27.07.2010, 15:38 Uhr
Die Autorin Brigitte Schwaiger ist tot. (Foto: dpa)
Das Leben konnte Brigitte Schwaiger wohl schon lange nicht mehr ertragen. "Es ist jetzt immer öfter so, dass ich den kürzeren Weg wählen möchte, und das wäre, mich aus einem hohen Fenster zu stürzen", schrieb die österreichische Schriftstellerin vor wenigen Jahren in ihrem Prosaband "Fallen lassen". Am Montag wurde ihr Körper leblos in einem Seitenarm der Donau bei Wien gefunden. "Sie setzte ihrem Leben offenbar mit 61 Jahren ein Ende", schrieb die Zeitung "Der Standard" am Dienstag. Was bleibt und weiterleben wird, ist vor allem ihr Sensationsbestseller "Wie kommt das Salz ins Meer".
Der Erfolg kam 1977 mit dem in Ich-Form geschriebenen Roman quasi über Nacht. Den Schock, so schnell berühmt zu werden, hat Schwaiger nach eigenen Angaben nie ganz verwunden: "Ich war doch so jung und so verträumt", sagte sie. Sie sei mit dem Werk, das sie mit 28 Jahren veröffentlichte, "zu weit gesprungen", bemerkte sie vor wenigen Jahren.
In dem autobiografisch geprägten Buch beschreibt sie ihren tristen Ehealltag, das Kleinbürgermilieu und den Versuch, aus ihrer engen Welt auszubrechen. Das Werk verkaufte sich mehrere hunderttausend Mal. Angelehnt ist der Roman an ihre kurze, unglückliche Ehe mit einem spanischen Tierarzt. Es folgten weitere Bücher: "Liebesversuche", "Mein spanisches Dorf", "Der Himmel ist süß". Jedoch gelang es der 1949 in Freistadt geborenen Autorin nicht, an den Erfolg ihres Debüts anzuknüpfen. Ende der 90er Jahre war sie "kaputt vom Nachgrübeln über mein unglückliches Leben". Sie ließ sich mit Depressionen und Burnout freiwillig in eine psychiatrische Klinik in Wien einweisen.
Im von der Kritik viel beachteten Buch "Fallen lassen" berichtete sie 2006 schonungslos von ihren jahrzehntelangen psychischen Erkrankungen, ihren Selbstmordversuchen, ihrer Existenz als Borderlinerin (das Borderline-Syndrom ist eine Persönlichkeitsstörung) sowie den Problemen in ihrem Elternhaus und der sexuellen Gewalt durch ihren Vater. Als Teufelskreis beschrieb sie ihren Zustand, aus dem sie sich nicht mehr zu befreien vermochte.
Quelle: dpa
Elfe schrieb:
am 27. Juli 2010 um 18:19:36
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Brigitte Schwaiger ist tot
Es ist sehr traurig, dass ein Menschenleben so endet. Viele Patienten offenen sich nicht und behalten ihr
erlebtes für sich. Einige nehmen keine Therapeutische Hilfe in Anspruch. Der letzte Ausweg Suizid. Das stimmt mich sehr traurig. Denn jedes Menschenleben ist wertvoll.
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Elbengel schrieb:
am 27. Juli 2010 um 17:56:14
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B. Schwaiger
Ich kenne die Autorin nicht und nur durch Zufall bin ich auf die "Schlagzeile" ihrer Selbsttötung gestoßen. Es macht mich
traurig, dass sie - wohl schon seit Jahren immer oder immer wieder mal - eine suizidale Tendenz hatte. Sie hat mein großes Mitgefühl insbesondere da auch ich eine Borderline-Erkrankung (emotional instabile Persönlichkeitsstörung,verursacht durch das Elternhaus, nicht heilbar, nur therapierbar) habe und das bedeutet einen lebenslangen Kampf - den sie nun aufgegeben hat
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Fernab schrieb:
am 27. Juli 2010 um 17:54:11
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Suicid
Alle Kommentare hier sind sehr zutreffend. Man kann in keinem Menschen hineinsehen und man kann auch nicht richtig helfen. Wie auch,in
einer Zeit,wo Profitgier,Egoismus und Ellenbogen in der Gesellschaft an erster stelle stehen.
Ich komme auch nicht drum herum darüber nachzudenken ob,oder ob nicht.Es wird einem das Leben immer schwerer gemacht.
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