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30 Jahre "Musikantenstadl": Und Moik ist nicht erfreut

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30 Jahre "Musikantenstadl" - und Moik ist nicht erfreut

07.03.2011, 13:47 Uhr | LS / mth

Am 5. März 1981 präsentierte Karl Moik zum ersten Mal den "Musikantenstadl". (Foto: Cinetext)

Am 5. März 1981 präsentierte Karl Moik zum ersten Mal den "Musikantenstadl". (Foto: Cinetext)

Der "Musikantenstadl" wird 30 und sein Erfinder feiert nicht mit. Karl Moik, 72 Jahre alt und 2006 von Andy Borg als Moderator der Schunkel-Show abgelöst, spielt lieber die beleidigte Leberwurst. "Ich wurde links liegen gelassen wie ein dreckiges Tuch", wetterte er gegen den österreichische Sender ORF, der den "Stadl" zusammen mit der ARD und dem Schweizer Fernsehen produziert. "Niemand vom ORF hat sich nach meinem Ausscheiden bei mir gemeldet oder mich in den 'Stadl' eingeladen." Außerdem sei es "vertrottelt", die Jubiläumssendung nicht in Österreich, sondern in der Schweiz zu feiern.

Da muss man sich wirklich fragen, ob Karl Moik, der zu sagen pflegte: "Ich bin der Stadl", in Bezug auf den "Musikantenstadl" jemals Spaß verstanden hat. Zum Beispiel, als Stefan Raab ihm im Jahr 2000 das Lied "Der Karl, der Karl der Moik Moik Moik, der raucht das schärfste Zeug Zeug Zeug" widmete. Nach einigem Hin und Her lud der Moderator Raab zwar in seine Schunkelscheune ein, wo dieser dann in Lederhosen seinen Schabernack mit Publikum und Gästen trieb. Doch überzeugend wirkte Moiks müdes Mitgeschunkel nicht. Der "Stadl" war schließlich Moiks Leben und darüber macht man sich nicht einfach lustig. Immerhin: So jung wie bei dieser Ausgabe - Raab hatte im Vorfeld in "TV Total" ordentlich die Werbetrommel für seinen Auftritt gerührt - dürfte das Fernsehpublikum des "Stadls" davor und danach nie mehr gewesen sein.

"Stadl" in Moskau und Peking

Fünf Minuten habe er damals vor 30 Jahren gehabt, um die Programmchefs von der Show zu überzeugen. "Ich hatte schon länger die Idee, eine volkstümliche Unterhaltungssendung zu gestalten, allerdings mit den Superstars und ohne den sogenannten Bierzeltmief", sagte der 72-Jährige dem Bayerischen Rundfunk. Am 5. März 1981 wurde der erste "Musikantenstadl" im österreichischen Enns ausgestrahlt. Drei Jahre später war die Show erstmals auch in Deutschland bundesweit zu sehen und seit 1986 hat sie den begehrten Sendeplatz am Samstagabend um 20.15 Uhr inne. 20 Millionen Menschen weltweit konnten den "Stadl" laut ARD in jenen Jahren sehen und seit 1985 wurden einzelne Folgen auch im Ausland produziert. So strahlte man 1988 als erste westliche Fernsehanstalt eine Unterhaltungssendung aus Moskau aus und gastierte 1999 in Peking.

Die "Spaghetti-Affäre"

Ärger wegen einer Auslandsproduktion gab es 2001. Und schon da zeigte sich, wie unerbittlich Karl Moik sein kann. Nachdem die ARD eine im Oktober in Dubai aufgezeichnete Sendung angesichts der Anschläge des 11. September zunächst ganz aus dem Programm genommen hatte, drohte der "Stadl"-Grande mit seinem Rückzug aus der Sendung. Die Show wurde im Dezember dann doch noch ausgestrahlt. 2004 erschütterte die "Spaghetti-Affäre" Moiks Volksmusik-Universum. Patrick Lindner hatte in "O Sole Mio" gerade die Schönheit Italiens besungen, als Gastgeber Moik den Sänger anfuhr: "Ich muss dich rügen! Ich lade dich ein nach Wien, ins frühlingshafte Wien. Und was machst du? Du singst von den Spaghetti-Fressern." Die Empörung war groß, wollte so eine Beleidigung doch gar nicht zur heilen "Stadl"-Welt passen. Genauso wenig, wie die Enthüllungen von Reportern des RTL-Magazins "Explosiv" im Herbst desselben Jahres.

