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Die Physik bei James Bond

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Röntgenbrillen, Stunts und krasse Vehikel

Erschienen am 24. Oktober 2008 | aktualisiert am 23. Oktober 2008 | SKO
Röntgenbrillen-Szene aus "Die Welt ist nicht genug" (Foto: Cinetext)
Röntgenbrillen-Szene aus "Die Welt ist nicht genug" (Foto: Cinetext) Vergrößern
Atemberaubende Sprünge wie in "Casino Royale", todesmutige Flüge im Miniatur-Helikopter wie in "Man lebt nur zweimal" oder die sagenhafte Röntgenbrille, mit der Pierce Brosnan in "Die Welt ist nicht genug" den richtigen Durchblick bei den Damen hatte: Seit jeher sorgen die Streifen um den 007-Agenten mit unglaublichen Tricks und Stunts für helle Begeisterung beim Publikum. Experten wie der Dortmunder Physik-Professor Metin Tolan machen sich deshalb immer wieder aufs Neue daran, den Wahrheitsgehalt von Bonds Superlativen zu ergründen - und stoßen dabei auf teils verblüffende Erkenntnisse. Noch bevor der neue 007-Streifen "Ein Quantum Trost" am 6. November in die Kinos kommt, fühlen wir der Physik bei James Bond in unserer Foto-Show auf den Zahn.

Foto-Show Die Physik bei James Bond - die 007-Tricks im Check

Video "Ein Quantum Trost" - der zweite Trailer
Foto-Show Bilder aus "Quantum of Solace"
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Verwegene Vehikel und Lasertechnik

Bond-Darsteller Roger Moore auf dem Prototyp eines Jet-Ski in "Der Spion, der mich liebte" (Foto: Cinetext)
Bond-Darsteller Roger Moore auf dem Prototyp eines Jet-Ski in "Der Spion, der mich liebte" (Foto: Cinetext) Vergrößern
Ob der Jet-Ski, der erst nach seinem Auftritt in einem Bond-Film in Serie produziert wurde, oder der Mini-Helikopter "Little Nellie", der in "Man lebt nur zweimal" seinen ersten, großen Auftritt hatte: In beiden Fällen traten die Entwickler der Vehikel an das Film-Produktionsteam heran und schafften es, ihre Gefährte durch den Einsatz in einem 007-Streifen populär zu machen. Ähnlich verhielt es sich mit der Laser-Technik, die bei Bond schon früh zum Einsatz kam. Wie Physiker Tolan in seinem Buch "Geschüttelt, nicht gerührt" feststellt, wurden die ersten Industrie-Schneidelaser, die den Filmlasern wie in "Goldfinger" von 1964 "annähernd ähnlich sind, erst Anfang der neunziger Jahre entwickelt".

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Schmerzfreier Bond

Daniel Craig in "Casino Royale": unrealistischer Sprung bei Verfolgung (Foto: Cinetext)
Daniel Craig in "Casino Royale": unrealistischer Sprung bei Verfolgung (Foto: Cinetext) Vergrößern
Dennoch strotzen die 007-Streifen auch vor Szenen, die schlichtweg ins Reich der Fantasien gehören. In "Casino Royale" etwa beeindruckt Daniel Craig mit einem Sprung von einem Kran auf ein Dach. Rund elf Meter tief ist er dabei gesprungen, stellt Tolan nach eingehender Betrachtung der Szene fest: "Das schafft selbst ein Agent im Geheimdienst Ihrer Majestät nicht", urteilt er, denn dazu müsste 007 "nicht nur top-fit, sondern auch weitestgehend schmerzunempfindlich sein". Ebenso unrealistisch seien die Überschläge des Aston Martin DBS, als Bond der auf der Straße gefesselten Vesper Lynd ausweicht. Tolan zufolge wäre der Wagen aufgrund seiner sportlichen Konstruktion bestenfalls seitlich ausgebrochen, also "gedriftet". Deshalb wurden die Überschläge beim Dreh per Rampe sowie Metallzylinder-Kanone an der Wagen-Unterseite herbeigeführt.


Weitere Aufnahmen vom Bond-Dreh video (englisch)
Bond-Clip Olga in Action video (englisch)
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Nur Silhouetten statt Dessous

Aber auch die Röntgenbrille, wie sie in "Die Welt ist nicht genug" zum Einsatz kommt, ist vom Prinzip her so nicht machbar. Denn neben einem Detektor, der im Fall des Filmes wohl die Brille wäre, bräuchte es dazu auch noch eine Röntgenquelle. Und die müsste das Casino, in dem die Szene spielt, mit gesundheitsschädlichen Strahlen regelrecht durchfluten. Als echter Bond-Fan sucht der Professor aber auch immer nach alternativen Möglichkeiten, wie die 007-Tricks dennoch vorstellbar wären. In Anlehnung an das Verfahren, das bereits auch schon bei Personenkontrollen an Flughäfen eingesetzt wird, führt Tolan anstelle der Röntgen- die sogenannte Terahertztechnik ins Feld. Zwar fiele eine damit ausgestatte Brille weit weniger filigran aus als die im Film. Zudem würde Bond damit sicherlich zu fluchen beginnen, weil er damit anstelle der Dessous der Damen nur deren Silhouetten erspähen könnte. Dennoch ist der Experte davon überzeugt: "Eine Terahertzbrille ist genau das, was James Bond braucht."


Literaturhinweis:
"Geschüttelt, nicht gerührt" von Metin Tolan,
Piper Verlag, 240 Seiten, ISBN: 9783492050821,
Preis: Euro 16,90

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