29.02.2012, 10:34 Uhr
Marcella (Lilly Reulein), Lukas (Friedrich Heine) und Pia (Jamie Bick) müssen dem kleinen Yeti Yoko helfen, zurück in seine Heimat zu kommen. (Foto: Sony)
Wenn man ein nicht mehr ganz kleines Mädchen, aber auch noch kein richtig großes ist, dann kann das Leben schon reichlich kompliziert und traurig sein. Vor allem, wenn es wie bei der elf Jahre alten Pia (Jamie Bick) erst ein Jahr her ist, dass der Vater starb. Zuhause herrscht seitdem fast nur noch dicke Luft, ständig gibt es Zank mit Mama (Jessica Schwarz) und Marcella (Lilly Reulein), der kleinen Schwester. Selbst mit ihrem besten Freund Lukas (Friedrich Heine) mag das traurige Mädchen schon lange nichts mehr unternehmen. Unverstanden, wie sie sich fühlt, will sie nur allein sein. Pia ist froh, dass sie wenigstens ihr Baumhaus hat, in das sie sich zurückzieht, wenn ihr alles wieder einmal zuviel wird. Umso größer ist ihr Erstaunen, als sie in ihrem Refugium eines Tages einen höchst seltsamen ungebetenen Gast vorfindet.
Anfangs hat Pia schreckliche Angst, denn das zottelige Wesen ist nicht nur ziemlich groß und sieht so ganz anders aus als alles, was sie bisher gesehen hat, es hat zudem ihr geliebtes Geheimversteck völlig verwüstet. Doch bald merkt sie, dass ihr von Yoko, der sich als waschechter Yeti aus dem Himalaja entpuppt, keine Gefahr droht. Yoko, der außer "Jo" kein einziges Wort kennt, ist nämlich auf der Flucht vor dem skrupellosen Großwildjäger Thor van Sneider (Tobias Moretti) und dem geldgierigen Zoodirektor Kellermann (Justus von Dohnanyi). Die haben es auf den Pelz des Schneemenschen abgesehen, seit er versehentlich bei einer Tierrettungsaktion in seiner Heimat in einen Transporter geriet und unbemerkt nach Europa gelangte, wo ihn dann doch noch der Jäger schnappte. Glücklicherweise konnte Yoko im letzten Moment entwischen. Nun sitzt er erschöpft, unsagbar durstig und vor allem ganz allein und verloren in der Fremde. Pia kann gar nicht anders: Sie muss dem armen Kerl einfach helfen - selbst wenn das natürlich für eine Menge weiteren Trubel in ihrem Leben sorgt...
In Franziska Buchs ("Emil und die Detektive") Fantasy-Abenteuer "Yoko" wird ein drolliges Zottelwesen zum Leben erweckt, das sich sicherlich viele kleine Mädchen als Freund wünschten, wenn es denn ein solches gäbe. Kinderbuchautor Knister ersann das liebenswerte Fabelwesen - nicht ganz Mensch, nicht ganz Tier - das Groß und Klein gleichermaßen ins Herz schließen werden, derart unschuldig bietet sich die Figur als Projektionsfläche kindlicher Sehnsüchte an, ist Tröster, Gefährte und Freund. Der Schauspielnachwuchs in den Kinderrollen schlägt sich erfreulich, während Tobias Moretti als Großwildjäger mit seiner Tollpatschigkeit für jede Menge schadenfrohes Gelächter sorgt. Auch wenn einem das Geschehen auf der Leinwand nicht ganz neu erscheint: Bewährtes erfreut doch immer wieder.
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