22.02.2012, 08:46 Uhr | dapd/BT
Jeder kennt sie – die poppig bunten Porträts von Berühmtheiten wie Elvis Presley oder Marilyn Monroe. Ihr Erschaffer Andy Warhol war der Paradiesvogel unter den Künstlern und genau mit diesem Image verkaufte er Bilder. Er war nicht der erfolgreichste, aber einer der bekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts. Heute vor 25 Jahren verstarb Warhol, völlig überraschend, im Alter von 58 Jahren in einem Krankenhaus in der New Yorker Upper East Side.
Knapp 20 Jahre vor seinem Ableben war Warhol dem Tod schon einmal von der Schippe gesprungen. Nachdem die männerhassende Feministin Valerie Solanas dem damals 39-Jährigen in die Brust geschossen hatte, half nur die Massage des offenen Herzens während der Notoperation. Warhol konnte gerettet werden, doch er wurde ein anderer Mensch, ein anderer Künstler. Zwei Jahrzehnte später war es dann eine Routineoperation, die das schillernde Leben beendete.
Andrew Warhola, der Sohn armer ruthenischer Einwanderer, interessierte sich schon früh für Kunst. Als junger Mann ging er jedoch zunächst in die Werbung. "Ich möchte reich und berühmt werden", soll er gesagt haben. Doch schon bald widmete er sich wieder seinem Künstlerdasein, designte Colaflaschen und Suppendosen in dem durch ihn geprägten Pop-Art-Stil. Später kamen noch die Porträts von Prominenten dazu, von Marilyn Monroe und Elvis Presley, von Elizabeth Taylor und Jackie Kennedy und sogar von Joseph Beuys.
Warhol war das, was er immer sein wollte – das Enfant terrible der Kunstszene. Mit seiner platinblonden Perücke tauchte er ständig in der New Yorker Szene auf, war Stammgast im legendären "Studio 54", wo er Kokain schnupfte, als gäbe es kein Morgen. Mit anderen Worten – er liebte sein Leben. Um das bezahlen zu können, vermarktete er seine Kunst oder prostituierte sich, wie seine Kritiker sagen. Reihenweise entstanden "Warhols" in seinen New Yorker "Factorys", doch wie viele Drucke es von einem Original gab, mochte er nicht preisgeben.
In den neunziger Jahren führte das zu einem Preisverfall seiner Kunst. Viele der Bilder blieben bei Auktionen unverkauft. Für seinen "Double Elvis" von 1963 wurde nicht einmal die Hälfte des Schätzpreises geboten. Erst seit ein paar Jahren steht Warhol wieder hoch im Kurs. Sein "Green Car Crash" brachte 2007 satte 71,7 Millionen Dollar.
All das hat Warhol nicht mehr miterlebt. Im Februar 1987 musste er sich in einem Krankenhaus in New York einer simplen Operation an der Gallenblase unterziehen. Die verlief auch unkompliziert, aber am 22. Februar, morgens um kurz nach halb sieben Uhr, erlitt der Patient eine Herzrhythmusstörung und starb. Seine Bilder leben weiter.
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Quelle: dapd
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