21.01.2011, 15:03 Uhr | bas
Asterix-Zeichner Albert Uderzo gilt als mindestens ebenso so streitlustig wie seine beliebte Comicfigur. Nun hat der 83-Jährige ausnahmsweise unfreiwilligen Ärger am Hals. Der Fiskus zweifelt seine Mitautorenschaft an und will einen Haufen Geld zurück. Der alte Mann hinter Asterix versteht die Welt nicht mehr. Jahrzehnte seines Lebens hat Albert Uderzo dem kleinen gewitzten Gallier als Zeichner ein Gesicht gegeben und gemeinsam mit René Goscinny eine der erfolgreichsten Comic-Serien der Welt geschaffen. Nun will ihn der französische Fiskus auf einmal zum einfachen Handlanger machen und deshalb einen Haufen Geld zurück.
"Die Finanzbehörden haben entschieden, dass ich niemals Ko-Autor der ersten 24 Alben war, sondern nur der Zeichner", berichtete der 83-Jährige dem französischen Literaturportal "ActuaLitté". 203.000 Euro solle ihn der kleine, aber feine Unterschied nachträglich kosten. Weil Zeichner steuerlich anders veranlagt werden als Autoren. Keine Frage, dass Uderzo anderer Ansicht ist - nicht nur des Geldes wegen. "Selbstverständlich war ich mit Goscinny Ko-Autor", poltert der erfolgreichste lebende Comic-Zeichner der Welt. Dass er an den Abenteuern des tapferen und trinkfreudigen Galliers als Mitautor mitwirkte, stehe in allen Verträgen. "Ich hoffe, dass mein Anwalt mir helfen wird, Licht in die Sache zu bringen", sagt Uderzo - und ergänzt im Gallier-Stil: "Ich werde kämpfen." Der Fiskus will sich bislang nicht äußern. "Kein Kommentar", heißt es bei den zuständigen Behörden.
Dass Uderzo schnell aufgeben wird, ist unwahrscheinlich. Wie sein Comic-Held Asterix gilt der Sohn eines italienischen Geigenbauers als durchaus streitlustig. In den 90er Jahren zoffte er sich jahrelang vor Gericht mit dem Verlag Dargaud um die Rechte für die ersten 25 Asterix-Bände. Später geriet er dann auch mit seiner einzigen Tochter aneinander. Erst vor zwei Jahren verurteilte ein Pariser Gericht Uderzos Verlag Les Éditions Albert-René dazu, Sylvie Uderzo de Choisy 270.000 Euro Entschädigung zu zahlen. Das Gericht befand, dass die Entlassung der Tochter als Generaldirektorin wegen schwerer Fehler nicht gerechtfertigt gewesen war. Wie so oft bei Familienstreits ging es auch ums Geld. Die Schmunzelabenteuer der Sippe um Asterix haben Uderzo und die Nachfahren seines bereits 1977 gestorbenen Freundes Goscinny zu Millionären gemacht.
Weit mehr als 300 Millionen Exemplare der Abenteuer von Asterix und seinen Freunden sind bis heute verkauft worden. Außerdem ist der gallische Witz in mehr als hundert Sprachen und Dialekte übersetzt worden. Bis Goscinny mit 51 Jahren starb, veröffentlichte das rastlose Duo mehr als 20 Alben. Als Zeichner und Texter setzte Uderzo das einträgliche Gallier-Unternehmen fort - jedoch in einem langsameren Rhythmus. Zuletzt plante Uderzo bereits für die Zeit nach seinem Tod. "Ich weiß nur allzu gut, dass mein Held stärker ist als ich. Es wäre egoistisch, Asterix zu verbieten, mich zu überleben", sagte er im vergangenen Jahr der französischen Tageszeitung "Le Figaro". Lange Zeit habe er gedacht, dass es nach seinem Tod keine neuen Abenteuer geben sollte. Das sei allerdings ein Fehler gewesen. Um dem oberschlauen Asterix und seinem kraftstrotzenden Partner und Wildschweinliebhaber Obelix eine Zukunft zu ermöglichen, arbeitete der an Rheuma erkrankte Uderzo zuletzt mit anderen Zeichnern zusammen.
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bas
Maddin schrieb:
am 23. Januar 2011 um 16:53:21
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Einfach
Er braucht nur Passierschein A38, dann sind die Rückzahlungen hinfällig
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Miraculix schrieb:
am 23. Januar 2011 um 10:51:11
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Und schließlich:
Was wären die auch nach meiner Meinung genialen Geschichten Goscinnys ohne die zeichnerische Kreativität Uderzos, der den
Figuren ihre Gestalt gegeben hat. Das sind doch Comics, keine bebilderten Romane oder Kurzgeschichten. Die leben von der unmittelbaren Verbindung von Wort und Bild, und da müssen sich Texter und Zeichner auf Augenhöhe begegnen.
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Troubadix schrieb:
am 23. Januar 2011 um 10:42:30
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Ganz bestimmt kein "Handlanger"!!!
Nach meiner Kenntnis war z.B. die Figur Obelix die Idee Uderzos, um einen Kontrast zu dem kleinen,
schmächtigen, aber gewitzten Asterix zu schaffen. Und wenn man sich das erste Abenteuer (Asterix, der Gallier) anschaut, sieht man, daß Goscinny sich mit dieser Figur erst identifizieren mußte, denn an der Befreiungsaktion des Druiden aus dem römischen Lager nimmt Obelix überhaupt nicht teil, das Ganze wirkt ab da wie ein Asterix- und- Miraculix- Abenteuer.
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