"Jetzt singt sie auch noch", nahm Barbara Schöneberger mit dem Titel ihres letzten Album die erstaunten Ausrufe vieler Fans - und manchen Kritikers - vorweg. Besonders letztere erlebten dann aber eine handfeste Überraschung: Die Moderatorin singt tatsächlich, und sie singt verdammt gut. Hörbar genossen hat sie ihren Ausflug in die Welt der Musik zudem. Warum also nicht einen zweiten Longplayer nachlegen? Bitteschön: Das Ganze "Nochmal, nur anders".
Dem Mix aus Swing, Jazz und Pop, der ihren klaren, sicheren Gesang beim letzten Mal begleitete, gesellt sich dieses Mal noch eine ordentliche Prise bewährten Motown-Sounds zur Seite. Funky Basslinien und satte Bläserarrangements unterstreichen diesen Eindruck. Derart frisch interpretiert, darf das "Liebesleben" der Schöneberger gerne ein wenig nach "You Can't Hurry Love" tönen.
Ohne in Klamauk-Gefilde abzurutschen, würzt die Sängerin - keinen anderen Titel sollte man ihr nach dieser erneut starken Leistung anheften - ihre Betrachtungen von Alltagssituationen und emotionalen Befindlichkeiten stets mit einem Augenzwinkern, insbesondere wenn, wie in "Glitzer", hochdramatischer Klavier- und Streicherbombast aufgefahren wird. Es geht Barbara Schöneberger nicht nur "Verboten gut", sie präsentiert sich auch so.
"Ich weiß, was ich will": Das nimmt man ihr ebenso ab, wie das Bekenntnis "Ich steh auf Jungs", vorzugsweise auf solche mit dicken Armen. Barbara Schöneberger ist sich zudem genau darüber im Klaren, "Was ein Mann tun muss". In Sachen Arbeitsteilung in einer Beziehung macht ihr - "Du machst die Liebe" spricht Bände - ebenfalls niemand etwas vor. Wenn sie dann charmant auffordert: "Denk jetzt bitte an ein Nilpferd" ... ganz ehrlich: Wer könnte dieser Aufforderung nicht Folge leisten? Willkommen im "Barbaradies"!