20.02.2010, 13:40 Uhr | jho
Sharyhan Osman bei "Unser Star für Oslo" (Foto: ProSieben)"Normalerweise, wenn ich in Castingshows höre, jetzt singt jemand ein Lied von Whitney Houston, dann kriege ich immer unglaubliche Angst", so Stefan Raab. "Weil normalerweise passiert dann ganz, ganz Grausames". Doch nicht so bei „Unser Star für Oslo“-Kandidatin Sharyhan Osman. Die junge Münchnerin legte in der zweiten Ausgabe der Show mit ihrer Interpretation von "I Have Nothing" einen Gänsehaut-Auftritt hin, der die Jury - neben Raab diesmal Sarah Connor und Peter Maffay - und das Publikum tief beeindruckte. Klar, dass Sharyhan problemlos in die nächste Runde einzog. Genau wie vier nicht minder talentierte Nachwuchs-Musiker, die nun einen Schritt näher an ihrem Ziel sind - Deutschland beim Eurovision Song Contest in Oslo würdig zu vertreten.
Foto-Show "Unser Star für Oslo" - die Gewinner der zweiten Show
Mindestens genauso beeindruckend präsentierte sich in der zweiten Ausgabe der Grand-Prix-Castingshow die Straßenmusikerin Maria-Lisa Straßburg. Normalerweise rockt die 21-Jährige die Fußgängerzonen Mecklenburg-Vorpommerns, doch am Dienstag bewies sie, dass sie eindeutig auf die große Show-Bühne gehört. Die Rothaarige rockte zu "Saving My Face" von KT Tunstall so energiegeladen und mitreißend, dass es Peter Maffay kaum noch auf dem Jury-Sessel hielt. "Ich würde dich gerne sehen für Deutschland", lobte Sarah Connor und Stefan Raab freute sich, dass es auch den üblichen "Tussi-Alarm" geht. Mehr Lob geht kaum.
Entspannte Surfer-Musik, Rock, Soul, Pop - auch die zweite Ausgabe von "Unser Star für Oslo" gefiel mit einem abwechslungsreichen Kandidaten-Mix und echten Talenten. Dass die beiden Moderatoren wesentlich lockerer wirkten als noch auf der Premiere und auch die Jury nicht nur über den Gesang fachsimpelte, sondern auch mal einen Spruch riskierte, machte auch die Show rund um die Auftritte wesentlich weniger dröge als noch vor einer Woche. Schön, dass es gelungen ist, noch einmal eine Schippe draufzulegen. Denn was für ein wohltuender Unterschied ist diese Show zu anderen Castings wie DSDS: Musikgenuss ohne Fremdschämen, exzessive Kandidaten-Vermarktung und Sprüche unter der Gürtellinie. Den Quoten tat die Konzentration auf das Wesentliche - den Gesang - aber auch diesmal nicht gut: "Unser Star für Oslo" verlor gegenüber der ersten Show rund 400.000 Zuschauer, insgesamt sahen noch 2,2 Millionen Menschen zu, was einem Marktanteil von sieben Prozent entspricht.
Dass sich die Konzentration auf das Gesangstalent dennoch lohnt, zeigte sich aber auch an den Kandidaten, die ebenfalls eine Runde weiter gekommen sind. Castingshow-Küken Jennifer, gerade einmal 18 Jahre alt, fegte das Publikum mit "I'm Outta Love" von Anastacia beinahe weg und heimste völlig zurecht nur Lob von der Jury ein. Sie habe Musik im Blut, meinte Peter Maffay und Stefan Raab fand ihren Auftritt "erschreckend gut". Mindestens genauso erschreckend gut waren nur noch die beiden Herren, die sich ebenfalls über den Einzug in die nächste Show freuen dürfen: Ausgerechnet der Engländer Leon (26) hatte sich als einziger einen deutschen Song ausgesucht, und dann auch noch Herbert Grönemeyers "Der Weg". Doch an Grönemeyer dachte bei der wunderschön poppig-souligen Interpretation des Briten garantiert niemand mehr. Und auch George Michael würde sich wundern, was man aus seinem Hit "Faith" machen kann - im Fall von Christian Durstewitz eine energiegeladene, groovige Version. "Du hast diese Nummer aus dem Popbereich entführt in so eine rotzige Rock'n'Roll-Ecke", so Stefan Raab - und das kam an. In der nächsten Show treten nun die fünf Sieger aus der ersten gegen die fünf Gewinner der zweiten Show an.
jho
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