etliche Male in Millionen deutsche Radios schicken. Anders als im vergangenen Jahr, als eine Jury hinter verschlossenen Türen das Duo Alex Swings Oscar Sings mit "Miss Kiss Kiss Bang" auswählte und weder die deutschen Fans noch die internationale Grand-Prix-Gemeinde damit begeistern konnte - Ergebnis: 20. Platz.
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S schrieb:
am 15. März 2010 um 15:52:39
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Oslo
Ich hoffe sie spielen nicht die 'glattgezogene' Radio/ Studio -Version in Oslo.
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