15.09.2010, 10:16 Uhr
Die verwöhnte Anna (Amy Adams) will ihrem Freund Jeremy in Dublin einen Heiratsantrag machen. Doch anstatt in Dublin landet sie im Nirgendwo und in den Armen von Declan (Matthew Goode). (Foto: Kinowelt)
Anna (Amy Adams) steht mit beiden Beinen im Leben. Die hübsche junge Frau aus Boston ist ein zielstrebiges Verkaufstalent für Immobilien und seit fast vier Jahren mit dem angesehenen Arzt Jeremy (Adam Scott) zusammen - ihrem Traummann. Ihr vierter Jahrestag steht vor der Tür, und Anna freut sich bereits riesig, denn für sie ist sonnenklar, dass Jeremy nun endlich um ihre Hand anhalten wird. Doch das romantische Abendessen verläuft ganz anders als erwartet. Jeremy zückt eine kleine schwarze Schachtel und - während er sie öffnet - versteinert sich Annas Gesicht. Ein wunderschönes Paar Ohrringe kommt zum Vorschein, doch von einem Verlobungsring keine Spur. Anna ist enttäuscht, sogar verzweifelt, denn so hat sie sich ihr gut durchgeplantes Leben nicht vorgestellt. Als sie sich später mit ihrem Vater (John Lithgow) trifft, bringt er sie plötzlich auf eine Idee. Er erzählt von einem romantischen irischen Brauch, laut dem die Frauen innerhalb eines Schaltjahres am 29. Februar ihrem Liebsten einen Heiratsantrag zu machen pflegen. Bald ist es soweit: Der 29. Februar steht vor der Tür und zufällig fliegt Jeremy genau zu diesem Zeitpunkt aus beruflichen Gründen nach Dublin.
Anna packt ihre Koffer und macht sich auf den Weg, doch das Schicksal mischt sich bereits während des Fluges in ihre Pläne ein. Ein fürchterlicher Sturm zwingt den Kapitän zu einer Kursänderung. Während die Atemmasken von der Decke baumeln, nimmt die Maschine Kurs auf den Flughafen von Wales. Leider liegt Wales genau auf der anderen Seite der grünen Insel und mit Anschlussflügen ist vorerst auch nicht zu rechnen. Doch Anna gibt so schnell nicht auf. Was sie sich in den Kopf gesetzt hat, das setzt sie auch durch, so war es bisher immer. Kurz entschlossen steigt sie in einen maroden Kahn, der sie zum Ziel bringen soll. Leider kapituliert auch dieser vor dem Sturm und strandet irgendwo am Festland. Nun befindet Anna sich im absoluten Niemandsland. Völlig durchnässt schleppt sie ihr Hab und Gut zu einem kleinen Dorf-Pub. Der junge Besitzer Declan (Matthew Goode) ist ebenso überrascht wie seine drei Gäste. Anna will schnell weiterreisen, doch kein Bus, keine Bahn, verlässt diese Einöde. Da Declan dringend Geld benötigt, erklärt er sich bereit, Anna für den Preis von 500 Dollar nach Dublin zu kutschieren. Doch kaum sitzen der zynische junge Mann und Anna in seinem alten Renault, geht - wie gehabt - alles weitere schief, was nur schief gehen kann.
Der Inhalt einer Internetseite inspirierte Deborah Kaplan und Harry Elfont zu ihrem gemeinsamen Drehbuch-Projekt. Irische Frauen, die am 29. Februar den Männern Heiratsanträge machen, das klang in ihren Ohren sogleich filmreif. Kaplan und Elfont machten sich sofort an die Arbeit, doch bis ihre Liebeskomödie den Weg auf die Leinwand fand, zogen mehr als zehn Jahre ins Land. Nun ist das Werk vollbracht: Anand Tucker ("Shopgirl") nahm im Regiestuhl Platz. In der Hauptrolle ist die charmante Amy Adams ("Verwünscht") zu sehen, die vor allem in komödiantischen Szenen glänzt. An ihrer Seite standen Matthew Goode ("Match Point"), John Lithgow ("Garp und wie er die Welt sah") und Adam Scott ("Aviator") vor der Kamera. "Verlobung auf Umwegen" zeigt mit viel Witz und Ironie, wie unvorhersehbar das (Liebes-)Leben sein kann: sehr amüsant!
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