Borg für Moik

Diese fanden auf einer Künstlertoilette des "Musikantenstadls" in Passau angeblich Spuren von Kokain. Doch Karl Moik wiegelte ab: "Man kann nicht in jeden Menschen hineinsehen. Wenn einer das Zeug nehmen will, was soll`s? Solange er mich bei meiner Sendung nicht behindert, ist das seine Sache." Ein Jahr später wird das Ende der Ära Moik bekannt gegeben. Sein Ende 2005 auslaufender Vertrag wird nicht verlängert. "Karl Moik zählt mit seiner 25-jährigen Karriere zum Weltrekordhalter der großen Showmaster", lobt der ORF. Rudi Küffner, Pressechef des Bayerischen Rundfunks, findet bei der Amtseinführung von Moiks Nachfolger weniger nette Worte: Es hätte Handlungsbedarf bestanden, weil der "Stadl"-Erfinder zuletzt Ausfallerscheinungen gezeigt hätte. Der neue Mann an der Schunkel-Front: Andy Borg.

Grantiger Abschied

Moik sagte zu seinem Aus, er habe "seit Wochen gewusst, dass es so kommen würde". Angeblich hätte es von der ARD Äußerungen gegeben, Stefan Mross solle ihn ablösen. Das Angebot, die Jubiläumssendung zum 25. Geburtstag der Show im März 2006 zu moderieren, lehnte er grantig ab. Die bisherigen zwei Jubiläumssendungen seien ihm zu peinlich gewesen. Nur die erste Show mit Andy Borg habe er sich noch angesehen, danach aber nie wieder eingeschaltet. "Ich musste mich trennen und habe zwei Jahre gebraucht, um mich loszulösen." So gesehen ist der Boykott des 30. "Musikantenstadl"-Jubiläums durch den verbitterten Alt-Moderator nur konsequent.

Die Jubiläumssendung des "Musikantenstadl" wird am Samstag, den 12. März 2011, um 20.15 Uhr (ARD) aus Fribourg übertragen.

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Quelle: dpa

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Kommentare (13)

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Thema: "30 Jahre "Musikantenstadl": Und Moik ist nicht erfreut"

Ich schrieb: am 5. März 2011 um 18:48:17
(0) (0) Stadl
Warum muß an fast jeden Tag der Woche in irgendeinen Öffentlich rechtlichen Programm solche Sendungen gezeigt werden ? Sind die
Programmdirektoren etwa alles uralte Leute ? Als Kontrast könnte man doch im Samstagabendprogramm um 20.15 Uhr einen aktuellen Spielfilm zeigen oder wenns Musik sein muß auch mal ein Heavy Konzert übertragen.
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Karle schrieb: am 5. März 2011 um 17:14:00
(0) (2) Moik / Borg
mir persönlich war Moik 10mal lieber als der vor Wiener Schmäh strotzende Borg. Dass er singen kann ist unbestritten, aber den
Stadl führen kann er nicht. Er ist sehr Kindisch und manchmal verblödet mit seinem Schmäh. Die zwei Tunten aus Franken, die als Frauen auftreten haben im Stadl nichts verloren, wenn die kommen, schalte ich jedes mal um.
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Frank schrieb: am 5. März 2011 um 16:10:49
(0) (3) "Moik"
Man hat Moik leider 10 Jahre zu spät in Rente geschickt.

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