23.01.2008, 12:59 Uhr | mth
Rolf Kaukas "Fix und Foxi" zählt zu den Klassikern des deutschen Comics. (© Rolf Kauka & Promedia, Inc)Und "Zack!" - waren sie da: die Heftchen mit den bunten Bildern und Sprechblasen. Amerikanische Soldaten hatten die Comics nach dem Zweiten Weltkrieg mit nach (West-) Deutschland gebracht. Und sofort erfreuten sich Mickey Mouse und Co. auch hierzulande großer Beliebtheit - und bekamen schnell einheimische Konkurrenz. Denn Zeichner und Autoren wie Manfred Schmidt ("Nick Knatterton"), Roland Kohlsaat ("Julio und Jimmy") oder Rolf Kauka ("Fix und Foxi") hatten schnell ihre eigenen Versionen der turbulenten Bildergeschichten auf den Markt gebracht. Das ist jetzt 60 Jahre her. Ein gebührender Anlass für einen ausführlichen Rückblick auf sechs Jahrzehnte Comics "made in Germany", die uns von "Sigurd" über Brösels "Werner" bis hin zu anspruchsvollen "Graphic Novels" jede Menge sehenswertes Comic-Material geliefert haben. Eine gelungene Auswahl zeigt jetzt die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt am Main, die vom 24. Januar bis zum 24. Mai 2008 die Ausstellung "Comics made in Germany - 60 Jahre Comics aus Deutschland" präsentiert.
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60 Jahre Comics "made in Germany"
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Wilhelm Busch als Vorbild
Nimmt man es genau, dann handelt sich beim ersten Auftauchen der Comics hierzulande um einen Re-Import. Denn die in den USA entstandenen Comics waren stark von Wilhelm Buschs Bildergeschichten beeinflusst. Doch dann verpasste man im zunehmend isolierten Deutschland die über den Atlantik schwappende Begeisterung für diese neue Form der Literatur. Nach Kriegsende ging aber alles sehr schnell. Bereits in den 50er Jahren erfreuten sich in Deutschland hergestellte Comics einer großen Beliebtheit. Vor allem die sich an Disney orientierenden Figuren aus dem Hause Kafka und die vom Schweizer Hansrudi Wäscher entwickelten Abenteuergeschichten wie "Sigurd" oder "Tibor" kamen beim damals noch vornehmlich jungen Publikum sehr gut an.
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Comics für ein zunehmend anspruchsvolles Publikum
Mit "Strizz" bereitete Volker Reiche dem klassischen Pressestrip ein hoch gelobtes Comeback. (© Volker Reiche)Eine Trendwende erfolgte in den 70er und 80er Jahren. Das Comic-Publikum wurde älter und damit wuchs auch das Bedürfnis nach anspruchvolleren Geschichten. Inspiriert von US-amerikanischen "Underground-Comix" wie Robert Crumbs "Fritz the Cat" entwickelte sich so auch bei uns eine alternative Comic-Szene, zu deren Protagonisten unter anderem Ralf König ("Der bewegte Mann"), Gerhard Seyfried und Rötger Feldmann alias "Brösel" mit seinen bier- und benzinseligen "Werner"-Storys gehören. Seitdem sind den Comics in Form und Inhalt kaum Grenzen gesetzt und es hat sich eine hochinteressante Szene entwickelt, die von Mainstream bis Kunst, vom satirischen Pressestrip bis zum komplexen Comic-Roman alle Schattierungen des Genres abdeckt.
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mth
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