01.02.2012, 10:57 Uhr
Wirtschaftsjournalist Mikael Blomkvist (Daniel Craig) will mit Hilfe der ungewöhnlich genialen Detektivin Lisbeth Salander (Rooney Mara) einen Mord in einer Industriellenfamilie aufklären. Beide ahnen noch nicht, auf was sie sich da eingelassen haben. (Foto: Sony)
Als Wirtschaftsjournalist hat Mikael Blomkvist schon einige Male in die dunklen Abgründe der Großfinanz geblickt, hinter deren weitverästeltem Netzwerk sich nicht selten kriminelle Seilschaften verbergen. Ein Moloch schwerreicher Machtmenschen, der sich bei seinen Verbrechen sogar der Unterstützung durch den Justizapparat zu bedienen weiß. Nicht zuletzt aus diesem Grund wird er schließlich selber für eine nicht in ganz wasserdicht recherchierte Story der Verleumdung vor Gericht schuldig gesprochen. Dieser Skandal um seine Person bringt ihm die Aufmerksamkeit von zwei Personen, die sein Leben nachhaltig verändern.
Lisbeth Salander (Rooney Mara) erhält von ihrer Sicherheitsfirma den Auftrag, Blomkvists Leben zu durchleuchten. Das schmächtige Mädchen mit dem eigenwilligen Look aus großformatigen Tattoos, unzähligen Piercings und ihrer mit Nieten verzierten Lederkluft ist ein echtes Ass in der Aufdeckung persönlicher Geheimnisse, obwohl sie selber den Ruf einer Soziopathin hat. Nachdem der Großindustrielle Henrik Vanger (Christopher Plummer) sich mithilfe ihrer Überprüfung Blomkvists Integrität sicher sein kann, beauftragt der alte Mann ihn mit den Nachforschungen über das Schicksal seiner Nichte Harriet Vanger, die mit 16 urplötzlich verschwand. Seit nunmehr 40 Jahren sind die Bilder mit einer getrockneten Blume, die Henrik immer zu seinem Geburtstag erhält, das einzige Lebenszeichen. Vanger ist überzeugt, dass Harriet von einem Familienmitglied ermordet wurde. Die überdurchschnittliche Bezahlung, gepaart mit dem Frust über seine Verurteilung, locken Blomkvist auf die unwirtliche Insel, wo sich der Vangersche Familienbesitz befindet. Lisbeth, die ihn ohne sein Wissen observiert hat, dehnt ihre Recherche aus privatem Interesse aus und folgt ihm heimlich. Und schon bald ist Mikael Blomkvist mehr als froh, dieses außergewöhnliche Wesen an seiner Seite zu haben. Denn die Enthüllungen der dunklen Familiengeheimnisse drohen zu einer tödlichen Gefahr zu werden.
Die Verfilmung von Stieg Larssons Bestsellern als "Millennium-Trilogie" geriet fast überall zum klingelnden Kassenschlager. Lediglich in Amerika blieb der Erfolg weitgehend aus. Mit dem Remake von "Verblendung" kann David Fincher ("The Social Network") dem ersten Teil des Schwedenthrillers um das denkwürdige Ermittlerduo Blomkvist und Salander auch dort endlich zur verdienten Anerkennung verhelfen. Doch Fincher wäre nicht Fincher, wenn er es lediglich bei einer 1:1-Umsetzung des Originals beließe, vielmehr zeigt seine Interpretation der berühmten Vorlage einmal mehr die individuelle Prägung als sein ganz persönliches Markenzeichen. Mit mehr Tempo, ohne dabei indes den Tiefgang in der Gesellschaftsanalyse vermissen zu lassen, braucht sich diese Neuauflage nicht hinter ihrem Vorbild zu verstecken, zumal auch die Hauptdarsteller ihren Rollen mehr als gerecht werden: "James Bond" Daniel Craig kann ebenso überzeugen wie Rooney Mara, die für ihre Lisbeth einiges an schmerzlichem Körpereinsatz in Kauf nahm.
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